F. Klostergeschichte 563
durch den Tod des Abtes verhindert. Zuletzt liest man ein im Ausdruckeungelenkes und in der Form merkwürdiges Gedicht von 58 Versen, gleich-falls unvollendet. Die ersten sechs Hexameter sind mit überspringendenHälften gereimt, 1 die nächsten sechs sind paarweise am Ende durch Reimverbunden, und die folgenden 46 Verse zeigen sämtlich den Tiradenreimauf -atur; Vs. 22 aber hat sieben Füße. 2
Zeugnisse. Zu Kap. 6 vgl. p. 435, 4 de qua etsi plura mira . . . cognovissemus, nostarnen ea tanlum, quae vidimus, subnotare curavimus. Zu Heinrich V. vgl. 12 p. 437,1Praefato autem tyranno Heinrico imperatore. Briefe Paschalis' II. begegnen c. 14f. 17 f.20 Briefe des Erzbischofs Adelbert von Mainz an Egino c. 19. 22f. Briefe Eginos c. 29.31. 3Ueberlieferung in Wilhelmi Wittweri Catal. abbat, s. Udalrici et s. Afrae s.XV ex.
t Kgb __66b Ausgaben von C an isius,Lection.ant. 2,205 (ed. 2 von Basnage 3,2,6—19 =
Migne 170, 834); von Jaffe, MG. SS. 12, 429—447. Vgl. Wattenbach 2, 63. Die VitaConradi ep. Augustani in Prosa und in Versen, die Legenda s. Afrae und wohl auch derCantus de s. Maria Magdalena verloren.
9. GESTA ABBATUM LOBBIENSIUM
Die reiche Stiftung Lobbes hat das traurige Schicksal gehabt, daß dasKloster gänzlich zerstört, seine Bibliothek und sein Archiv weithin zerstreutworden sind. Es ist daher von nicht geringer Wichtigkeit, daß nach derMitte des 12. Jahrhunderts ein Mönch 4 die alte Klostergeschichte Folcvinsbis 1156 fortgesetzt hat. Er schildert die Geschichte der Äbte, die Zufälleim Kloster, die Berührungen mit der äußeren Welt und die rege wissenschaft-liche Tätigkeit, die hier im 10. und 11. Jahrhundert ausgeübt wurde. Auchhier brachte der Ausbruch des Kirchenstreites eine große Veränderung her-vor. Der Verfasser hatte seitdem fast nur von Empörungen, Kämpfen undZerstörung zu melden. Er bringt nicht gerade sehr viel, aber was er zu meldenhat, ist wichtig. Er beginnt mit der Verleihung der Immunität durch Otto IL(972) und mit deren Bestätigung durch Johann XIII. unter Abt Folcvinund berichtet, daß dieser einen Katalog der Bibliothek bei seinem Regie-rungsantritt aufgenommen und ein Verzeichnis der Kostbarkeiten angelegthabe. Auch Folcvins Schriften verzeichnet er und desgleichen sehr ausführ-lich die Schriften des Abtes Heriger, wie er auch von Abt Ingobrand dieAbfassung von Heiligenleben und von Gesängen auf die Heiligen rühmt.Von Abt Hugo weiß er zu erzählen, daß unter ihm die Studien blühten, wiesich aus der neu aufgenommenen Anzahl der Bücher ergeben habe. DieFeindschaft zwischen Heinrich III. und Balduin V. von Flandern machte esdann nötig, daß der Leib des hl. Ursmar in Flandern herumgetragen wurde,um für das Kloster zu wirken; darüber wurde eine Schrift aufgesetzt, diesich erhalten hat. 5 Aus den Tagen des Abtes Arnulf erwähnt der Verfassereine schöne Handschrift des Mönches Goderannus, die den Heptateuch,Regum und Propheten enthielt und von der ein Band erhalten blieb, 6 wie
1 1 Hie patris occasus dum veri solis ad (MG. SS. 21, 310, 24) Hugo abbas . . . nobis
ortum Tendit et ad portum qui nescit tem- preficitur.
pora casus. 6 Erwähnt wird sie SS. 21, 311, 5 ff. Es
Nani nichil officio distant, servus dominis ist die Historia miraculorum in circumla-
sunilatür. tione corporis b. Ursmari in Flandria, ge-
Aus dem Altertum stammt c. 16 p. 439, druckt Acta SS. Apr. 2, 573.
3 = Hör. A. P. c. 13 p. 437, 35 Talia per- 6 In der Seminarbibliothek zu Tournai,
sl ™at ■—manebat = Verg. Aen. 2, 650. vgl. Archiv 8, 563.
Daß er nach Lobbes gehörte, sagt er c. 4
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