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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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526 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

des Südens und des Orients. Gelegentlich kommt er auf seine Ordinierungzum Priester zu sprechen, worauf er ein kurzes Gedicht gemacht hat(Kap. 16 col. 834 AB), wie er auch hier den Tod mehrerer geistlicher Freundeund weltlicher Großer erzählt und dabei ihre Epithaphien anbringt. Auchdas zwölfte Buch setzt die englisch-französische Geschichte fort und be-rührt darin die Geschichte der Päpste Gelasius II. und Calixtus II. sowiederen Verhältnis zu Heinrich V., den Orderic sonderbar genug Karl Heinrichnennt. Übrigens sind dem Autor Heinrich IV. und V. nichts als Übeltätergegen die Kirche, denn er steht ganz auf romanischem Boden in Ansehungder Kirche und bringt überhaupt nur ganz selten etwas aus Deutschlandherbei. Hierbei sei erwähnt, daß als Quelle für den Römerzug Heinrichs V.im Jahre 1110 der Ire David erwähnt wird, den ja auch Otto von Freisingund Wilhelm von Malmesbury benutzten. 1 In Kap. 10 col. 881B werdendie Beschlüsse des Konzils von Reims (1119) gegeben. Alte Lokaltradition,wohl dem Ghron. Rotomagense entnommen, findet sich in Kap. 11 über diealte Geschichte von Rouen (col. 883 BD), wobei von Caesar einiges er-zählt wird, was sich im Bellum Gallicum nicht findet, und auch die Begrün-dung von Lillebonne (Julia Bona) erwähnt wird, welche Namen Ordericauf Caesars Tochter zurückführt. In Kap. 14 wird der Untergang der Candidanavis mit dem Prinzen Wilhelm berichtet (1120), wobei zwölf leoninischeDistichen angeführt werden. Auch hat sich Orderic hier Kap. 16 selbstmit einem Gedicht auf den Tod seines Abtes Roger (f 1126) verewigt.Dagegen wird Kap. 20 mit einer für deutsche Verhältnisse singulären Aus-führlichkeit die Wahl König Lothars geschildert (col. 911D ff.). Gegen denSchluß hin berichtet Orderic über die Beschlüsse des Konzils von Rouen1128 (col. 921BC); mit 1131 endet die Erzählung. Das dreizehnte Buchdes Gesamtwerkes endlich stellt die Geschichte Heinrichs I. und die Ste-phans bis zum Jahre 1140/1141 dar. Die französische Geschichte greift hierhinüber auf den spanischen Boden, indem die Franzosen dem König Alfonsvon Aragon gegen den Kalifen von Kordova zu Hilfe eilen und dieser Hilfe-zug und seine Folgen zur Darstellung kommen. Persönlich stark berührtzeigt sich Orderic durch den Tod Heinrichs I. und durch das Ableben seinesAbtes Warin, denen beiden er Gedichte widmet. Das Buch endet mit einempersönlichen Rückblick 2 und einem Gebet.

Diese sehr umfängliche Darstellung besitzt einen hohen historischen Wert,da der Verfasser bei seinen anscheinend weitreichenden literarischen Ver-bindungen redlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen, trotzdem seine Arbeitan chronologischen Verstößen reich ist. Diese ergeben sich aber besondersaus der sehr sonderbaren Anlage, nach der sich Wiederholungen des Stoffesund zeitliche Abgleitungen nicht vermeiden ließen. Davon abgesehen istdas Werk die wichtigste und reichhaltigste Normannengeschichte jener Zeit.Von den eingestreuten, meist kurzen Gedichten hat Orderic nach seineneigenen Angaben einen großen Teil selbst verfaßt, und mehrmals hat erVerse aus den Schuldicbtern in seine Darstellung eingelegt.

1 10,1 col. 720B Irensis quidam scholasti- 2 13, 22 col. 982A ist Carmentis Nicostra-cus decenti relatione litteris tradidit. tae aus Isid. Et. 1, 4, 1 genommen.