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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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B.Didaktik 809

Zeit genehm war. Wir aber empfinden doch heute starke Bedenken, einsolches Urteil zu unterschreiben. Zunächst leidet die Disposition an großenSchwächen und dann ist die Verbindung von Moral und Wissenschaft docheine gewagte Sache. Und daß ein Viertel des Gedichts in erdichteten Philo-sophenreden besteht, macht es uns auch nicht schmackhafter. Allerdingsist der Gedanke, daß die Natur bei dem Erzweiner doch schließlich mitder Liebe durchdrückt, nicht unsympathisch, wenn er auch in letzter Liniewohl auf Martianus Capeila zurückzuführen ist. Die Durchführung im ein-zelnen ist sehr ungleichmäßig, da viele Partien gar zu sehr ausgesponnensind. Und recht seltsam berührt z. B. das eigentlich durch nichts berechtigteHeraufholen der alten keltischen Sage, wie auch der Abschnitt 5, 8593üher Heinrichs IL Verehrung durch das Alter 1 ganz unvermittelt in dasGedicht gestellt ist. Bedeutend aber ist die Ausdrucksfähigkeit des Dichters,dessen Sprache ein tiefes Eingehen in die lateinische Poesie und Prosa vor-aussetzt. Johannes hat die Sprache auch weitergebildet, da sich eine MengeNeubildungen bei ihm finden. Seine Verskunst sucht es beinahe zu vermei-den, den Gedankenschluß mit dem Verschluß zu bringen; dadurch gibt erseinen Versen eine für jene Zeiten große Lebendigkeit und Vielseitigkeit.

Der Angriff auf Persius steht 5, 48 Persius in Flacci pelago deeurrit et audet Mendicassestylum satirae. Zu 2, 310 'Wesheü' Jngeminant, 'WesheW labor est plus perdere vini Quamsuis vgl. Nigelli Spec. stult. bei Wright p. 63 Vs. 1500 et sine lege bibunt. Wessail etDringail. Von neuen oder seltenen Wörtern sind zu erwähnen zunächst die Adjektivaauf ivus: aeternativus 6, 25. commendativus 1, 138. decorrosivus 1, 66. flammativus 9, 290.ülativus 9, 270. maiestativus 1, 69. meditativus 6, 11. praegnativus 8, 293. scrutativus 6, 12.Sodann aequidies 9, 55. assimetra 3, 152. dememinisse 9, 259. dilanguidus 7, 470. jumi-dulus 9, 55. illoculare 6, 5. incinerare 6, 74. innaujragus 1, 127. 9, 259. morphosis 7, 81.prognosticare 5,112.

Ueberlieferung. Genannt wird das Gedicht 1250 bei Richard von Fournival (s.oben); in der Sorbonne 1338, in Avignon 1311 und in Rom 1339, 2 in Rouen 1372, 3 inRamsey s. XV, in St. Albans nach 1420 4 und in Canterbury St. Augustin s. XV. B Hand-schriften sind heute Vatic. reg. 1554 f. 109 s. XIII, 370 s. XIV f. 189214 und 1812s. XV (mit Kommentar); Bern. 683 s. XIII f. 93; Perugia 15548 s. XIII; Mus. Brit.Harlei. 4066, Reg. 15 C. V, Cotton Vesp. B XIII. Cantabr. Corp. Christi Coli. 406 s. XIIIf. 6165. Monac. 237 s. XV f. 190213. Ausgaben: Archithr. summa diligentia recogni-tus ... aedibus Ascensianis, 6 Parisl517, und von Th. Wright, The Anglo-latin satiricalpoets 1, 240392, vgl. Sedgwick, Speculum 5, 292f. Kurze Inhaltsangabe mit Text-auszügen von K. Francke, Forsch, z. deutsch. Gesch. 20, 475502. Vgl. Wright,History of caricature p. 160. Leyser p. 761. J. Simler, De Archithrenio duodecimisaeculi carmine, Paris 1871. Ch. M. Hutchings, Romania 50,113.

Die Worte Explicit architrenius finden sich übrigens am Schlüsse einer Dichtung überPyramus und Thisbe des Matthäus von Vendöme, vgl. P. Lehmann, Pseudo-antikeLit. des MA. S. 35.

3. NIGELLUS WIREKER

Nigellus, dessen Beiname Wireker erst seit Bale (1557) vorkommt, magum 1130 geboren sein. Er wurde Mönch in Christ Church zu Canterburyund zwar wohl einige Zeit vor der Ermordung Thomas Beckets (1170), mitdem er mehrfach zusammengekommen zu sein scheint. Im Eingang zu sei-nem Torenspiegel nennt er sich alt, und so wird dies Werk in der letzten Zeit

1 Der Abschnitt trägt die UeberschriftQuod 4 in factura Architrenii.

praesumptio est senectutis ad regem Angliae 5 Claudianus et in eodem pars Architrenii

dwertisse. in quaterno. Es ist vielleicht das Fragment

2 Beidemal mit dem Anticlaudian zusam- in Cantabr. Corp. Chri. Coli. 406.me n. 6 Druck von Badius Ascensius.

3 Liber architroum.