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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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810 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Heinrichs II. geschrieben sein. An dem Streit, der 1189 zwischen ErzbischofBaldwin und den Mönchen von Christ Church ausbrach, nahm er Anteilund er erzählt, daß er das Kloster Goventry nach der Austreibung der Mönche(1191) besucht habe. Jedenfalls hatte er den Rang des Presbyters erreichtob er jedoch Vorsänger in Canterbury war, ist nicht sicher, da die Nekro-logien von ihm nur melden Nigellus sacerdos et monachus. Daß er den Kon-tinent besucht hat, steht fest, da er von seinem Aufenthalt in der Normandiespricht. Er hat aber auch wohl andre Gegenden Frankreichs, vielleicht auchItalien besucht. Das Leben in Paris und auch den englischen Kaufmannin der Fremde scheint er genau zu kennen, wie überhaupt sein Torenspiegeleinen mehr kosmopolitischen als nationalen Eindruck hinterläßt. Er istwohl noch vor 1200 gestorben.

Zeugnisse. Widmung an Wilhelm Bischof von Ely (Th. Wright, The Anglo-Latinsatirical poets 1,153) Cantuariae ecclesiae fratrum minimus frater Nigellus. Zu ThomasBecket vgl. Contra curiales ib. 1,155 martyrem Thomam, quem vidimus oculis nostris ...cum quo manducavimus et bibimus. Zum Alter Spec. stult. Prol. 1 (ib. 1,11) Suscipe paucatibi veteris, Willelme, Nigelli. Zu Coventry vgl. Contra curiales ib. p. 211 Horrendi facinorisdetestanda crudelitas quae in Coventrensi ecclesia nuper facta est. . . dolens et tristis admodumrefero (p. 212) quod in ecclesia Coventrensi oculis propriis aspexi. Dort in der Widmungvon sich p. 153 frater Nigellus veste monachus . . . gradu presbyter. Zum Vorsänger s. Le-land, Collect. 3, 8 und Scriptores 1, 228. Zur Normandie vgl. Contra curiales p. 203 paceomnium dixerim, quod in Normannia a quodam audivi. Der Beiname bei Bale, Catalogus1, 245. Zum Leben vgl. J. A. Herbert in Dictionary of National-Biography 41, 62 f.

a) Speculum stultorum. Das Gedicht ist vielleicht noch vor dem TodeLudwigs VII. von Frankreich (1180) gemacht, da dieser König erwähntwird. 1 Gewidmet ist es dem Wilhelm Longchamp, bevor dieser Bischofvon Ely und Kanzler wurde. Es stellt eine Satire dar, die nach Sitte derZeit allegorisch eingekleidet ist, und behandelt die Geschichte eines Eselsaus Cremona, der, mit seinem kurzen Schwanz unzufrieden, einen solchennach der Proportion seiner Ohren haben möchte. Er fragt den Arzt Galien umRat, erhält aber von ihm abweisende Antwort, deren Sinn er in einer Fabelausdrückt. Nämlich zwei Kühen war auf sumpfiger Wiese bei plötzlichemEintritt des Frostes der Schwanz am Boden angefroren, und während dieeine sich ungeduldig ihren Schwanz abschneidet, ist die andre so klug, liegenzu bleiben, bis es aufgetaut ist, und sich so ihre wichtige Waffe gegen dieInsekten im Sommer erhält. Der Esel will sich aber nicht überzeugen lassen,und daher gibt ihm Galien den spöttischen Rat, nach Salerno zu gehen,um dort allerlei köstliche Dinge zu kaufen wie Marmorfett, den Schatteneines siebenfachen Backofens, Gänse- und Weihenmilch, Wolfsfurcht usw.Glückstrahlend macht sich Burnellus so heißt der Esel auf die Reise,aber er erhält natürlich nichts von alledem in Salerno, sondern fällt hiereinem Londoner Kaufmann in die Hände, der ihm vorspiegelt, er habe diesekostbaren Dinge zur Heilung der zu kurzen Nase seines Herrn, des Bischofsvon London, eben erstanden und wolle sie ihm für den Einkaufspreis ab-lassen. Burnellus geht mit Freuden darauf ein und empfängt zehn leereGlasbüchsen. Auf dem Rückweg aber wird er bei Lyon von wütenden Hun-den eines Zisterziensers angefallen, deren einer ihm den halben Schwanzabbeißt. In seinem Schreck läßt er die Büchsen fallen, die in tausend Scher-

1 Vs. 208 p.17 In titulo caudaeFrancorum rexLodowicusNon tibi praecellit pontificesvesm.