F. Klostergeschichte 553
teilte. 1 Die im Druck folgenden 18 Verse, die teils rhythmisch, teils metrischerscheinen (p.327), sind nach Waitz (Neues Archiv 2, 344) in der Urschriftnicht Verse, sondern Prosa.Prolog (Muratori. SS. rer. Ital. 1, 2, 326 B) Felicissimo . . . abbati Benedicto Johannesvester inreligionefilius. Compellor . . . honestatis vestrae obsecundare praeceptis, quibusnie tarn sedule opus necessarium . . . perficiendum praecipitis. lam nobis hoc ipsum a . . .untre nobis iniunctum erat Girardo videlicet actus vel nomina sanctorum patrum huiussacri coenobii pretiosi martyris Vincentii abbatum humili recensere elogio. Sed enim cumah eodem venerabili patre . . . in sancta conversatione septennis susceptus atque in viamandatorum Christi eruditus sim . . . Nunc vero . . . vestro imperio roboratus ab ipso mundiexordio incipiam et tarn b. Hieronymi presbyteri quam Isidori Spalensis quamque Eusebiiedita ex aliquibus colligentes . . . praecepta etiam diversorum regum et imperatorum ac pri-vileeia pontificum Romanorum . . . scribimus . . . In Septem igitur divisionis gradus opusomne distinguimus . . . (327 A) Id enim vos facile meminisse credo, dum apud sacram urbemBenecentum ad eum (seil. Paschalem papam) profecti fuissemus, opportune huius operisvrineipia me ibidem ostendisse, in quibus venerandus Ute Johannes tunc Johannes cancel-larius mox autem post decessum pontificis in papam Gelasium electus cum gratif.ee delec-talus amplecteretur et de his sciscitans pontifex didicisset, me intuitus cum haec saepe res-pexisset „Bene" inquit „o fili, magnum opus etc."
Chronicon s. Vincentii Vulturnensis. Johannes beginnt seine Chro-nik mit der Schöpfung und führt die sechs Weltalter auf, deren letztes ermit der Einnahme Jerusalems im ersten Kreuzzug schließt. Darauf folgtein Papstkatalog bis auf Honorius IL und Lothars Kaiserkrönung durchdiesen Papst. Dann setzt der Verfasser die Darstellung 2 des AmbrosiusAutpertus über das Leben der ersten Äbte Paldo, Tato und Taso ein, dieaus Prosa und Poesie 3 gemischt ist. Doch begnügt sich Johannes nicht mitdiesem Bericht, sondern setzt noch eine zweite Erzählung über das Lebenjener drei ersten Äbte hinzu. Schon in diesem Eingang des Werkes legt Jo-hannes eine Urkunde Herzog Gisulfs von Benevent und eine solche Karlsdes Großen ein, 4 das eigentliche Werk aber beginnt mit der Erzählung, daßPaldo und seine beiden Brüder auf einer alten Gründung Kaiser Konstan-tins am Volturno ein Kloster stifteten, wozu ein Privileg König Aistulfs(um 750) angeführt wird; es folgt eine Schenkung des Arichis von Beneventund eine Schenkung König Desiders und nachdem eine ganze Reihe vonUrkunden andrer langobardischer Fürsten mitgeteilt sind, kommt Johan-nes auf die Zeit Karls des Großen, was ihm Gelegenheit gibt, die ältestefränkische Geschichte darzustellen, wobei er mit der fränkischen Trojaner-sage beginnt, auf Ghlodovech und sein Geschlecht übergeht und mit Pippindem Älteren schließt. Es folgt als besondrer Abschnitt das Leben und derTod des Abtes (Ambrosius) Autpertus, in dem die Angaben über die litera-rische Tätigkeit des Abtes wichtig sind. 5 Johannes erwähnt, daß Paulus inseiner Langobardengeschichte das Leben der ältesten Äbte von Autpertberührt habe. 6 Der Rest des ersten Buches besteht fast nur aus Urkunden,
1 Freilich zählt das Werk nur fünf Bücher. 6 Genannt (Nachtrag zu Bd. 1, 287 n. 3)
2 Prologus domni Authperti venerabilis in Prüfening s. XII (B. 95, 91) und wohlabbatis in vitam vel obitum s. patrum in Limoges s. XII (Delisle, Le cab. desPajdonis Tatonis et Tasonis s. Vincentii mscr. 2,494)Audbertusdevirtutibus.Weiterabbatum, vgl. Waitz, SS. rer. Langobard. wird genannt die Erklärung zur Apokalypsep. 547—555. in fünf Büchern in Lorsch s. IX (B. 37,
•'Hexameter und Distichen, vielfach mit 401 = 38, 59), in Corbie s.XII (B. 79, 48),
Jeommschem Reim, aber nicht regelmäßig. in Nonantola s. XII (B. 101, 32) und in
UasStuckstehtbeiMuratoril,2,339-344. Massay s. XI (Delisle 2, 442 N.29).
Die erste um 703, die zweite um 774. " Hist. Langob. ed. Waitz 6,40 p. 231.Beide unecht.