Druckschrift 
3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
Seite
788
Einzelbild herunterladen
 

788 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Bücher und ein Nachwort. 1 Das Werk selbst ist in Distichen geschriebenderen es 3103 zählt, und beginnt mit der Trinität und ihrem Walten undpreist die Vernunft der Gottheit. Darauf wendet sich der Verfasser zumHimmel, zählt die Sterne und Sternbilder auf 2 und geht zu den Planetenihren Beziehungen und Bewegungen über. Dieses erste Buch enthält einenAbriß der antiken Sternkunde, und zwar viel ausführlicher als bei BernardusSilvestris de mundi univ. 3, 31140. Das zweite behandelt die Winde unddie Luft und, vom Chamäleon, 3 als mit der Luft zufrieden, ausgehend, dieVögel, von denen aber mehr als in De naturis rerum angeführt werden; denSchluß bildet der Zaunkönig. Das dritte Buch handelt über das Meer unddessen Erregung, über Gewitter, wunderbare Quellen, über Ströme und Flüsseund über die Fische als Wasserbewohner. Dann geht der Verfasser auf dieStröme Europas ein, von denen er die französischen, besonders die Rhone,sehr ausführlich schildert; über die englischen Flüsse kommt er zu denenIrlands, Spaniens, Griechenlands und des Orients. Einen mehr physikali-schen Eindruck macht das vierte Buch. Hier werden zunächst die Elementemiteinander verglichen, dann über die Natur der Winde und Niederschlägegehandelt, das Gewicht der Dinge, wunderbare Erscheinungen an feuchtenKörpern und die Schwerkraft erörtert und endlich über die Natur des Feuersund der Luft und über ihre Einflüsse auf die Dinge gehandelt. Man sieht hierdeutlich, daß Alexander bestrebt ist, mit Hilfe antiker Gelehrsamkeit demwirklichen Wissen nachzugehen. Der Geographie ist das fünfte Buch ge-widmet. Es handelt über die Erde und ihre Gestalt, von ihren drei Teilenkommt aber eigentlich nur Europa zur Darstellung. Zuerst wird über Romgesprochen, seine großen Geister aufgezählt und die Eroberungen Roms aufdem Erdkreise genannt, Vs. 289322 wird sogar ein antikes Kunstwerkgeschildert. 4 Dann tritt Alexander persönlich heftig gegen Rom auf (vgl.S.785). Hierauf werden andre italienische Städte gepriesen, dann Pannonienberührt und nach Aquitanien übergegangen. Hoch gelobt werden die StädteSüdfrankreichs wegen ihrer Heiligen, Paris wegen seiner Logik, Le Manswegen Hildeberts, Poitiers wegen Gilbertus Porretanus. Weniger bedeutendsind dem Verfasser die Städte Englands oder gar Spaniens, wo nur Cordovaerwähnt wird. Den Schluß machen Palästina und Kreta, und ganz fehltalso Deutschland sowie der gesamte Norden und Osten Europas.

Im sechsten Buche begibt sich Alexander zu den inneren Schätzen derErde. Er berichtet von Gold, Silber und Eisen und zählt dann 48 Edelsteineauf, deren medizinische und mystische Eigenschaften hervorgehoben wer-den. Insofern erinnert das Buch an Marbods Liber de gemmis, dessen Reihen-folge auch hier oft innegehalten wird, doch sind die Angaben viel kürzerals bei Marbod. Das siebente Buch ist den Pflanzen gewidmet mit starkerBetonung ihres medizinischen Nutzens. Es sind im ganzen 66 Pflanzen,über die der Verfasser spricht, also nur einige weniger als bei Odo von

1 Erhalten haben sich diese poetischen Vergil zu sprechen.

Supplemente im Paris.11867 s. XIII f. 218b 3 2,120 Incessuque pigro Birria semper ent

231b (zusammen mit andern Gedichten (aus der Komödie als typisch genommen).

Alexanders). Auf sie machte aufmerksam 4 Und zwar mit einiger Uebereinstimmung

M. Esposito, Engl. hist. Review 30, 460. mit Gregorius De mirabilibus urbis Romae.

2 Bei den Vergiliae kommt er 1, 398 auf