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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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782
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782 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Schilderung von den Sitten seiner Zeit zu geben, die als gänzlich verderbthingestellt werden. Dabei kommt es zuerst zu einem gewaltigen Ausfallgegen das Weib und die Liebe, wobei sogar der alte Lucilius als Palliativgelten muß. Der Ausfall setzt sich fort gegen Habsucht und Üppigkeit einThema, das in der geistlichen Poesie zwar unerschöpflich ist, sich aberebenso gegen Welt- und Klosterklerus richten könnte. Das dritte Buchwendet sich erst gegen Unglauben und Zauberei und Sodomie. Dann werdenheftige Vorwürfe gegen die verweltlichte Geistlichkeit geschleudert dieSidomie gegeißelt, die päpstliche Herrschsucht und Geldgier geschildert undder Niedergang Roms dargestellt. 1 Am Schlüsse fordert der Dichter denLeser auf, mit ihm Gott um die Besserung der Welt zu bitten. Dieses ge-waltige Gedicht von mindestens 3000 Versen ist aber im ganzen wenig les-bar. Denn es ergeht sich meist in allgemeinen Gedanken und gibt nur seltenzusammenhängende Bilder aus dem Leben. Ist das aber wirklich der Falldann tritt die Form hindernd dazwischen, denn die Verspaare mit ihrem ge-künstelten Innenbau bieten zu wirklichen Erzählungen epischer Naturkeine rechte Möglichkeit: alles löst sich mehr oder minder in kleine Ge-dankengruppen auf. Natürlich spielt neben der Bibel das Altertum darineine große Rolle, wie etwa Buch 1 p. 36ff. oder 2 p. 55, oder 2 p.68, woder Dichter die Satiriker des Altertums aufzählt und fragt, was sie wohlzum Leben der Jetztzeit 2 sagen würden; der dort erwähnte Juvenal wirdauch mehrfach benutzt. 3 Aber in früheren Zeiten hat das Gedicht Eindruckgemacht, wie der kurze Gontemptus mundi erweist, der von Hugo vonTrimberg neben dem großen Gontemptus als Werk Bernhards von Clairvauxaufgeführt wird 4 und von Bernhard von Morias abhängig ist; und dieseskleinere Gedicht von etwa 380 Versen 5 ist auch der deutschen Übertragungteilhaftig geworden.

Zeugnisse. Hugo von Trimberg erwähnt Registr. mult. auct. Vs. 489 (ed. Huemer,Wiener SB. 116, 174) unter dem hl. Bernhard Qui docte composuit maiorem et minoremMundi contemptum indicans secularem dictatorem, wozu Vs. 497 f. der Anfang des großenund 499 des kleinen Gedichts mitgeteilt wird. Das Werk Bernhards wird erwähnts. XII ex. in Altenburg (Niederösterreich) zweimal, 1265 in Passau, 1412 bei Amplonius,in Alzey 1399 und s. XV in Canterbury St. Augustin (= Oxon. Bodl. Douce 89 s. XIII).Ueberlieferung im Monac. 13101 s. XII. XIII f. 195; 12513 a. 1240 f. 36; Admunt.380 s. XII; Vindob. 3223 s. XV f. 248. Vatic. reg. 370 p. 214; St. Omer 115 s. XIII;Douai 813 s. XII. Oxon. Bodl. Douce 89 s. XIII. Ausgabe von Th. Wright, The Anglo-latin satirical poets etc. 2, 3102.

b) De vanitate mundi. Dieses kürzere, schon oben erwähnte Gedichthat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Contemptus, die nicht nur durch denStoff allerdings in anderer Anordnung, sondern auch durch die Formbedingt wird. Es richtet sich an einen Knaben, jedenfalls noch Schüler,und zwar an den jüngeren Bruder des Dichters; in einzelnen Handschriftenwird er in Vs. 1 Rainald genannt, da aber die meisten an dieser Stelledilecte" haben, so ist der Name entschieden zweifelhaft. Schröder

1 Vgl. bei Wright p. 97 Vs. 12 Roma p.60 Rarior haec avis und p.66 en Cato ter-fuisti, 16 Roma peristi, 17 Roma ruisti. tius aethere missus.

2 2 p. 71 findet sich Dum dabit Anglia lac, 4 Vgl. hierzu H aureau, Les Poemes attri-ebur India, Smyrna cicadam, Per fora per bues a Saint Bernard S. 124.

iuga curret agens lucra plurimus Adam. 5 Im Druck von Edw. Schröder zahlt

3 2 p. 57 nil stat ab inguine nunc bene lutum. es 373 Verse.