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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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542 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

schichte der Äbte, die im ersten Buche bis Aldric erwähnt werden, äußerstdürftig, da es natürlich an Stoff fehlte.

Im zweiten Buche beginnt Hariulf mit Angilbert und kommt dabei inetwas lichtere Zeiten. Unter Anführung mehrerer Gedichte dieses berühm-ten Abtes 1 spricht er über die Vollendung und Weihe der neuen Kircheüber ihre Reliquien, über ihre Altäre und deren Schmuck sowie über Ein-richtungen, die sich auf den Kultus erstreckten. In Kap. 8 teilt er einigesaus Karls des Großen Testament mit, berührt den Tod Angilberts und er-wähnt die sich nur auf wenige Tage erstreckende Nachfolge seines SohnesNithard; zuletzt bringt er von Angilberts Grabstein vier Verse, 2 die amAnfang und Ende monosyllabisch sind und jedenfalls nach Ausonius'Technopaegnion III. gearbeitet wurden. 3 Das dritte Buch fängt mit AbtHeric an, von dem Hariulf aber nur eine einzige Tatsache aus den Mira-cula s. Richarii weiß. Wichtig aber ist, daß nun die Bestätigungsurkundendes Klosterbesitzes durch die Kaiser und Könige seit Ludwig dem Frommenfast regelmäßig und auch einige Papsturkunden erwähnt werden, so daßdie Geschichte hier auf urkundlicher Grundlage steht. Doch von der höch-sten Bedeutung ist die genaue Abschrift des auf Veranlassung Ludwigs imJahre 831 aufgenommenen Bibliothekskatalogs des Klosters, der 256 Ko-dices 4 aufführt, die aber mehr als 500 Werke enthielten. Dann werden dieGüter des Klosters und dessen Nebenkirchen mit ihren Schätzen aufgeführtund sogar alle Lehnsträger des Klosters genannt. 5 Von Abt Helisacharweiß Hariulf nichts zu erzählen außer einigen Wundern des hl. Richarius.Unter Abt Ribbodo aber habe das Kloster eine Menge kostbare Reliquienerhalten, die von einer Reise Ludwigs des Frommen nach Konstantinopelstammen sollten. Damals wurden die Gebeine Angilberts erhoben und seinGrab mit neuem Epitaph versehen. 6 Nach einer Reihe von Bestäti-gungsurkunden erscheint später Kap. 20 ein kurzes Gedicht auf AbtKarlmann, den Sohn Karls des Kahlen, 7 dagegen weiß Hariulf die aufihn folgenden Äbte nicht genau anzugeben; ernennt allerdings vier Namen,kennt aber ihre Chronologie nicht. In Kap. 21 wird eine Vision Karls III.und in Kap. 24 ein Gedicht auf den Grafen Arnulf erwähnt. Dann beginntdie Zeit des bedeutenden Abtes Ingelard mit Briefen des Papstes und desErzbischofs Arnulf von Reims. Bei Gelegenheit eines Vertrages zwischenIngelard und Notker von Lüttich wird Kap. 30 ein Gedicht von 21 adoni-schen Versen angeführt, das die Mönche von St. Riquier dem Bischofsandten und das eine Bitte an Christus um Schutz für den Bischof enthält. 8Hariulf führt einige Briefe Notkers und Ingelards an und schließt mit demEpitaph dieses Abtes 9 das dritte Buch.

1 1, 3 Migne 174,1242 AB = PL. 1, 365 nen drei alttestamentliche, zwei kirchliche,V, I und II ; 1,7 = PL. 1, 364 adn. 1; 365 aber keine römischen Namen, also ein deut-V, III und IV. liches Zeichen für die rein germanische

2 PL. 1, 356. Herrenbevölkerung.

3 ed. Peiper p. 157. ° PL. 3, 314 N. 45.

4 Kap. 3 col. 1258 B ff. (Becker N. 11). 7 col. 1285A; vgl. Traube, PL. 3,269,Darin N. 179 Velius Longus, 187 vita Cos- sechs Hexameter.

mae et Damiani metrica, 206 passio domini 8 col. 1304 A Cunctipotentis Coelicolarum.in Theodisco. 8 col. 1306 B Materiale tuum aspera sor-

6 Unter den etwa hundert Namen begeg- tem, neun Hexameter.