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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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801
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B. Didaktik 801

Gedanke. Es wird hier außerdem öfters ein einfaches Urteil aus der Weltder Dinge im Hexameter ausgesprochen und im Pentameter zu einem all-gemeinen Gedanken in Beziehung gesetzt. In den folgenden Abschnittenwachsen die Distichen meist um je ein Verspaar, so daß im sechsten sichVersgruppen von oft sechs Distichen um einen Gedanken bilden. Der durch-aus didaktische Charakter des Gedichts bringt es mit sich, daß die gnomi-sclie Literatur 1 wie auch die antike Dichtung, besonders die Satiren vonHoraz benutzt wurden und mehrmals auch Anlehnung an Fabeln erscheint.Wahrscheinlich ist das Gedicht für Schüler geschrieben.

Zeugnisse: 1, 91 = Ovid. Am. 3, 4, 17. 3, 71 = Hör. Sat. 1, 5, 30. 3, 79 AP. 139. 4, 61= Hör. Sat. 2, 3, 247. 249. 5, 46 die Umbildung von Hör. Ep. 1, 2, 40 Dimidium facti quibene coepit habet. 6, 9 = Hör. Sat. 1, 3, 37. 1,101 = Juv. 3, 30. 1,103 vgl. Dist. Catonis1, 27, 2. 2, 34 = Maximiani el. 1, 222. Auf die Fabel von der im Busen erwärmten Schlangegeht 1, 77 f. zurück, dagegen 5,1120 auf die Fabeln vom Esel in der Löwenhaut und vomaufgeblasenen Frosch. Auf das Schach bezieht sich 3, 39 Sic inter scacos alphinus 2 inutüisexstal. Uebrigens nennt sich Alan selbst 4,75 Sed tarnen insanum prohibere nequimus Alanum,Quin dubio caecos ducere calle velit.

Ueberlieferung. Die Parabolae werden in alten Katalogen Proverbia (Bordesholm undAltzelle) oder Distigium vel doctrinale (Amplonius) und in Wien De probleumatibus ge-nannt. Hss. Mus. Brit. Reg. 15. A. 31 s. XIII Monac. 19607 s. XIV/XV f. 321; Vindob.3114 s. XV f. 186; Wratisl. IV Q 126 u. a. Ausgaben von Leyser, Hist. poemat. et poet.med. aevip. 10641091. Migne 210, 581 ff.

d) De regulis s. theologiae. Das Werk, das auch als Maximae (oder

auch als Paradoxae) s. theologiae bezeichnet wird, stellt 125 Grundsätze

der Theologie in drei Büchern 3 zusammen. Die ersten 62 beschäftigen sich

mit der Lehre von Gott, die nächsten 53 handeln von den sittlichen Aufgaben

des Menschen und der Rest behandelt philosophische Fragen. Die Schrift

verrät einen selbständig denkenden Geist und neigt bei vielen eigentümlichen

Gedanken stark zum Piatonismus; in der Einleitung spricht der Verfasser

über die Grundsätze der andern Wissenschaften, wobei Boetius de hebdo-

madibus angeführt wird. 4 Überhaupt stützt sich Alan hier mehrfach auf die

christlichen Schriften des Boethius, er zitiert aber auch Hilarius De tri-

nitate und Claudianus de anima, 5 außerdem Martianus Capeila. In der

Ueberlieferung wird die Schrift am Ende mehrfach nicht unwesentlich

erweitert.

Zeugnisse. Boethius De trinitate (3) wird Reg. 2 col. 623 C angeführt, während Reg. 36col. 638B zitiert wird Boetius de duplici natura et una persona Jesu Christi (Contra Euty-chen et Nestorium). Reg. 67 col. 654 A erscheint Hilarius und Reg. 21 col. 631B ClaudiusClaudianus in libro de anima, Reg. 7 col. 627 B Martianus Capella. Ueber französische Wortevgl. oben. Ueberlieferung. In alten Katalogen wird das Werk bei Johann von Kirchdorf,bei Amplonius und in der Karthause Salvatorberg genannt. Der Titel Maximae findetsich auch sonst, vgl. Baeumker, Ein Traktat gegen die Amalricianer, Paderborn 1893S.54, 3 Hinc Alanus in Maximis theologiae. Die Schrift steht im Paris. 5504 f.18, 14591f.101,16297 f. 173, 16084 f.178, Nouv. acq. 335. Trec. 789. Turon. 247. Brug. 97. Sangall.770. Oxon. Corp. Chri. Coli. 41, Merton Coli. 267. Liliocamp. 144 f. 102. Ausgabe beiMigne 210, 621. Vgl. Baeumker, Philos. Jahrb. d. Görresgesellschaft 6, 419422.

1 1, 29 (Migne 210, 581) Non leviter corio 4 Migne 210, 622 A. Es ist die Schrift

canis abstrahetur ab uncto vgl. mit J. Wer- Quomodo substantiae bonae sint, Peiper

ner, Lat. Sprichwörter u. Sinnsprüche p. 168 ff. Alan sagt col. 622 A Unde Boetius

S.56 N 119. 3, 83 = S. 5 A 120 (aus Claud. inscripsit librum de hebdomadibus.

in Butr. 1,108). 6 Der Verfasser heißt hier fälschlich Clau-

2 Frz. le fol, ital. alfino. Ein weiteres un- dius Claudianus (nach dem Dichter Clau-gebräuchliches Wort ist 5, 26 lotrix. dian).

3 So in der Hs. von Lilienfeld 144.

H.d.A. 1X2,3 51