G. Biographie. Hagiographie. Geographie 637
habe. Bei der Sittenschilderung von Rom werden manche Gedichte einge-legt so 15 P- 291 das Gedicht des Hugo Primas in sechs HexameternLucius est piscis, p. 292, ein Teil des scharfen Gedichts Utar contra vitia(32 Verse), p. 293 Strophe 11 und 12 aus der Beichte des Archipoeten 1 undMarbod De ornamentis verborum 9, 1 f. 2 Dann kommt er auf den Hochmutder Bischöfe, stellt die gottlose Art mancher Priester an den Pranger, wiesie das Abendmahl nehmen, und geißelt weitere Vergehen des Klerus gegen-über dem kirchlichen Kultus. Gegen Ende nimmt er aber die Bischöfewieder in Schutz, da sie sich meist in recht schwieriger Lage befänden,namentlich wenn sie unter Tyrannen gestellt seien. 4, 25 p. 318 hebt ervier Verse Hildeberts aus De mysterio missae 169—172 aus und in Kap. 33p. 340f. ist De invectionibus 23 (1, 151 f.) wiederholt.
Zeugnisse. Die Zeit des Werkes ergibt sich als nach 1216 Dist. 4, 32 p. 337 nostrishis ultimis diebus in papali cathedra Innocente tertio sedente. Das Gedicht des Primas beiDelisle, Bibl. de Fee. des chartes 31, 305. Das Gedicht Utar contra vitia ist Carm.Bur.42 p.76 H., auch in den Walter Map beigelegten Gedichten (ed.Wright) N. 4 p. 36 ff.;Girald führt Strophe 4. 5. 7. 8. 13—16 an mit verschiedenen Abweichungen vom Druck.Ueberlieferung im Mus. Brit. Cotton. Tiber. B. XIII. Ausgabe von J. S. Brewer,Giraldi Cambr. opera 4, 3—354. — Sonst führt Girald als seine Schriften an 3 ein Spe-culum duorum commonitorium et consolatorium, eine Mappa Kambriae und einenLiber de fidei fruetu fideique defectu. — Vgl. Raby, A hist. of Christian-latin poetryp. 338 f.
26. RADULFUS DE DICETO
Radulf ist anscheinend zwischen 1120 und 1130 geboren. Ob er französi-scher oder englischer Abkunft war, ist ebenso ungewiß wie die Gleich-stellung von Dicetum mit dem Orte Diss in Norfolk. Als junger Mann hielter sich studienhalber in Paris auf, wo er mit Arnulf von Lisieux Freund-schaft schloß 4 und wohl den Hugo von St. Viktor hörte. Später wurde erdurch Bischof Richard IL von London zum Archidiakonus von dessenKirche ernannt, und er spielte nun keine unwichtige Rolle in dem StreiteThomas Beckets mit Heinrich IL, 5 wie er auch sonst in seinem Amte einerege Tätigkeit entwickelte. 6 Im Jahre 1180 wurde er Dekan von St. Paulin London, und wahrscheinlich ist er am 22. November 1202 gestorben. 7Er hat zwei größere Geschichtswerke verfaßt, die Abbreviationes chroni-corum und die Ymagines historiarum.
a) Abbreviationes chronicorum. Dieses Werk ist eine große Kompi-lation von einzelnen Stücken aus einer Menge von antiken und mittelalter-lichen Schriftstellern, die oft ohne jede Verbindung aneinandergereihtwerden, gerichtet an Erzbischof Johann von Lyon; der Brief an Johannund dessen Antwortschreiben eröffnen das Werk. Es folgt ein Provinzen-verzeichnis, ein Abschnitt De mirabilibus Britanniae, eine Angabe über dieErzbischöfe von Canterbury, ein Abschnitt De viris illustribus quo tempore
1 Vgl. meine Ausgabe 2 N. III S. 25. divi te causa studiorum Parisios advenisse,
Ein selbstgefertigtes Gedicht — auch audivi et laetatus sum.
Opera ed. Brewer 1, 354f. N. V — zitiert 5 Radulfi de Diceto Opera ed. Stubbs 1
erp. 304 [metricisapientis cuiusdam versus). XLIff.
Im Catalogus brevior, Opera ed. Brewer 6 Stubbs p. XLIXff.
V 22f - ' Vgl. Stubbs p. LXXXIII.Arnulfi Lexov. Ep. 16 (Migne 201) Au-