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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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G. Biographie. Hagiographie. Geographie 623

und nachdem derselbe Fall jetzt eingetreten war, verließ er den Hof undbegab sich nach Lincoln, um dort Theologie zu studieren. Er blieb hiersieben Jahre und verfaßte während dieser Zeit das Leben des Yorker Erz-bischofs Galfred und die Gemma ecclesiastica. Im Jahr 1198 wurde er vonneuem als Bischof von St. David's begehrt und im folgenden Jahre aucherwählt. Aber den Entscheid darüber mußte er sich in Rom holen. Nachkurzem Aufenthalt in Irland trat er dann 1200 seine Reise nach Rom an,wo er für die Rechte des heimischen Bistums kräftig eintrat und schließlichdurch Innocenz III. zu dessen Administrator ernannt wurde. Diese Rom-reise wiederholte sich zweimal in den nächsten Jahren, bis er endlich 1203vom Papste endgültigen Entscheid über seine Kirche erhielt. Die nächstenJahre waren in seiner Schriftstellerei sehr fruchtbar, er verfaßte die Descrip-tio Walliae, das Symbolum electorum, das Speculum duorum, die Invec-tiones, die Legenda s. Remigii und De rebus a se gestis. Nachdem er 1215das Bistum von neuem abgelehnt hatte, setzte er im Dialogus de iure Mene-vensis ecclesiae die Rechte der Kirche von St. David's gründlich ausein-ander und schrieb dann um 1220 De principis instructione, das Speculumecclesiae und veranstaltete eine zweite Ausgabe seines Dialogus. Nach einemsehr erfolgreichen Leben als Schriftsteller und Staatsmann starb er 1223.

Zeugnisse. Die wichtigste Quelle für sein Leben ist die Schrift De rebus a se gestis,ed. Brewer, Opera 1,19122. Aber auch die meisten anderen Werke liefern vielbiographischen Stoff, da Girald vielfach sehr persönlich schreibt, namentlich über dieVerhältnisse seiner wallisischen Heimat. Zum Geburtsjahr vgl. De rebus 1, 9 (ed. Bre-wer 1,41) Giraldum solum inter alias electum . . . cum necdum tricesimum aetatis ageretannum conclamabant; er war also 1176 29 Jahre alt. Der Vater nannte ihn als Kindscherzweise Bischof, vgl. De rebus 1,1p. 22. Zum Aufenthalt in Frankreich 1,2 p. 23causa studü , . . ter in Franciam transfretando tresque Status annorum plurium Parisiusin liberalibus disciplinis faciendo . . . trivium ibidem egregie docuit; und Symbol, elect. 3(0p. 1,410) Scire vos . . . cupio quoniam iuvenili tempore cum. per lustra fere sex artibusindulserim . . . Parisiusque tum propter exercitium . . . scholas aliquamdiu publicerexerim, tandem maturiori consilio magistrorum limina theologicorum auditor et amatoravidus per triennium integrum et amplius terere coepi nee cessavi . . . Egressus itaque . . .de sclwlarum tunc gymnasio demum reversus in patriam . . . dietam Hiberniae topographiam.. .ad traetandum aggressus fui. Zu den weiteren Lebensschicksalen vgl. Op. ed. Brewer1, IX LXXXVIII und Diction. of Nation. Biography 21, 389 ff. M. Spaether, NeuesArchiv 31, 597 ff.

Girald ist einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit gewesen.Er verband ein umfassendes Wissen mit nicht geringer Menschenkenntnis,die ihn besonders zur Charakteristik von Menschen, Zuständen und Ver-hältnissen einlud. Sein langer Aufenthalt bei Hofe ermöglichte ihm einentieferen Blick in die Dinge und sein Heimatsgefühl gab ihm Veranlassung,die Verhältnisse von Wales und die Geschichte des keltischen Irland ingrößeren Werken darzustellen. Und diese Werke sind nicht ohne tieferesInteresse auch für die heutige Zeit. Er forscht darin nach Land und Leuten,interessiert sich für Gewässer und Tiere, für Sagen und Märchen. Er hatweniger den wissenschaftlichen Trieb eines Adam von Bremen, aber er hatSinn für das Natürliche und Volkstümliche und legt das, was er in dieserBeziehung gesammelt hat, mit einer gewissen Freude seinem Leser vor.Her Hauptzweck seines ausgedehnten literarischen Wirkens ist Belehrung,und zwar einerseits über die rechtlichen und Verfassungsverhältnisse desBistums St. David's und andrerseits über das keltische Land und Volk in