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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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634 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

Witzworte aus Macrobius Saturn 3, 3 und 3, 2 anzubringen. Auch rühmter ihre Freiheit in der öffentlichen Rede und spricht über ihre Prophetenwobei er einen Exkurs über antike Propheten macht und ein Zitat aus Gel-lius (1. 16 p. 196 Noct. Att. 15, 18, 13) gibt. Das zweite, das sich Liberillaudabilium nennt, handelt zunächst von den Fehlern und angeborenenUntugenden des kambrischen Stammes, wobei sich Girald mehrfach aufGildas beruft und die wallisische Sage über ihn benutzt. Dann spricht erüber den Mangel an Mut im Kriege und über andere Schwächen des Volkesund gibt an, wie Kambria zu erobern und zu beherrschen sei, aber auchwie es Widerstand leisten und rebellieren könne.

Zeugnisse. Widmung Praef. p. 155 ... Kambriae nostrae descriptionem gentisquenaluram . . . hoc opusculo declarare tibique, vir inclite Stephane . . . sicut Itinerariumolim . . . destinare disposui. (p.158) donec cum libello de principis instructione toties pro-misso Kambriae, quam prae manibus habemus descriptio et Britannica topographia inpublicam notitiam emanaverint. Prae aliis itaque Britanniae scriptoribus solus mihi Gildas. . . imitabilis esse videtur . . . Gildain itaque Giraldus sequitur. Zu Caesar 1, 11 p. 185sicut ex libro de gestis lulii Caesaris ab ipso conscripto perpendi potest. Ubi et haec verbareperies: Britonum gens omni parte corporis abrasa praeter superius labrum. . . . Referteliam Julius quod Britones temporibus Ulis Martio certamine congressuri facies suas vitrmquodam unguento liniebant; unde et easdem tarn luridas habebant et perlucidas ut vix ineorum vultus praesertim sole repercusso hostes aciem intendere valuissent. 2 In 2, 8 ver-spricht Girald in einer künftigen Topographie Britanniens weitere historische Auf-klärungen zu geben, p. 208, 16 Huius aulem contrarii solutionem deo duce vitaque comitein Britannica promittimus topographia. Zu Gildas vgl. 2, 2 p. 207 ff., besonders p. 209De Gilda vero, qui adeo in gentem suam acriter invehitur, dicunt Britones quod proplerfratrem suum, Albaniae principem, quem rex Arthurus occiderat offensus haec scripsit.Unde et libros egregios, quos de gestis Arthuri et gentis suae laudibus multos scripseral,audita fratris sui nece, omnes ut asserunt in mare proiecit. Von Anführungen sind zu er-wähnen 2,3 p. 210 Stat. Theb. 8, 398 f. und p. 211 Claud. in Eutrop. 2,116 ff.

Ueberlieferung. Die erste Ausgabe im Mus. Brit. Cotton Vitell. C. X s. XIV undNero D. VIII s. XIV, Reg. 13 C III s. XV, die zweite im Cotton Domit. A. 1 s. XIIIund im Reg. 13 B. 12 s. XVI. 3 Ausgabe von J.F. Dimcock, Giraldi opera 6,155227.

De principis instructione. Während seines langjährigen Aufent-haltes am englischen Hofe hatte Girald einen tiefen Einblick in die Ver-hältnisse der Königsfamilie tun können. Auch seine Stellung als Welt-geistlicher ermöglichte ihm eine nicht geringe Kenntnis der Welt. So hatteer durchaus Gelegenheit ein moralisierendes Werk über Fürstenbildung zuschreiben. Und lange Zeit hat er für sein Werk gesammelt, da er seit Jahr-zehnten darauf Bezug nimmt. In der ersten Vorrede 4 erörtert er den Miß-brauch der Gewalt bei weltlichen und geistlichen Fürsten und gibt danndie Disposition seines Werkes: Der erste Teil soll die Belehrung des Für-sten aus der christlichen und heidnischen Literatur bringen, der zweiteund dritte Teil Ratschläge für die Regierung geben. Er widme das Werkbesonders der Nachwelt und unter den Fürsten möge es Prinz Ludwig vonFrankreich, der Sohn Philipps IL August, in die Hände erhalten, da er einBegünstiger der Wissenschaften und zugleich ein freigebiger Herr sei.Im ersten Teil behandelt Girald in Kap. 115 die Tugenden, die der Fürsthaben müsse, dann zieht er einen Vergleich des Fürsten mit einem Tyrannen

1 Hier vergleicht er 1,15 p. 193 die Römer, weiterter Gestalt benutzt hat.Franzosen, Angeln, Sachsen, Germanen und 3 Über das Verhältnis beider Ausgaben zu-Briten, einander vgl. Dimcock, Opera 6, XXIXff.

2 Nach dem Wortlaut ist es fraglich, ob 4 Jeder der drei Teile hat seine eigne Vor-Girald den Caesar unmittelbar oder in er- rede.