F. Klostergeschichte 555
etiam b. patrum Paldonis Tatonis et Tasonis cum historia sui monasterii pleno, relationedescribens . . . Testatur hoc etiam venerandus Paulus Diaconus in historia, quam de Longo-bardorum adventu . . . descripsit, ubi eundem virum eruditissimum Authpertum et eiusdemmonasterii abbatem fuisse contendit. Zum Gedicht Karls des Großen p. 365 Ad quemnraefatus Carolus literas metrice compositas a Roma mittere studuit ita: 1 Hinc celer Ingre-diens — optime salve, ausführlicher bei Leo von Ostia (MG. SS. 7, 592, 3) Ad hunc prae-iaius Carolus qui eum exiliari iusserat. . . satis affabiles et iocundas litteras metrice com-nositas misit, de quibus aliquot hie versus inserere libuit (folgen die Verse). Cui similiteridem Paulus versifi.ee rescribere et gratias pro visitatione et salutatione sua eunetorumquejratrum referre maximas studuit.
Ueberlieferung im Rom. Barberin. 871 s. XII (Original des Johannes), vgl. hierzuWaitz, Neues Archiv 2, 344ff. Ausgabe von Muratori, SS. rer. Ital. 1, 2, 325—517;Auszüge bei Duchesne, Hist. Franc. SS. 3, 672—702. Vgl. Waitz, Neues Archiv 2,344—347. Wattenbach 2, 239.
6. CHRONICON S. HUBERT! ANDAGINENSIS
Einen ziemlich tiefen Einblick in das Klosterleben und den wissenschaft-lichen Betrieb des 11. Jahrhunderts gewährt die Chronik von St. Hubert inden Ardennen. Sie ist nach dem Jahre 1118 von einem Mönche des Klostersverfaßt, der noch den Abt Theoderich I., dessen Leben er benutzt, gekanntzu haben scheint. Er war ein ausgesprochener Freund des Abtes Theode-rich IL, dessen Regierungszeit mehr als die Hälfte des umfänglichen Werkesumfaßt, aber auch über die Zeiten Theoderichs I. ist er vielfach besser unter-richtet, als es dessen Biograph war. Seine Sachkenntnis ist außerordentlichgroß und seine Wahrheitsliebe, soweit sie sich mit der Voreingenommenheitfür sein Kloster verträgt, bewunderungswürdig. Und da er seit den ZeitenTheoderichs I. auf das genaueste unterrichtet ist und namentlich in dasVerhältnis des Klosters zu den Lütticher Bischöfen vollständig eingeweihtwar, so kann sein Werk das Muster einer Klosterchronik genannt werden.An vielen Stellen gewinnt die Erzählung durch ihre Lebendigkeit und Fri-sche ein novellistisches Interesse. Die größte Rolle spielt natürlich die Orts-geschichte, aber mit den Ereignissen, die sich in Kloster und Bistum zu-trugen, wird die profane Geschichte vielfach in Beziehung gesetzt und manerfährt hier über die Verhältnisse des Herzogtums Lothringen mehr alsanderwärts. Auch greift die Darstellung oft nach Rom, überhaupt nachItalien über. Zum Kirchenstreit als solchem wird dagegen wenig gesprochenund Kap. 97 2 wird der Aufstand Heinrichs V. gegen seinen Vater zwar er-zählt, aber nicht gutgeheißen, wenn auch Heinrich IV. als Bekämpfer Gre-gors VII. und als Schützling Bischof Otberts von Lüttich nicht eben gutwegkommt. Nämlich der Verfasser gelangt dann stets in sein richtiges Fahr-wasser, wenn er von der Schlechtigkeit des Lütticher Bischofs reden kann,und mit der größten Offenheit deckt er die tödliche Feindschaft zwischenKloster und Bistum auf. Daß das Werk mitten im Jahre 1106 abbricht, istsehr zu bedauern; wieviel verloren ist, läßt sich nicht ermitteln.
Die Anfänge werden aus der Hist. miscella (Hunnenzeit), der Vita Bere-gisi, der Vita Huberti und Sigeberts Vita Lamberti genommen, aber auchhier schon Teile einer Urkunde aus der Zeit Ludwigs des Frommen einge-legt, aus der die üble Behandlung des Klosters durch das Bistum hervor-
;[ Lesarten (P. L. 1, 69 N. XXXV = dulcis. 26 Dicens.JNeff, Die Ged. des Paulus Diaconus N. 34 2 MG. SS. 8, 629.P-141) 18 curva. 24 eunetis. 25 amplectere