B. Kirchen-, Bistums-, Stadtgeschichte 535
b) De miraculis s. Mariae Laudunensis. Bischof Bartholomäus vonLaon war früher einmal nach Spanien gereist und hatte Beliqien vom hl.Vincentius und von der Kapuze mitgebracht, die Maria einst dem Ildefonsvon Toledo schenkte, als er sein Werk De virginitate verfaßt hatte. Von derReise zurückgekehrt, hatte er bei Hermann angefragt, ob dieser ihm dasWerk nicht verschaffen könne. Hermann entdeckte es endlich in Chalons,Bartholomäus sandte ihm Pergament zum Abschreiben und der von Her-mann verfaßte Wunderbericht über Maria von Laon wurde von diesemunter dem Namen der Domherren von Laon geschrieben. Doch hatte ernoch andere durch Norbert und durch Bernhard von Clairvaux in den vondiesen gegründeten Klöstern geschehene Wunder hinzugefügt. Er schrieb dasWerk um 1146.
Der Eingang des ersten Buches ist geschichtlich wichtig, da Hermann
hier die Geschichte der Kirche von Laon bis zur Gegenwart, die Wahl des
Bartholomäus zum Bischof darstellt und die ganze zahlreiche und vornehme
Verwandtschaft des Bischofs aufführt. Dann spricht er über dessen Bildung
und über seinen Antritt in das gänzlich verödete Bistum. Und nun erst
werden die Wunder besprochen, die die Marienreliquien in Laon, Tours,
Anjou, Le Mans und Chartres bewirkten. Im zweiten Buch handelt es sich
um die Wunder auf englischem Boden (in Arras und St. Omer) und dann
in England selbst zu Canterbury, Winchester, Exeter und Salisbury. 1 Der
Beginn des dritten Buches bringt die Geschichte des Bistums Laon unter
Bartholomäus, die Weihe der neuen Kirche, das Konzil von Reims und das
Zusammentreffen des Bischofs mit Norbert. Darauf wird der Beginn der
Kirche in Premontre dargestellt und vieles aus Norberts Leben gemeldet. 2
Ausgaben, von D'Achery, Guiberti de Novigento opera p. 526—561 = Mignel56,961—1018; Teile bei Pertz, MG. SS. 12, 654—660 und Waitz ib. 14, 268.
c) De incarnatione Christi. Die kleine Schrift beschäftigt sich mitder Notwendigkeit der Menschwerdung Christi und geht von der Frage aus,warum Gott die ersten Menschen schuf. Der Mensch hätte nicht erlöst zuwerden brauchen, sondern das sei Gottes guter Wille gewesen. 3 Ausgabe beiMigne 180, 9—38.
9. OTTO UND ACERBUS MORENAOtto Morena, um 1100 aus vornehmem Geschlecht geboren, stammte ausLodi und war der heftigste Feind Mailands, da dessen Bewohner seine Vater-stadt geknechtet hatten. Er war in Lodi Richter und zugleich GesandterKaiser Lothars und dann König Konrads, doch muß er neben den Rechtenauch theologische Studien getrieben haben, da die Sprache seines Geschichts-werkes sich eng an die Bibel anschließt. Der Reichstag von Konstanz 1153,bei dem er zugegen war, gab ihm Veranlassung, ein größeres Werk über dievon ihm erlebte Zeit abzufassen, das er nach der Begründung von Neu-Lodi (3. August 1158) in die Hand nahm. In Konstanz waren nämlich mitihm zugleich zwei Bürger von Lodi anwesend, deren einer, Albernardus,
1 i" 2 > 15 - 16 w hd König Artus erwähnt. 3 Kap. 2 (Migne 180,12D) wird angeführt
Kap. 22 (Migne 156,1103) wird die Vita Boeth. cons. phil. 3, 9 Vs. 1—8 und c. 8
baabergae angeführt Hanc siquidem b. col. 31C Sedul. P. G. 2, 67 f.äaUaberga sicut in eius vita legitur construxit.