E. Kirchen-, Bistums-, Stadtgeschichte 525
von St. Evroul in Verbindung mit der der Normannen. Im Anfang (Kap. 2)legt Orderic ein Leben des hl. Wilhelm vor, das er aus einer ihm vom MönchAntonius von Winchester überbrachten Schrift ausgezogen hatte, da ihmdas von Gauklern gesungene Lied über den Heiligen (einen Mönch vonGellone) nicht gefiel. In Kap. 4 bringt er eine Urkunde Wilhelms I. fürSt. Evroul. Weiterhin liest man (Kap. 6—9 col. 467—483) eine Vita s.Ebrulfi, die wohl nach des Heiligen Biographie von Witmund gearbeitet ist.Hieran knüpft sich Kap. 10 col. 483B eine für jene Zeiten seltene Äußerungder Wahrheitsliebe, denn Orderic gesteht, daß er von der Geschichte desKlosters für die auf den Tod Ebrulfs folgenden 400 Jahre nichts wisse.Auf den ersten Abt des wiederhergestellten Klosters Theoderich aber bringter ein von ihm selbst gedichtetes Grabgedicht (Kap. 14 col. 495D). GegenEnde des Buches (Kap. 16) führt er ein langes Schreiben des Abtes Warinunter dem Namen des Abtes Herveus von Ely über ein Wunder auf, dasder hl. Benedikt in England gewirkt hatte. 1
Im siebenten Buche — es ist nach der Zeit der Abfassung des Gesamtwerkes überhaupt das erste •— schreibt Orderic die englisch-franzö-sische und normannisch-italienische Geschichte vom Tode Wilhelms I. an.Er stellt dieses Ereignis sehr ausführlich dar, um dann beim BegräbnisWilhelms zu verweilen (Kap. 12 und 13). Die Geschichte der Normannengibt ihm Gelegenheit, Auszüge aus der Translatio s. Nicolai des Johannesarchidiaconus Barensis zu geben, denen er ein Gedicht von zwanzig Disti-chen der über die Entführung trauernden Bewohner von Myrea und eineganze Reihe Wunder des Heiligen anhängt (Kap. 9. 10). Das achte Buchbeschäftigt sich namentlich mit den vielfachen Störungen des Friedens,die der Tod Wilhelms hervorbrachte und erzählt die Kriege und Aufständeim englisch-normannischen Reiche bis zum Jahre 1098. Im neunten Buchegeht Orderic vom Konzil von Clermont (1095) aus, zählt dessen Dekrete aufund berichtet nun in ausführlicher Weise die Geschichte des ersten Kreuz-zuges bis zur Einnahme von Jerusalem nach Fulcher von Chartres undBalderich von Dol (col. 648A und 716AB). Das zehnte Buch schildertzunächst die Verhältnisse des Papsttums vom Tode Urbans IL an, begibtsich aber bald zur französisch-englischen Geschichte zurück; hier wird derTod Wilhelms IL und die Thronbesteigung Heinrichs I. erzählt, der sichin breiter Darstellung die Geschichte des Kreuzzugs von 1101 anschließt.Was Orderic von Anselm von Canterbury erzählt, führt er Kap. 2 col. 722 Cauf Eadmers Leben Anselms zurück. Das elfte Buch besitzt wieder eineeigene Vorrede, die diesmal aus 78 Hexametern besteht und die ÜberschriftPhilosophicae sententiae führt; daß sie im Jahre 1135 geschrieben ist,ergibt Vs. 67. 2 Orderic beklagt in dem Gedicht, daß er über soviel Übelund Schlechtigkeit schreiben müsse. Er setzt nun die englisch-französischeGeschichte fort, schildert aber auch die Dinge in den normannischen Reichen
Hier wird englisch und französisch in cognominatur, quod nos lingua latina malum
wenigen Worten geschrieben; col. 501B artificem exponimus.
Anglica lingua: That wat min lavert godel 2 Sexagenus ego pueris ea do manifesta.
mhtin that ic sege soth respondebat quod nos Vielleicht ist die Vorrede erst nachträglich
Latini dicimus: Mi domine, seit deus omni- eingesetzt worden, da das Buch vielleicht
Polens quia veritatem dico. 500 et Malarteis schon früher entstand.