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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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531
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E. Kirchen-, Bistums-, Stadtgeschichte 531

vorher einige Briefe Innozenz' II. aus 1143 und 1145 eingelegt. Einen wirk-lichen Abschluß hat das Buch mit 3,57 aber nicht erhalten. Die Sprachedes Werkes ist sehr stark von der Bibel beeinflußt, wie auch der ganze Tonder Darstellung biblisch anmutet; Neigung zu antiker Ausdrucksweise fehltfast vollständig und Anführungen außerhalb der Bibel unterbleiben bei-nahe ganz. Die Darstellungsweise ist breit und trocken, aber der reicheInhalt reiht das Werk unter die bedeutendsten Erscheinungen der spanischenHistoriographie während des 12. Jahrhunderts.

Der Verfasser war Spanier und kannte die galicische Sprache, vgl. 1, 2 col. 896 D unumex intestinis illius vaccae, quod Gallaeco vocabulo duplicia nuncupabatur. Bezüglich derantiken Dichter finden sich nur ganz wenig Anführungen. Die Worte 1,104 col. 999 Anautaeque peritissimi qui Palinuro eneae 1 naturae non cederent und 999 B accito sibialtero Palinuro lassen auf Kenntnis von Vergils Aeneis schließen. Horaz wird angeführt(Ep. 1,1, 69f. Quo diu) 2,53 col. 1098 B (illud poeticum), Juvenal (Sat. 3, 30), 3,2col. 1163 D ut Candida verteret in nigra et nigra in Candida. 2 Sonst finden sich mittelalter-liche Verse 1, 6 col. 902 A. Sallustisch (Cat. 2, 9. 20, 10) ist die sehr häufig auftretendeAnknüpfung der Sätze mit verum enimvero, und sind außerdem die Worte 2,86 col. 1146 DPostquam rex finem loquendi fecit . . . quamvis eum ficticie locutum fuisse non dubitaretaus Jug. 15,1 und 11,1. Zwei Zitate aus Augustin stehen 2, 53 col. 1098 G und eineAnführung aus Sulpic. Sev. Vita Martini 3,1 (p. 113, 2f. H) 1, 82 col. 967 B quia hiemsasperior solito inhorruerat.. Von Büchern ist nur einmal die Rede und zwar von einerSchenkung des Erzbischofs Didacus an seine Kirche, 2, 57 col. 1105 C. Die aufgezähltenWerke sind aber alles kirchliche Bücher, die teilweise zum Gottesdienst gehörten undvon der Stiftsbibliothek keine Vorstellung geben.

Ausgabe von Florez Espafia sagrada 20,1 = Migne 170, 8891236.

8. HERMANN VON TOURNAI

Hermann war der Sohn des Ritters Radulf, der vom Bischof Radulf dieVogtei über Tournai erhalten hatte, aber später mit seinen vier Söhnen indas 1092 wiederhergestellte Martinskloster gegangen war. Nämlich dasBistum der Stadt war früher mit dem Bistum Noyon vereinigt und das alteMartinskloster verlassen worden. Die Wiederherstellung hat Hermann ineiner umfänglichen Schrift dargestellt. Er wurde als Knabe unter Abt Odoin St. Martin erzogen, zeichnete sich später in den Wissenschaften aus unddiente dem Abt in aller Treue, 3 so daß er wichtige Aufträge erhielt. So warer 1119 auf dem Konzil von Reims anwesend, wurde nach Ferneres ge-schickt und war 1127 auf Befehl des Bischofs Symon Zeuge der Übertra-gung der Leiche des Grafen Karl von Flandern. Man erwählte ihn dann imKloster zum Propst, doch bat er um Erlaß von diesem Amte, um zu seinenStudien zurückzukehren. Denn am liebsten schrieb er Bücher ab und triebkirchliche Musik; auch hatte er an hohen Festtagen Predigten vorzulesen.Schließlich wurde er 1127 zum Abt erwählt. Diese Stellung hatte er gegenzehn Jahre inne, doch er scheint die Zucht vernachlässigt zu haben 4 undmußte sein Amt niederlegen. Später ist er 1140 und 1142 zweimal nachRom gegangen, um hier die Geschäfte des Kapitels von Tournai zu führen,und hier hat er die Geschichte seines Klosters begonnen. Als 1146 dasBistum in Tournai wiederhergestellt wurde, verfaßte wohl Hermann einenBrief darüber. 8 Außerdem schrieb er über die Wunder, die durch die Reli-

Der Druck gibt fälschlich Aeneae, das domno abbati serviebam.

Wort kommt aber von aeneus. 4 Vgl. Vita Hugonis abb. Marchianensis,

Vgl. außerdem Ov. Met. 11, 314. MG. SS. 14, 266 n. 5.

De restaurat. Tornac. monast. s. Martini 6 Vgl. G. Waitz, Forsch, z. deutschen Ge-

lomac.77 (MG. SS. 14, 311, 49) ego qui schichte 21, 439.