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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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620 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

Aulona (s. Danax), 540 f. Epidaurus (Schlange des Asklepius, Weihe desBischofs Caesar durch den hl. Andreas, Märtyrer Yhasus), 544, 6 Aquileia(Attila). Nach der Bevorzugung des südlichen Italiens scheint übrigensGuido sein Leben mehr dort als in Pisa verbracht zu haben. Es läßt sichnach seinen vielen Zusätzen nicht leugnen, daß seine Bildung ziemlich aus-gedehnt war.

Ueberlieferung. Das ganze Werk Guidos steht im Bruxell. 38973918 s. XII(aus Italien, seit s. XV in der Hospitalbibliothek zu Cues, vgl. v. d. Gheyn, Cat. desmscr.etc. 5, 27 ff.), die Geographie (im Ambros. heißt sie Sumpta ex libris cosmographyeguidonis ravennatis) allein Florent. Riccard. 881 s. XIII XIV (nicht vollständig)ein Stück derselben im Mediol. Ambros. R 104 s. XVI und Rom. Sessor. 286 s. Xv'Fragmente im Vindob. 3190 s. XV und in Rostock (Brief von F. Geffken 5, 8.1916)'ein Mutinensis von K.Miller gefunden, Mappae mundi 3, 54. Ausgabe von M. Pinderund G. Parthey, Ravennatis anonymi cosmographia et Guidonis geographica p. 449556. Vgl.besonders C.P.Bock im Annuaire de labibl.roy.de Belg. 12 (1851), 43204und K. Miller, Mappae mundi 6, 8 ff. Zu den rechtsrheinischen Alamannenorten beimGeogr. Rav. Vgl. J. Schnetz, Arch. d. hist. Ver. von Unterfranken 60.

24. JOHANNES VON WÜRZBURG

Der Presbyter Johannes, der der Würzburger Kirche angehörte, machtewohl in der Zeit von 1160 1170 eine Pilgerfahrt nach Jerusalem, die erdann später schriftlich darstellte und seinem Freunde und GenossenDietrich, einem Kleriker derselben Kirche, widmete; es ist das vielleichtderselbe Dietrich, der 1223 1224 Bischof von Würzburg war. 1 Johanneswar ein Deutscher und kein Franzose, das ergibt sich deutlich aus seinerscharfen antifranzösischen Kritik bei Gelegenheit der Grabschrift destapferen Deutschen Wigger, die von den Franzosen in romanischem Sinneumgeändert worden war und von Johannes in deutschem Sinne wiederher-gestellt wurde; außerdem spricht er dort von Gotfrid von Bouillon unddessen Bruder Balduin als aus de nostris partibus stammend. Die Zeit aberergibt sich annähernd aus der Erwähnung der Templer und Hospitalitersowie aus der Bezugnahme auf ein Ereignis bei Damaskus während deszweiten Kreuzzugs.

Descriptio terrae sanctae. Der Weg des Johannes läßt sich vonNazareth nach Jerusalem verfolgen, während der Rückweg wohl über Jaffaging. Und zwar beginnt er mit Nazareth, da Christus dort empfangen war,denn die Anordnung des Werkes ist im allgemeinen so gehalten, daß derVerfasser vom Lebenslaufe Christi seit der Empfängnis ausgeht und nundie Orte berührt, an denen der Heiland bis zu seinem Tode geweilt hat.Doch hat er sich nicht streng an seinen Plan gehalten und es scheint auch,daß in sein Werk vielleicht von andrer Hand ein Kompendium dermittelalterlichen Geographie eingeschoben wurde und daher die Kap. 1 f-und 2026 stammen. Für die Beschreibung der Kirchen des Landesim 12. Jahrhundert und für die Epigraphik ist es von nicht geringemWerte, mustergültig ist die Darstellung über den Tempel in Jerusalem undüber die hl. Grabkirche. Im Vordergrund steht bei allen beschriebenen Ortenderen Berührung mit biblischen Verhältnissen und zwar gibt Johannes

1 So Titus Tobler, Descriptiones terrae sein und danach müßte Dietrich, wenn ersanctae p. 415 f. Die Darstellung scheint aber der Würzburger Bischof wäre, ein sehr hohesnicht sehr lange nach der Reise abgefaßt zu Alter erreicht haben.