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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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F. Klostergeschichte 545

Krankheit und wurde nach seinem Tode in Oudenbourg beigesetzt. AmSchlüsse setzt Hariulf die Abfassungszeit seiner recht unbedeutenden Schriftins Jahr 1114 und beglaubigt dies durch Komputation der Regierung vonKönig Ludwig VI., Paschalis II. und Rudolfs von Reims.

Dem Werke hat Hariulf unter dem Namen Lisiards von Soissbhs.noch eindrittes Buch über die späteren Wunder Arnulfs angehängt, das er dem-Erzbi-schof Rodulf widmete. Er wolle die Wunder aufzeichnen, die der Heilige nachseinem Tode wirkte und vierzehn von den neunzehn Kapiteln des Schriftchensbestehen auch wirklich aus lauter Wundererzählungen, und dazu wirdKap. 15 die Erhebung der Gebeine Arnulfs mit den sich anknüpfendenWundem (Jahr 1121) beschrieben.

Zeugnisse. Brief an Bischof Lambert (Migne 174, 1371 A) Domino Lamberto . . .Tornacensium episcopo filiorum ultimus Hariulfus . . . tibi, Lamberte, praesentis opusculioffero xenium; tibi ceu fido pastori ingenioli mei fructigenum vellusculum. 1 (1373 A) sicutranae ad vocem tonitrui conticescunt, compegi libellum de vita . . . electi viri domni Arnulf.Suessionici episcopi . . . nostroque in loco . . . humati. Hunc denique pavens , . . primumvobis uli fas est tribuo promulgandum . . . obsecramur ut domino nostro fratri et coepiscopovestro Lisiardo Suessionico antistiti prorogare non pigritemini, qualiter vestro et illiusofficio nobilibus arcis Remorum visibus propagetur. Brief an Lisiard col. 1373 B sanctaeSuessorum ecclesiae episcopo Lisiardo H. sub titulo abbatis servus s. Petri apostoli . . .Libellum itaque de vita et miraculis almifici viri Arnulfi . . . per manum domni LambertiNoviomensis ac Tornacensis episcopi ad audientiam metropolitani perducere satagentes,ralum taxavimus eundem prius vestro exhibere examini. Brief an Rudolf col. 1374 A do-mino Radulfo . . . Remensis ecclesiae archiepiscopo . . . Hariulfus . . . vestrae vestrorumquecommitto sophiae, ut per nobile Remensis acumen eloquii fiat elimatum quod per meamsocordiam resonat impolitum. Vitae igitur sanctitatem et virtutum opera quae Christus . . .novellis temporibus suo militi Arnulfo contulit ex aliqua parte narraturus . . . Brief Lisiardsan Rudolf col. 1375 A Venerabili . . . patri ac domino Radulfo . . . s. Remensis ecclesiaearchiepiscopo . . . Lisiardus. Aehnlich Lisiards Anrede an Rudolf vor den Miracula col.1427 A. Ueber die heute in Brügge aufbewahrten Hss. aus Oudenbourg vgl. A. de Poor-ter, Rev. des biblioth. 33, 375394.

Ueberlieferung in Brug. 404 s. XIII, Bruxell. 1780/1 s. XV, Audomar. 716 s. XIIItom. VI. Ausgaben von Mabillon, Acta SS. ord. s. Ben. 6, 2, 505 = Migne 174,1371.Acta SS. Aug. 3, 230. Exzerpte von Holder-Egger, MG. SS. 15, 875.

c) Vita s. Madelgisili. Trotzdem Hariulf imChron. Centul. 3, 29 schonüber diesen Heiligen gehandelt hatte, schrieb er noch das Leben des Mannes,der im 7. Jahrhundert einer von den Begleitern des hl. Furseus gewesenund nach St. Riquier gelangt war. Er richtete das Schriftchen an BischofGervin von Amiens und beginnt mit der sagenhaften Gründung einesKlosters durch den Iren Furseus auf dem Gebiet des AustrasierkönigsSigibert. Einer seiner Begleiter war Madelgisil, Furseus aber starb in Ponthieuund wurde in der alten Irenkolonie Perrona begraben, während Madelgisilsich nach St. Riquier wandte und dort als Mönch eintrat. Er wurde hierbald höchlich verehrt und zog sich daher in die Einsamkeit zurück. Zudieser Zeit herrschte Erzbischof Wlgan in Canterbury. 2 Als dieser Kirchen-fürst sich ebenfalls nach dem Eremitenleben sehnte, erhielt er eine Weisungdes Himmels zu Madelgisil, doch starb er bald darauf, nachdem er seinFreund geworden war. Und als Madelgisil starb, wurde sein Leib nachSt. Riquier gebracht, wo er allerhand Wunder wirkte. Seine Gebeinewurden im Jahre 1113 unter Abt Anschers Regierung in einem neuenSarge untergebracht, und diese Tatsache mag den Hariulf. zur Ab-

Diese beiden Wörter gehören zu den sei- 2 Ist in der Reihe der Erzbischöfe abertenen - nicht zu finden.

H.d.A. 1X2, 3 35