B.Didaktik 779
Unterschied vom Alten und Neuen Bunde; hier erhebt er sich meist zuwirklich dichterischer Anschauung. Sodann folgt eine knappe Darstellungüher die Verfasser der Schriften des Neuen Testaments. Auf der Brückesitzen nun Gregor, Ambrosius, Hieronymus und Augustin, dessen WerkeStrophe 178—188 berührt werden. 1 Und dorthin zu Augustin führt ihn dergeleitende Geist, und zu den Füßen des großen Lehrers vernimmt er dessenGedanken, besonders die Lehre von der Trinität und von der Erbsünde.Und damit diese Lehren nicht verborgen bleiben, wolle er sie hier aufzeichnen.Hiermit endet der Abdruck des Gedichts bei Charma (209 Strophen), deraber anscheinend nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen ist.
Zeugnisse. Die Zuweisung des Gedichts an Godefrid von Breteuil beruht auf derNotiz im Paris. S. Vict. 912 f. lb Liber dictus fons philosophie editus a Godefrido quodamsubpriore s. Vicloris Parisiensis und der Identifizierung desselben mit dem Schreiberder Briefe bei Martine et Durand, Thes. nov. anecd. 1,494 ff. durch Oudin, DeScript, eccl. antiquis 2, 1566 f.; dort ist die Aufschrift im 14. Brief (col. 507) fraler G.comomento de Britolio, und der Schreiber erweist sich in N. 9 col. 503 und 12 col. 504als G. s. Barbarae dictus subprior. Zum Leben Godefrids vgl. Oudin col. 1566 ff. undM. A. Charma, Fons philosophie (Caen 1868) p. 15—19. Eng sind seine Beziehungenzu Johannes Abt von Baugerais, dem er Ep. 7 col. 502 über die Bibliothek von Caenschreibt. 2 An einen Freund Petrus schreibt er Ep. 13 col. 506 non petimus nos autlascivire cum Sidonio, aut vernare cum Hortensio aut involvere cum Martiano. Vor allemscheint er ein Freund der Poesie gewesen zu sein, denn am Ende fast aller 52 Briefe,die man zu St. Lyre von ihm gesammelt hatte, findet sich ein kurzes Gedicht, zu dessenWortlaut vielfach Stellen aus Vergils Eklogen verwendet wurden. So Ep. 13 col. 506Ecl. 5, 32 ff.; 29 col. 522 Ecl. 1, 59. 63; 34 col. 535 Ecl. 1, 50; 43 col. 544 Ecl. 5, 16 f.Aber auch andere Dichter nehmen daran teil, so Ep. 35 col. 535 Hör. Ep. 2, 2, 55 undOvid Fast. 6, 771 f.; Ep. 51 col. 552 Hör. Sat. 1, 3, 1 ff.; 38 col. 538 Claudian 3, 21 ff.und 28 col. 521 Maximiani El. 1, 53 f., sowie Ep. 34 col. 532 ff. 13 Distichen aus Hilde-berts Gedicht De officio missae angeführt werden. Zu erwähnen ist außerdem, daßGodefrid in Ep. 43 col. 545 dem Prior Hugo von Seez meldet, daß er eine von diesembegonnene Biographie beati W. fortzusetzen ablehne. 3 ■— Der Microcosmus steht imParis. 14515 (s. Vict. 738), 14881 (s. Vict. 913), 15154 (s. Vict. 912), s. Oudin a.a.O.col. 1567, Charma p. 15. Neunzehn Sermones fanden sich einst im Paris, s. Vict. 912,sind aber dort verschwunden, und 20 stehen in Paris, Mazar. 1002; sonst Bibl. nat.14515. 14881. Die Schrift De videndo deo ist nur aus Brief 26 bekannt, wo sich derehemalige Prior Roger von St. Abraham mit vollem Lob darüber ausspricht, s. Marteneet Durand, Thes. nov. anecd. 1, 518 Grata nostris auribus inseris dum ea quae devidendo deo diserte disseris, augustinaliter asseris etc. Zur Vita b. Hamonis vgl. Ep. 28col. 520 Habetis carissimi memoriale b. Hamonis . . . cuius vita quam pia quam religiosaquam grata deo extiterit, scripta subnexa declarant. Das Preconium metricum diviAugustini 4 sowohl in Paris, Bibl. Mazarine Ms. 1002 wie im Paris, s. Vict. 912, am Schlußdort auch die Mariengedichte, s. Oudin col. 1568, Charma p. 14. — Der Fons philo-sophie steht im Paris. s.Vict. 912 = Paris, Bibl. Nat. 15154 f. 1—13; erhalten auch inParis, Bibl. Mazarine MS. 1002 (von Charma nicht benutzt!) mit einem Widmungs-briefe an Abt Stephan von Ste. Genevieve. Ausgabe von M. A. Charma, FonsPhilosophie. Poeme inedit du XII e siecle, Caen 1868; kleine Auszüge Hist. litt. 15,80—84. Vgl. M. Grabmann, Geschichte d. scholast. Methode 2, 319ff.
7. MILO DE MUNDI PHILOSOPHIA
In einer Handschrift von Tours des 12. Jahrhunderts findet sich ein Ge-dicht in zwei Büchern De mundi philosophia. Der Verfasser offenbart sicham Ende des Prologs, wo der letzte Vers heißt „Cuius habes nomen si ver-
'Vgl. Charma in der Ausgabe S. 72n.3; erhalten, vgl. Gottliei, Ueber mittelalt.
derselbe hat S. llff. einen kurzen Auszug Bibl. S.326 unter Savigny.
Tn-Sr Inhalt des Gedichts gegeben. 3 Zu den Briefen vgl. Hist. litt. 15, 73—78.
Bibliothecam optimam de qua iam pridem * Beginnt nach Oudin col. 1568 Augu-
scnpsi^ vobis. . . apud Cadomum invenire stini gloriae meritis praeclarae Laudes quan-
potentis. Ein altes Verzeichnis hat sich nicht tum dabitur rithmo cumulare.