G. Biographie. Hagiographie. Geographie 633
besessen hätten. Darauf setzt er die Geschichte der Reise fort, erzählt dieSage vom Tode Kaiser Heinrichs V. in Chester und schließt das Buchmit einer Charakteristik des Erzbischofs Baldwin. Übrigens spricht ersich im ersten Buche mehrfach sehr scharf gegen Heinrichs II. walisischePolitik aus und bezeugt dadurch auch hier seine Abkunft. Aus derExpugna-tio flicht er auch hier 1 einzelne Stücke ein und unterläßt nicht, keltischesSprachgut anzubringen (2, 7 p. 127), sogar vom Dänischen weiß er zureden (2, 7 p. 129). Jedenfalls weiß er interessant zu erzählen und dabeiseine ausgebreiteten Kenntnisse gut anzubringen.
Zeugnisse. Titel Stephano Cantuarensi archiepiscopo in odoporion Giraldi. Wid-mung p. 7 tibi vir inclite Stephano Card, archiep. . . . laborem nostrum per horridosKambriae fines non illaudabilem in duabus particulis scholastico stilo . . . destinare cu-ravi . . . p. 8 Quibus expletis deo duce vitaque comite libellum tibi de principis instructionepromitto. Zu Sueton 1, 7, 70 Unde et exemplum unum quod et Suetonius tangit in libro,qui de animantium naturis inscribitur, et Ambrosius 2 quoque in Exameron narrat, hieinterserere non superfluum reputavi. Zur Sprachvergleichung 1,8 p. 77 Hie autem mihinotabile videtur, quod in uno verbo tot linguas eonvenire non invenio sicut in isto. Haienim Graece, Haiein Britannice, Haiein similiter Hibernice, Halgein, g interposita, linguapraedieta. Item sal Latine . . . sei Gallice, mutatione a vocalis in e, a Latino; additione tliterae sah Anglice, sout Teulonice. Allerdings wird unmittelbar vorher die Aehnlichkeitdes Britannischen mit dem Keltischen auf echt mittelalterliche Weise erklärt.
Ueberlieferung. Die 1. Ausgabe steht in Mus. Brit. Reg. XIII BVIII und imOxon. Rawlinson B 188; die 2. 3 im Harlei. 359 s. XVI, die 3. 4 im Cotton Domit. Ass. XIII. Ausgabe von J. F. Dimcock, Giraldi opera 6,3—152.
Descriptio Kambriae. Eine weitere E/ucht der Reise in die wallisischeHeimat ist die Descriptio Kambriae, die ebenfalls in zwei Bücher zerfälltund zweimal vom Autor ausgegeben ist. Die zweite Ausgabe, StephanLangton gewidmet, betont in der Vorrede die nahe Widmung von De principisinstructione. 5 Außerdem sagt Girald hier, daß er Gildas nachahmen wolle,der eine mehr wahre als ausgeschmückte Geschichte seines Volkes geschrie-ben habe. In einer zweiten Vorrede, die sich ebenfalls an Stephan richtetund zum größten Teil der Expugnatio Hibernica entstammt, zitiert GiraldMartial 12, 6, llf. und Eleg. in Maecen. 1, 15f. (ed. Vollmer, App. Vergibp. 146). Im Beginn des Werkes spricht er von der Größe des Landes, vonseiner Einteilung, von seinen Fürsten, von der kirchlichen Gliederung,von den Flüssen und Bergen — ein großer Teil von 1, 5 p. 173 ff. ist ausdem Itinerarium genommen — und von den Sitten des Volkes, wo nament-lich die Einfachheit seiner Lebensweise und seine Gastlichkeit gerühmt wird.Manches aus dieser Sittenschilderung geht auf einen Brief zurück, den Hein-rich IL dem byzantinischen Kaiser Manuel auf dessen Fragen darüber ge-schrieben hatte, außerdem auf Caesar bell. Gall. 5, 14, 2 f. 6 Dann sprichter von den geistigen Eigenschaften des Volkes, wobei er ein keltisches Ge-dicht angelsächsisch wiedergibt und Anth. lat. 263 zitiert, sowie von derMusik und dem feinen Witz der Kelten, was ihm Gelegenheit gibt, mehrere
1 2,1 p. I07ff. aus Expugn. ed. Dimcock cock p. XlXff.P-286. s j m Anfang beginnt er mit Ille ego qui
Die aus Ambrosius folgende Erzählung quondam, also mit dem Eingang der der
ist beinahe wortgetreu entlehnt, was bei Gi- Aeneis vorangestellten vier Verse,rald selten genug ist. 6 Nur daß bei Girald das auf die Kambrier
Die Unterschiede mit der ersten s. bei bezogen wird, was Caesar von den Britan-
Dimcock, Opera 6, XII—XV. niern berichtet.
Unterschiede mit der zweiten s. beiDim-