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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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778 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

b. Mariae viriginis und einen Planctus b. Mariae virginis mit Noten. Auchhat sich eine kleine Sammlung von Briefen von ihm und seinen Korrespon-denten erhalten. Von allgemeinerem Interesse aber ist ein Gedicht das ihnin seinen theologischen und philosophischen Studien zeigt.

Föns philosophie. Das Gedicht ist zum Ruhm und Preis der Theologieund Philosophie verfaßt, indem es diese beiden Wissenschaften als Kroneund den Endzweck menschlicher geistiger Tätigkeit hinstellt. Die Einklei-dung des Stoffes erfolgt in allegorischer Form. Der Dichter erwacht ausdem Schlafe, empfindet Durst und gewahrt eine reizende Gegend, woherer das Plätschern von tausend Quellen vernimmt. An der Quelle der Mechanikangelangt, gebietet ihm der ihn führende Geist weiterzugehen. Auf der Spitzeeines Berges findet er eine Quelle mit gutem Wasser, das aber dem einenwie Nektar, dem anderen wie Essig schmeckt, und die Quelle selbst be-sitzt zwei Wasseradern, eine silbern, die andere goldig. Es ist der Fluß desTriviums, aus dem ganze Scharen trinken. An dem einen Ufer thront Donatmit Priscian und Apollonius (Dyscolus), am zweiten Aristoteles, der denfür die Toren gefährlichen Trank der Dialektik austeilt. Ihm gegenüber sitztPlato mit der Himmelskugel in der Hand, die ziemlich genau beschriebenwird (Str. 5054). Daran knüpft sich eine kurze Darstellung von PiatosLehre mit den Unterschieden von Aristoteles, 1 und dem Streit darüber hörtBoethius zu, der zu den Werken beider große philosophische Erklärungengibt. Auch Makrobius und Martianus sind zugegen, und der Kampf zwischenNominalisten und Realisten beginnt; Gilbertus Porretanus, 2 Alberich vonParis 3 und Robert von Melun sowie Adam de Parvo ponte werden unterDecknamen kurz charakterisiert. Dem Strome der Rhetorik steht Tulliusvor, zu ihm gesellt sich Hermagoras. Dann wird der Strom des Quadriviumsmit deutlichen Herübernahmen aus Martian geschildert. An der Quelle derPraktika sitzen Sokrates 4 und Seneca, Fürsten der Kirche und Landesherren.Nachdem der Dichter aus den Flüssen des Triviums und Quadriviums ge-trunken hat, gelangt er zu den Wässern der Physik, 5 dann zum Strome dertheologischen Weisheit, von wo er nun nicht mehr fortgehen will, da er derenWasser für das beste hält; sie ist von vierfachem Wesen, historisch, alle-gorisch, tropologisch und analogisch. Bei der Theologie findet er die Ge-wässer der Praktika wieder. An den beiden Ufern der Theologie aber liegtJerusalem, das aus den kostbarsten Steinen gebaut ist. Indem der Dichterdie Bewohner dieser Stadt, ihr Leben und ihre Sitten schildert, gibt er zuersteinen Auszug aus dem Alten Testament über die Religion der Juden. Aufdem einen Ufer präsidiert Moses, indem er fünf Krüge hält, die er an derQuelle auf dem Berggipfel gefüllt hat. Dann finden sich Josua, die Richter,Könige, Hohepriester, Propheten, Job und Esdras. Gegenüber, beim NeuenTestamente ist nichts von Opfer und kein Blut zu sehen, sondern Schön-heit und Heiligkeit herrscht hier, und der Dichter gibt in kurzem den

1 58,4 Et lis est sub iudice nach Hor.A.P.78. credam.

2 66,1 Porri condimenta. B Hier heißt es Str. 115,1 Homo micro-8 67,1 Alitersedpariter errat Albricanus. cosmus est idem minor mundus; 116, 3 Ion-4 Str. 102, 3 Socrates moralium summus gior ars est et inventum, Vita brevis faliax

preceptorum 103, 3 Seneca Lucilio commen- est et experimentum mit Benutzung von nip-davit quedam, Que vix evangelio postponenda pocr. Aphorism. 1.