Druckschrift 
3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
Seite
626
Einzelbild herunterladen
 

626 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

indische Tylos). Von Kap. 19 an erfährt der Leser 1 allerhand wunderbareDinge aus Irland in moderner Zeit, wie vom Gespräch eines Priesters miteinem Wolfe, von behaarten Frauen, von Halbmenschen, von sodomitischenVorkommnissen, von Raben u. a. Im dritten Teil wendet sich Girald zu denBewohnern Irlands und beginnt mit Caesara, dem angeblichen Enkel Noahs.Er erzählt die Besiedelung des Landes in völlig sagenhafter Weise und beziehtsich hier auf alte irische Geschichtsquellen. 2 Die Schilderung geht dann überzu den Sitten des Volkes, zu seinen Anlagen für die Musik und Kap. 1215erfolgt ein Exkurs über die Bedeutung und die Wirkungen der Musik 3 undüber ihre Erfinder. Dann spricht er über die Verbreitung des Christentumsunter den Iren und berichtet die Geschichte der Insel bis auf Heinrich II.von dem er c. 48 p. 191 erzählt, daß er Senecas Schrift De dementia ad Nero-nem stets zu Händen gehabt habe. Zum Schluß in c. 49 kommt er auf dievier Söhne des Königs und ihre verschiedenen Anlagen zu sprechen. DasWerk ist für die Geschichte Irlands wie Englands von hohem Interesse, dahier ein allseitig gebildeter Augenzeuge spricht; namentlich ist es kulturge-schichtlich von bedeutendem Werte, indem der zum Engländer gewordenekeltische Walliser vom keltischen Irland erzählt.

Zeugnisse. In der zweiten Vorrede (an den König) heißt es p. 20,10 coepi diligensscrutator eruere, quis terre silus, quae natura, quae gentis origo, qui mores, quoties a quibuset qualiter subacta sit et expugnata. Von Fischen erwähnt' Girald 1, 10 p. 33 salares,umbrae, glassani, cati und bricii als vorhanden, als fehlend 1,9 z. B. gardiones, gubiones,lochiae, capitones et verones. Von Tieren führt er noch auf 1, 25 Est et hie taxus, qui etmelota dicitur, animal mordax et immundum. Zu De flosculis philosophicis vgl. 2, 3p. 79 In libello tarnen quem de philosophicis flosculis metrice conscripsimus, dilueida brevi-täte sunt haec explanata. 2, 4 p. 81, 18 wird der Briefwechsel Alexanders mit Aristo-teles angeführt ubi de arbore solis dicitur, quia qui fruetu eius vescitur, sicut rex Ale-xander Aristoteli scribit, vitam extendit in immensum. Palladius wird erwähnt 2, 4 p. 86Quod autem Palladius de talibus refert et hie interserere dignum duxi. Est in Cappadociaitinere quod est inter Mazaca et Tuana lacus amplus etc. Das Werk ist in vier Ausgabenvorhanden.

Ueberlieferung. 1. Ausgabe Cantabr. Mm. 5. 30 s. XII. Harlei. 3724 s. XIII.

2. Ausgabe Cantabr. Corp. Chri. coli. 400 s. XIII. Oxon. Bodl. Rawlinson B. 483 s.XIII.

3. Ausgabe Mus. Br. Arundel 14 s. XIII. Oxon. Bodl. 511. Mus. Brit. Reg. 13 B VIIIs. XIIXIII mit Marginaleinträgen, die die 4. Ausgabe darstellen und mit dem Textein Cambr. Ff. 1.27 s. XIII XIV zu solcher verbunden sind. In alten Katalogen er-scheint das Werk in Lincoln (schon s. XII), Canterbury, 4 Glastonbury und Durham.Ausgaben von G. Camden, Anglica, Hibernica etc., Francof. 1603, p. 692754, undbesonders von J. F. Dimcock, Giraldi Cambrensis opera 5, 3204.

Ezpugnatio Hibernica. Im Introitus in recitationem einer Ein-führung, aus deren Benennung sich wohl ergibt, daß eine öffentliche Vor-lesung auch dieses Werkes beabsichtigt wurde meint Girald, er werdenun zur Vervollständigung seiner Topographia auch die Eroberung der Inseldarstellen, da er hier aus persönlicher Anschauung berichten könne. Er ent-gegne denen, die seine wunderbaren Erzählungen in der Topographie an-gegriffen hätten, daß solche Geschichten sich in vielen Büchern fänden,

1 In Kap. 18 p. 100 wird Galfred von Mon- 19, lf., aus Cassiodor Var. 2, 40 und Isid.mouth Hist. Brit. 8, 1012 benutzt. 3,15,1.

2 3, 2 p. 142,13 und 24 Hibernicae histo- i James, The anc. Libr. of Cant. and Do-riae. 8 p. 148 wird Galfred von Monmouth ver p. 294 N. 906 ist = Mus. Br. Reg. 13.B.3,12 benutzt. VIII.

3 Mit Zitaten aus Isidor Et. 3,17,13.