790 Vierter Abschnitt. Die Dichtung
f) Corrogaciones Promethei. Dies Werk mit dem schwer verständ-lichen Titel besteht aus zwei Teilen, einem rein grammatischen und einemlexikalisch biblischen, der durch die Worte Post hec de singulis bibliothecealiquas dictiones proferre übet in medium eingeleitet wird und mehrfachgesonderte Überlieferung besitzt, so daß wir das ganze oder geteilte Werkunter verschiedenen Aufschriften kennen, die so voneinander abweichendaß es einmal De accentibus (dies ist der letzte Abschnitt des ersten Teils)ein andermal Summa, dann wieder De orthographia (der vorletzte Abschnittdes ersten Teils) heißt und einmal sogar nach seinem Anfangswort,Ferrum'benannt wird; die meisten Überschriften haben jedoch den oben gegebenenTitel. Dieser wird durch P. Meyer, dem wir überhaupt erst genauere Kennt-nis der Schrift verdanken, 1 vielleicht mit Recht erklärt als ,travaux d'unkomme condamne ä V 'oisivete 1 , 2 während der Scholiast der HandschriftEvreux 72 s. XIII den falsch gegebenen Titel Correctiones Promothei mit,congregationes sapientis sive prudentis 1 erläutert, nachdem er ein Stückaus Fulgentius (Mitol. 2, 6 p. 45, 8—20 Helm) abgeschrieben hat. Auchdas im Paris. 11867 f. 216a überlieferte Gedicht 3 Metrice Corrogationes NoviPromothei trägt zur Lösung der Frage kaum etwas bei, da dies Gedichteinen von den in Prosa geschriebenen Corrogaciones völlig verschiedenen,nämlich ins moralische Gebiet gehenden und mehr mit Laus divine sapiencievergleichbaren Inhalt besitzt, wie M. Esposito nachgewiesen hat. 4
Der erste, grammatische Teil der Corrogaciones ist seinem Stoffe nachganz aus Donat und Priscian genommen und neben Donat ist die Erklärungdes Remigius zur Ars maior benutzt. Für Worterklärungen wird auch Papiasverwendet, außerdem erscheinen Macrobius und Fulgentius. Danebenwird Martial, Claudian und Arator angeführt und aus der neueren Poesiedas Epigramma de Goliardo et episcopo, das hier dem Hildebert von LeMans in den Mund gelegt wird, sowie je ein Vers aus den Gedichten des HugoPrimas, aus dem Grecismus Eberhards und aus der Orthographia desLuxorius.
Der zweite Teil bezieht sich auf die Bibel, deren schwierige Worte er zuerläutern sucht, und zwar hat Alexander nicht nur eine Anzahl Handschrif-ten der Bibel, einige korrekte Vulgatakodizes eingeschlossen, sondern auchdie hebräische Überlieferung selbst benutzt, wie er das schon anderwärtsgetan hatte. Jedenfalls ist sein sprachliches Interesse groß, denn er gibt zurUnterstützung des Verständnisses an sehr vielen Orten die französischeÜbersetzung von einzelnen Worten 8 und an einer Stelle läßt er sich sogarzu einer Art Sprachvergleichung herbei. Wichtig ist seine Erklärung zuJesai. 3, 18, wo er sagt, daß Theoderich von Chartres (Terricus) eine Ari-stotelesstelle falsch gelesen habe, bevor jene Schrift des Aristoteles (Sophisticielenchi) in die Hände des Adam de Parvo ponte gelangt sei {plunule statt
1 Not. et extr. 35, 2, 641—682. enthalt in Frankreich zusammen; vielleicht
2 A. a. 0. p. 650—653. ist das Werk noch in Frankreich geschne-
3 Hrsg. von M. Esposito, Engl. hist. ben. Vgl. auch die Glosse zu Psal. 18,4 beiRev. 30, 457 ff. P. Meyer p. 680, wo man eigentlich nach
4 Vgl. die Noten zur Ausgabe a.a.O. Alexanders Abstammung lingua AnglorumS. 457 ff. statt, Francorum erwartet.
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Das hängt jedenfalls mit seinem Auf-