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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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521
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E. Kirchen-, Bistums-, Stadtgeschichte 521

b) Vitas. Sacerdotis. Doch ist Hugo auch h agiographisch tätig gewesen,indem er das Leben des hl. Sacerdos, eines Bischofs von Limoges, darstellte.Der Abt Arnald von St. Sacerdos hatte ihn darum gebeten, und so nahmer die alte Lebensbeschreibung des Heiligen vor, machte Zusätze und Ab-striche, brachte die Erzählung in einen besseren Stil und teilte sie in Kapitelein machte auch an manchen Stellen Randbemerkungen zum Texte. 1 Mitdiesem Werke wollte er sich die Fürbitte der Heiligen im Himmel gewinnen.Er versah es mit einer ausführlichen Vorrede, in der er diese Dinge berührtund sich entschuldigt, daß er dem alten Stoffe eine neue Bearbeitung habeangedeihen lassen. Jedenfalls enthielt seine Vorlage herzlich wenig Daten,denn der eigentlich historische Teil der Neubearbeitung ist außerordentlicharm daran und die erbauliche Phrase fand daher hier ein reiches Feld. Selt-sam klingt es, wenn Hugo 2, 13 2 von der Bischofswahl seines Heldenohne weiteres zu seinem Tode übergeht, um dem Tadel der Weitschweifig-keit zu entgehen. Doch verknüpft sich bei ihm das hagiographische mitdem historischen Interesse, denn nachdem er seine Angaben über das Lebendes Sacerdos beendet hat, erzählt er die Geschichte von dessen Kloster bisauf die Zeit Karls des Großen und berichtet von der Überführung des Leibesdes Heiligen dahin; 3 er setzt hinzu, daß er das nach alten Geschichtsauf-zeichnungen erzähle, wobei er das Unsichere weggelassen habe. Und hieranschließen sich die Wunder, die der Heilige nach seinem Tode wirkte. 4 Siesind auch nicht ganz ohne geschichtliche Nachweise. Mehrfach vergleichtHugo seinen Helden mit dem hl. Martin und benutzt die Schriften des Sul-picius Severus über diesen. Und um 1120 verfaßte Hugo die Schrift Demiraculis s. Benedicti, ed. Certain, Les miracles de S.Benoit (Paris 1858)p. 357371).

Zeugnisse. Prol. (Migne 163, 979A) Antiquam seriem vitae . . . praesulis Sacer-dotis relegens et in ea quaedam superflua, quaedam autem scriptorum vitio depravata con-spiciens moderno tempore corrigere slalui . . . Ad quem poliendum et elimandum composuimihi multas historias quasi limas . . . et undecumque textum undecim distinguendo capi-tulis adomavi. Quaedam quoque diversis historiis . . . ex latere in marginibus subnotavi . . .Adieci etiam de translatione eiusdem beatissimi praesulis capitulum unum . . . Quod utfacerem domnus Arnaldus abbas me monuit, ipsius s. Sacerdotis abbatiae provisor. DieEntschuldigung col. 983 BC. Am Schluß der Translatio 3, 23 col. 993 B finden sich einigeKomputationen, in denen der Tod des hl. Martin eine Rolle spielt, und die BeteuerungHaec tarnen quae scripsimus probabili ralione ab antiquis historiis sparsim relegendocollegimus. Zur Benutzung des Sulpicius Severus vgl. 2,14 col. 989 C, wo die aus Sulp.Epist. 3, 1 genommene Erzählung 5 von den mergi gebracht wird, und 2,16 col. 990BMartinus matrem suam a gentilitatis convertit errore. Außerdem 1, 4 col. 986A non estnostrae jacundiae depromere Vita Mart. 10, 1; 2,10 col. 987 C Erantque ambo secundumsaeculi dignitatem inclyti Vita 2, 1; 2, 16 col. 990 A Cur nos pater dulcissime relinquisorphanis? Epist. 3, 10.

Ausgaben Acta SS. Mai 2,1422. Migne 163, 9791004. C. Couderc (BibLde l'ecole des chartes 54, 468 ft.) hat übrigens im Burdigal. 11 eine neue KompilationHugos entdeckt, nach deren Prolog (p. 471 Inseram quoque gladio trucidavit) er dieLebenszeit des hl. Sacerdos ins 6. Jahrhundert setzt.

1 Sie sind in keiner Ausgabe abgedruckt 4 Wunder zu Lebzeiten 2, 812 col. 987 f.

worden, falls sie überhaupt handschriftlich B Der Schluß der Erzählung besteht aus

weiter überliefert wurden. vier jambischen Achtsilbern, was in der Aus-

Migne 163, 989 A. gäbe unberücksichtigt blieb: Ipse, precamur,

Anscheinend nach einem alten Trans- precibus Nos solvat a criminibus, Et sie de-

lationsberichte, vgl. 3, 23 coli. 993 B (am jendat supplices, Ut nunc conservat alites.

Mde).