G. Biographie. Hagiographie. Geographie 599
des Bamberger Klerus unter dem Namen des Abtes Wignand vonTheresan Otto, wo die Bitte zurückzukehren ausgesprochen wird. Das dritte Buchschildert die zweite Reise. Von Wichtigkeit ist hier die Verhütung einesPolenkrieges durch Otto 1 und interessant die Erzählung, daß einst aus einemHeidentempel eine Unmasse Fliegen von besonderer Größe entwichen, abererst durch das Umhertragen des Kreuzes gebannt wurden. 2 Manches wirdausführlicher als bei Herbord dargestellt. Auf den Tod Ottos folgt dann nochein Wunder und daran werden einige abschließende Bemerkungen gehängt.
Zeugnisse. Zu Ebo vgl. Jaeck u. Heller, Beitr. z. Kunst- u. Literaturgesch.S LXIII. Zu Udalrich vgl. das Vorwort p. 822, 20 Scripturus itaque gesta piissimi patrisnostri Ottonis quae ex ore veridici . . . sacerdotis Uodalrici audivi; 2, 1 p. 841, 4 Huiusautem apostolatus quae fuerit occasio scire volentibus aperiam sicut ex ore servi dei Uodalricisacerdotis aecclesiae b. Egidii, quam idem pius Otto construxit audivi. Cuius reverendaematurilati. . . ita nie necesse fuit credere ac si propriis oculis ea quae dicebat vidissem.Die Benutzung Herbords ergibt sich aus 1, 17 p. 834, 2 quae hie omittenda censentur,quia alias aecuratius descripta inveniuntur, nämlich Herbord 1, 24—30 p. 758—761. ZuHeimo und Bernhard vgl. 2, 1 p. 842, 30, vgl. unter Heimo. Von klassischen Remi-niszenzen vgl. 1, 21 p. 837, 43 beatus ille qui Hör. Epod. 2, 1; 2, 13 p. 852, 35 sociosquerevisit Verg. Aen. 2, 795; 3,26 p. 880, 33 = Aen. 11,139; von seltenen Worten 1,6p. 826, 45 veteribus rescellis (nach Ducange hier allein); 3,18 p. 873,30 verticem franciscaappetiit . . . franciscam . . . infixit, 34 jranciscam . . . eripit (Axt oder Schwert).
Ueberlief erung im Erlang. 142 s. XIII, Lips. 844 s. XIII und 821 s. XIII. Ausgabenvon R. Köpke, MG. SS. 12, 822—883; Jaffe, Bibl. rer. Germ. 5, 588—692. Vgl.G. Haag, Forsch, z. dtsch. Gesch. 18, 264 und Wiesener, daselbst 26, 501—527.
14. NIZOS VITA FRIDERICI EPISCOPI LEODIENSIS
Nach dem Tode Otberts (1119) wurde der königstreue Alexander zumBischof in Lüttich gewählt, doch auf Betreiben Kölns erhielt Friedrich, derBruder des Grafen von Namur, die Macht im Bistum und erfüllte diesesLand mit Krieg und Zwietracht. Aber er starb schon 1121 und zwar, wieseine Partei wissen wollte, an Gift. Er wurde daher alsbald als Märtyrer derpäpstlichen Sache ausgegeben, es wurden ihm Wunder beigelegt und nachdem Jahre 1139 3 verfaßte der Schulmeister Nizo zu St. Lorenz, dessen Un-terricht noch Reiner genoß, eine Biographie Friedrichs, in der die Wundereine große Rolle spielen. Reiner nennt seinen Lehrer einen Mann mit demstumpfen Geiste gleichsam einer Schildkröte, rühmt jedoch seinen Fleiß.Seine Biographie ist eigentlich nur eine Parteischrift.
Sie gibt sich in der Widmung als von allen Lütticher Gläubigen ausgehendund läßt gleich hier üble Streiflichter auf die Gegenpartei fallen. Zunächstwird der Zwiespalt in der Lütticher Kirche kurz geschildert, wozu mehrfachAusdrücke aus der alten Historiographie gebraucht werden. Jeder dachtedamals, wie er sagt, den zu wählen, den er wollte, und von Alexanderschreibt er, daß dieser bei Heinrich V. das Bistum um 5000 Pfund Silberserkauft habe; übrigens läßt er schon zu Anfang den Ausgang beider Prä-tendenten ahnen. Köln aber ergriff sofort Partei gegen den Simonisten,bannte ihn und veranstaltete eine ordentliche Wahl. Nun erst wird Fried-rich dem Leser eigentlich vorgestellt, als Abkömmling von Pippin und Karldem Großen und als Sohn des Grafen Albert von Namur. Ganz kurz wird
\ 13 P- 868f. Gotfrids von Namur c. 1 (MG. SS. 12, 502,
3 \r- P'.^- 31) ipsique non diu supervixere; p. 502, 33
Nämlich nach dem Tode Alexanders und dux longemaximo exantlatus languore interiit.