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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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796
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796 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Kommentar zu den Parabolae) bei Haureau p. 2. Zur Muttersprache vgl. Regula 25(Migne 210, 633B) omnipotens quod melius in Gallico exprimi potest li tut pussantund Reg. 50 col. 642 D ut sie exponatur Gallice: Deltas est pater id. est lipere. Zu Mont-pellier vgl. den Scholiasten Radulfus de Longo Campo zum Anticlaudian im Paris. 8083f. 1 (Haureau p. 11 und Not. et extr. 1, 325) und die Stelle aus Stephan von Bourbon(daselbst p. 11) cum magister Alanus legeret apud Montem Pessulanum. Widmung voncontra haereticos (Migne 210, 305A) Amantissimo domino suo Wülelmo . . . Montis-pessulani prineipi. Widmung von De poenitentia (aus Paris. Arsenal 400 gedruckt beiHaureau p. 10) Henrico dei gratia Bituricensi patriarchae Aquitanorum primati Alanusdictus magister, vom Liber in distinetionibus dictionum (Migne 210, 685A) patri etdomino Hermengaldo dei gratia s. Aegidii abbali Alanus dictus magister. Zu den späterenBenennungen erst magnus, 1 dann doctor universalis 2 vgl. M. Baumgartner, DiePhilosophie des Alanus ab Insulis S. 2 n. 2. 3.

Alan zeichnete sich in der Poesie und Prosa gleichmäßig aus, besondersweil er es verstand, die philosophischen Studien für seine Schriftstellereinutzbar zu machen. Für ihn hatte Bernardus Silvestris nicht umsonst ge-dichtet, dessen Werk über die Weltschöpfung auf ihn starken Eindruckgemacht haben muß. Nur daß dabei die allegorische Darstellungsweise einesMartianus Capeila für ihn tonangebend wurde.

a) De planctu naturae. Das Werk, das wie Boethius'Tröstung derPhilosophie und wie die Weltschöpfung Bernhards abwechselnd aus poeti-schen und prosaischen Stücken besteht und in der Poesie die verschieden-artigsten Versmaße gebraucht, ist als ein Traum gedacht und beginnt mitden trüben Gedanken des Dichters über die sodomitischen Vergehen derMenschen. Während er darüber nachdenkt, erscheint ihm ein herrlichesWeib, deren Äußeres er mit den üblichen Phrasen beschreibt. 3 Es ist dieNatur, ausgestattet mit den Sinnbildern und Merkzeichen der Welt; siefährt auf gläsernem, mit Pfauen bespanntem Wagen einher und verbreitetsolche Freude, daß sogar Juno wieder von Liebe zu Jupiter ergriffen wurdeund Thetis einen zweiten Achill empfangen wollte. Die Natur nähert sichdem Dichter und gibt sich zu erkennen, erläutert ihm die Herrschaft Gottesund stellt den Gegensatz von Gottheit und Schöpfung im Sinne mittelalter-licher Philosophie in lehrhafter Weise dar. Der Dichter fragt sie nach derUrsache ihrer Tränen. Sie beklagt, daß der Mensch von allen Geschöpfenihr allein widerstrebe, und bringt eine Menge von Beispielen ungeordneterLiebe. Dann weiht sie ihn in ihr Verhältnis zu Venus und Cupido ein, dasfreilich von den Menschen verkehrt worden sei, 4 beklagt den Verfall derSitte und schildert auf den Wunsch des Dichters die Laster der Unmäßig-keit, der Habsucht, des Hochmutes und des Neides, dessen Wesen hier wiealles übrige, in aenigmatischer Form und auf den denkbar größten rhetori-schen Umwegen beschrieben wird. 5 Und während die Natur dem Dichterdie Mittel, sich gegen die Schmeichelei zu schützen, angibt, erscheint derHymenäus, darauf die Keuschheit, Mäßigkeit, Freigebigkeit und Demut.

1 Bei Robert Holcot im Liber sapien- Menü expolita planities. . . Mamillarumtiae 10 lect. 128. vero pomula . . . maturitatem spondeba.nl ...

2 Bei Joh. Trithemius (Catal. ill. vir. Germ. Cetera vero que ihalamus secretior absentabat,f. 26 a), und Hartmann Schedel in dem meliora fides esse loquebatur.Chronicon. 4 Daselbst p. 480 Venus... coepit cum Anti-

3 Vgl. Th. Wright, The Anglo-latin sa- gamo coneubinarie fornicari.

tirical poets etc. 2, 432 Labia modico tu- 6 Zum Stil vgl. p.496 Hec est hospes quimore surgentia . . . Dentes . . . eboris faciem apud suum hospitem in hospilio hospitatusexemplabant. Genarum ignis purpureus . . . qui hospitis labefaetat hospitium.