G. Biographie. Hagiographie. Geographie 621
stets die Entfernung des Ortes von dem Orte an, von dem er ausgeht oderbis zu dem er gelangt ist. Dabei bringt er eine Menge geschichtlichen Stoffesden behandelten Orten oder Persönlichkeiten bei. Erst wird Samariabeschrieben und dann der Weg nach Jerusalem dargestellt, dessen Lageaufs genaueste bestimmt und dessen Örtlichkeiten ausführlich geschildertwerden. Dabei schreibt Johannes eine große Zahl von Kircheninschriftenab die fast alle poetische Form haben; sie verraten ihren neueren Ursprungdarin daß sie entweder in Leonini oder Caudati abgefaßt sind. Selten sindProsainschriften wie p. 127, 1 aber es findet sich Kap. 18 p. 170 auch einerhythmische Strophe von neun Versen. 2 Die Weiterwanderung von Jeru-salem aus geht zum Jordan, wo Johannes Christi Taufe berührt, zum TotenMeer und Sinai, nach Phönizien und Damaskus bis nach Gergesa. Im letzten,dem 27. Kapitel wendet sich Johannes an den Leser: Er habe in Jerusalemmit der Grabkirche begonnen und dann vom Davidstor an die Runde ge-macht und allerdings dabei mehrere Kapellen und unbedeutendere Kirchenausgelassen; denn zweiundzwanzig Völker mit ebensoviel Sprachen — siewerden dann sämtlich 3 p. 189 aufgeführt ■— seien hier mit ihren Heiligtümernansässig. Als Anhang wird zum Schlüsse die kirchliche Ordnung für dasFest der Eroberung Jerusalems und der Verklärung Christi gegeben. Inder Widmung an Dietrich spricht sich Johannes erst darüber aus, daß erauf der Pilgerreise besonders in Jerusalem geweilt und hier mit Eifer denTatsachen wie auch den Aufschriften nachgegangen sei. Und er glaube,daß seine Beschreibung dem Freunde angenehm sein werde, weil dieservielleicht bald an die betreffenden Orte kommen und sie aus eigner An-schauung kennen lernen werde. Er wisse, daß eine Beschreibung des Landesund der Stadt schon vor langen Zeiten angefertigt worden sei, da aber dieStadt von den Feinden oft erobert und zerstört und die hl. Orte dadurchteilweise ganz verändert worden seien, so glaube er, daß sein Werk nichtganz überflüssig sein werde. Außerdem kündigt er an, daß er nur von denhl. Orten sprechen wolle, die innerhalb und ganz nahe außerhalb der Mauernvon Jerusalem lägen. 4 Die Sprache des Werkes ist ganz kunstlos, der Ver-fasser verfügte über geringe formale Bildung; p. 111 wird eine Hieronymus-stelle gebracht.
Zeugnisse. Widmung (Tobler, Descr. terrae sanctae p. 108) Johannes dei gratiam Wirziburgensi ecclesia . . . dilecto suo socio et domestico Dietrico salutem . . . (109) Indeest eliam quod ego in Hierosolymitana manens peregrinatione . . . praecipue in civitatesancta Ierusalem . . . denotando in eis facta et epigrammata sive prosaice sive metricestyh officio colligere laboravi . . . Scio equidem iam dudum ante lempora moderna haeceadem loca non tantum in civitate praefata sed etiam longe extra posita a quodam viroreverendo in scripta redacta fuisse 6 ... (110) etiam eadem sacrosancta loca intra muroset prope extra, de quibus tantum intendimus ... De his autem, quae longe extra in adiacentesunt provincia, non proposuimus dicere. Johannes war Presbyter, denn er las am St. Pe-tersfest zu Jerusalem in der Kirche Ad vincula die Messe, c. 16 p. 162 In cavea eiusdemecclesiae ad vincula s. Petrifesto . . . missam celebravi. Zu Wigger 6 c. 13 p. 154 expugnatio
1 Tobler, Descriptiones terrae sanctae, 6 Das Werk Adamnans (Bd. 1, 236).
Leipzig 1874. _ « Weiter zum Deutschtum des Verfassers
^ Mit dem Reim aa bb cc dd e. p. 154 Quamvis autem dux Gotefridus et fra-
Unter den Latini sind wohl die Italiener ter eius Balduinus . . de nostris essent parti-
™ verstehen. ous und c. 15 p. 161 vocatur domus Aleman-
Daß er diesem Vorsatz nicht gefolgt ist, norum cui pauci vel nulli alterius linguae
ergibt seine Darstellung. homines aliquid boni conferunt.