F. Klostergeschichte 543
Für das vierte Buch wächst der Stoff, die Erzählung wird reichhaltiger.Es beginnt mit dem berühmten Abt Angelram, dem Schüler Fulberts, dessenAbstammung, Bildung und Abtserhebung eingehend dargestellt wird. NachMitteilung von Urkunden Markgraf Richards von der Normandie, Angel-rams und König Heinrichs I. von Frankreich erwähnt Hariulf, daß Angelrameine poetische Vita Richarii verfaßt habe, teilt zwei vom Abte gedichteteEpitaphien mit 1 und äußert sich in Kap. 11 über dessen weitere Schriften.Dann gibt er Kap. 13 ff. ausführliche Mitteilungen über Abstammung,Jugend und Wahl des neuen Abtes Gervin I. und spricht Kap. 16f. über denTod und das Begräbnis Angelrams (1045), erwähnt dessen Epitaph undgibt in 32 Hexametern 2 eine kurze Darstellung von seiner Abtszeit. Und end-lich findet sich Kap. 17 von Wido von Amiens, einem Schüler Angelrams,.ein Gedicht von 24 jambischen Achtsilbern über die Äbte des Klosters.Erst mit Kap. 18 beginnt Hariulf mit Gervins Regierung und legt Kap. 20das Gedicht eines Fulcard über den hl. Vigor in 27 Hexametern ein. 3 Esfolgen eine Menge Urkunden und Briefe, dann Notizen über das Verhält-nis Gervins zu den englischen Königen Eduard dem Bekenner und Wilhelm I.Endlich gibt Hariulf eine ausführliche Darstellung vom religiösen und geist-lichen Leben Gervins, beschreibt allerhand Wunder und Visionen und zähltdie 36 Bände Bücher auf, die Gervin dem Kloster schenkte ; 4 Gervin sichertsich noch vom König seinen gleichnamigen Neffen zum Nachfolger und stirbt1074. Ein Gedicht von 27 Versen schildert die allgemeine Betrübnis überseinen Tod und ein solches von zehn Versen nennt die reichen Gaben des.Volkes, die dem Kloster deshalb zuflössen. Dann spricht Hariulf überGervin II. und sein unheilvolles Walten und über seine Absetzung durchUrban IL, über seinen Betrug den Mönchen gegenüber und über seine end-liche Entfernung aus dem Kloster, 5 endlich über seinen Tod. Am Schlüssebekennt er sich zur Abfassung des Werkes, das im Jahre 1088 vollendetworden sei und hängt als Epilog ein Gedicht von 21 Hexametern an, 6 diesämtlich auf -avi ausgehen. Das Werk besitzt nicht geringen Wert sowohlfür die Geschichte des Klosters als auch der Grafschaft Ponthieu, da eszum nicht geringen Teil auf der Grundlage von Aktenstücken aufgebaut ist.
Zeugnisse. Zum Leben vgl. MG. SS. 14, 904, 3ff. und n. 14. Aus der VorredeMigne 174,1213 B ego Hariulfus s. Richarii monachus . . . decrevi ea, quae de antiquitateetnobilitate ecclesiae Centulensis sparsim collegeram in unum confirmare; Schlußbemerkung4,36 col. 1365 C Ego frater Hariulfus . . . de sancti loci nostri nobilitate vel utilitatibusa domno Saxowalo ante plures annos inchoalum opus . . . perficiens obsecro omnes . . . uthaec . . . diligenter ipsi custodiant et . . . deperire non permittant. Completum est autentistum opus humanitatis filii dei anno 1088. Das Gedicht für die Seiten von AngilbertsGrabstein beginnt Rex, requiem Angilberto da pater atque pius rex (2, 8 col. 1254 A). ZuAbt Heric 3,1 col. 1253 A De huius vero factis nihil apud nos memorabile tenetur. Zur.angeblichen Orientreise Ludwigs des Frommen 3, 5 col. 1264 C Qui inter magna regaliaquequae gessit opera Constantinopolim dicitur adiisse et inde magnas . , . reliquias detulisse.Zur Zeit nach Abt Karlmann 3, 20 col. 1285 B His sane temporibus qui post venerabilemCarlomannum huic sancto loco praefuerint nulla certa intimat narratio. Am Schluß von
C -J0 col. 1319 D (Justitiae cultor) und b. Gregorii papae und Paschasius de cor-
2 ??■ . 2 - B (Mausoleum hie). pore et sanguine domini.
Hier wird Vs. 24 f. die Sorge für die Bi- 6 Auch hier wieder mit eingelegten Ge-
Wiothek gerühmt (Vs. 10 Est et episto — li- dichten col. 1363B und 1364C.
a V~i' ar - Um at V ue evan S e ^ orum )- 6 Hier 1 Toto corde meo te, Centula mater,
^ Vgl. hierzu 4, 5. amavi, Traditus a puero mea sub te colla.
Uarunter Epistolae Ignatii, Registrum ligavi.