530 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung
postellanae sedis episcopus Didacus secundus . . . praedecessorum suorum gesta Quorumpartem ipse propriis oculis viderat, partem vero . . . frequenti auditione veraciter didiceratscribi et ad memoriam revocari commendavit. col. 891 C Supradicta igitur de causa hoc resi-strum fieri iussit duobus voluminibus comprehensum, quorutn unum De episcopatu alterumvero de archiepiscopatu intitulatur und Prol. II col. 1031 A Tuae igitur sanctitatis hortaluiobsequentes, . . . pater Didace . . . praecedentis libri seriem ex parte contexere studuiniusEiusdem namque libri praecedentia Munio Minduniensis et Hugo Portugalensis episcopiscripserant . . . Quid qualiterve in praedicta ecclesia . . . laboraveritis et quomodo . . . e amrexeritis scribendo patefecimus. Deinceps qualiter eodem . . . ecclesia . . . facta fuerit Metro-polis . . . dicere aggrediemur. Vobis autem diu et feliciter vivere . . . omnium bonorum tributortribuat und Prol. III col. 1161 Divisit registrum illud in tres libros, quorum primus epi-scopatus Über, alii duo archiepiscopatus . . . intilulantur. Worte Munios stehen 1, 3 col900 D und 1, 10 col. 904 D. Girald als Zeuge 2, 56 col. 1105 A Giraldus magister <•.',Didacus als sein Gewährsmann 2, 91 col. 1156 D Sicut ego qui haec scripsi a domino'Compostellano non semel sed saepenumero audivi. . . Ipse equidem Compostellanus sicut e«oab eo accepi und 1,117 col. 1130 D quod propriis oculis non vidi ab ipso pontifice . .. didici.
Historia Compostellana. Dies umfängliche Werk ist ganz auf dasWirken des hl. Jakobus eingestellt und setzt sich aus Kirchen- und Profan-geschichte zusammen. Zunächst ist es kirchengeschichtlichen Inhalts, frei-lich bauen die Verfasser ganz auf der Legende, von der der Heilige seitelfhundert Jahren umsponnen worden war. Das Resultat ist, daß man esmit einer völligen Verwirrung in der Darstellung zu tun hat, der es auchdurchaus an klarer Disposition fehlt. Sie beginnt mit dem Martyrium desApostels Jakobus und der heimlichen Translation seines Körpers nachSpanien, wo er in Liberum donum, später Compostella, beigesetzt wurde,was aber bis in die Zeiten des Bischofs Theodemir unbekannt blieb; auf dasgenaueste wird dann die Auffindung des Heiligen beschrieben. 1 In die Dar-stellung werden schon frühzeitig Dokumente eingelegt, deren Echtheit mehr-fach recht zweifelhaft ist. Auf die Erzählung von den Einrichtungen undFreiheiten der Kirche von San Jago folgt die Translation von Heiligen indie dortige Kirche, die Weihe von Altären, der Neubau von Kirchen und dieErrichtung von Burgen und Kastellen. Zuweilen ist auch vom König dieRede, doch wird die weltliche Geschichte in diesen früheren Teilen, dereneinzelne Kapitel fast jedes Zusammenhanges entbehren, nur als Anhängselgebracht, später allerdings ausführlicher behandelt. Die Mitteilungen überdie Reichsgeschichte werden schließlich so ausgedehnt, daß man fast glau-ben möchte, Girald müsse am Hofe gelebt haben. Jedenfalls befand sichsein Gewährsmann Didacus im Besitz genauester Berichterstattung, undihm selbst stand das Archiv von San Jago offen. Im zweiten Buche wird dieErhebung des Didacus zum Erzbischof sehr eingehend geschildert und zuseiner Regierung erscheinen briefliche Einlagen in Fülle, so von Calixtus II.,dem Patriarchen Veramund von Jerusalem (2, 28), von Abt Petrus vonCluni, von römischen Kardinälen u. a. Viel weiß Girald zu erzählen vonneuen Kirchen- und Palastbauten, von Verträgen Diegos mit andern Prä-laten und ein besonders ausführliches Bild gibt er von dessen kirchen-politischem Walten auf Konzilien und Synoden, dagegen ist von Wissenschaftund Büchern herzlich wenig die Rede. Das dritte Buch führt die Kirchen-und Profangeschichte weiter, und sein Bericht endet mit der Einladung derspanischen Bischöfe auf das Laterankonzil von 1139, doch werden kurz
1 Zu dem ganzen Eingang über den Heiligen 2, 2, 361—396; daselbst S. 368 zur Etymo-vgl. Gams, Kirchengeschichte von Spanien logie des Namens Compostella.