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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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807
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B. Didaktik 807

Stuhl setzen und erhält eine Leuchte, die fortwährend ausgehen will unddas Auge schädigt. So sitzt er die Nächte hindurch und lernt dabei die siebenfreien Künste. Oft schläft er dabei ein und wird von bösen Träumen ge-peinigt, bis Aurora den Tag verkündet und er zum Kolleg eilen muß 1 under nun vor dem Lehrer steht. Und dabei gewinnt er sich keineswegs dieMächtigen mit seinem Wissen, und die Philosophen selbst besitzen oft eitlenStolz, trotzdem sie nur die Oberfläche ihrer Wissenschaft kennen.

Im Beginn des vierten Buches wird Architrenius über alle diese Dingevon neuem zu Tränen 2 gebracht. Er begibt sich nun nach Pella, der Haupt-stadt Mazedoniens, und siebt hier den Berg des Ehrgeizes, auf dem eine Un-zahl Bäume und andre Gewächse gedeihen. 3 Ein Bach entfließt dem Bergeund dieser hat als Bewohner Gura, Anxietas, Falsa Virtus, Hypocrisis.Auf dem Gipfel des Berges steht ein Schloß, das innen die kostbarstenTeppiche birgt mit Bildern, die aus dem troischen Kriege, aus Ovids Meta-morphosen und aus der Natur genommen sind. Hier sieht man zwar dieschönsten Kleider, aber die Hofleute sind treulose Schmeichler. 4

Mit dem Anfang des fünften Buches gelangt der Architrenius zum Hügelder Anmaßung, der von sehr vielen Menseben bewohnt wird, und zwar sinddas alles Personen aus der Geschichte, die sich irgendeine Würde oderFähigkeit angemaßt haben, darunter gehört z. B. Persius, der Nachbetervon Horaz. Hierauf wird gesprochen von der Anmaßung geistlicher Per-sonen und der Lehrer. Auf eine Betrachtung über den Stolz, namentlichbei den Mönchen, 5 und eine Rede des Architrenius über die Begierde, 6 dienur mit dem Tode ende, erschallt ein furchtbares Kampfgetöse, das vondem Giganten Walganus ausgeht. Dieser ungeheuerliche Ritter erzählt demArchitrenius die fabulose Urgeschichte Britanniens von Britus (hier Brutus)an bis auf König Artus, 7 auf dessen Geschlecht auch Bischof Walter zurück-geführt wird, und auf Ramofrigius, der noch am Schluß des Buches einenKampf mit den Führern des Lagers der Habsucht eingebt.

Im sechsten Buche macht sich Architrenius wieder auf die Wanderungund gelangt zur Insel Thyle, deren Eigentümlichkeiten beschrieben werden.Hier sind die Philosophen der Welt versammelt, und die Reden, die siehalten, füllen das weitere sechste, das siebente und einen Teil des achtenBuches. Die Reihenfolge, in der sie auftreten, ist höchst willkürlich, undder Inhalt ihrer Reden ist meist aus Valerius Maximus genommen. Architasspricht über den Zorn, 8 Plato über den Neid, Cato gegen den Reichtum,Diogenes über Weltverachtung, Sokrates über Empfehlung von Krates undDiogenes, Demokritus gegen den Reichtum, Cicero gegen die Verschwen-dung, Plinius über die Folgen des Luxus, Krates über die Unbequemlich-keiten des Hoflebens und als letzter in diesem Buche Seneca über Verach-tung des Hoflebens.

1 Wenn er nicht einer Freundin die Nacht 5 139 de qua Fabula narratur nach Hör.versprochen hat (Vs. 234258). Sat. 1,1, 69f.

2 Das geschieht in der Dichtung öfters, 6 Vs. 264 vaga commutat solidis, quadratadaher der Name des Helden. rotundis nach Hör. Ep. 1, 1,100.

3 39 cinamolgi cinnamus hospes aus Isid. 7 440 wird auch Merlin angeführt (omni-Et. 12, 7, 23. ficas Merlini consulit artes).

4 Vs. 376ff. stammen aus Ter. Eun. 2, 2, 8 Vs. 41 Ira malum quo non aliud velocius17ff. (Francke). alas Urget nach Verg. Aen. 4,174.