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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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520 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

a) Modernorum regum Francorum über. Im Epilog zur ersten Aus-gabe versprach Hugo der Adela eine geschichtliche Darstellung sowohl überdie Taten ihrer Vorfahren als auch der Frankenkönige von Ludwig demFrommen bis zur Gegenwart. Und dies Versprechen löste er durch das ebengenannte Werk ein, das er der Kaiserin Mathilde, der Tochter Heinrichs I.der Nichte Adelas, zueignete. Diese Darstellung ist zeitigstens 1114 geschrie-ben 1 und erstreckt sich bis zum Jahre 1108. Als Ursache für diese Schriftbezeichnet Hugo den Mangel an einer zusammenhängenden Königsge-schichte Frankreichs, indem diese nur zerstreut und in einzelnen Bruch-stücken vorliege; ihr Zweck aber sei, daß der Nachwelt die großartigenTaten der Vorfahren Mathildens für immer bekannt würden.

Zeugnisse. Aufschrift Liber qui modernorum regum Francorum continet actus. ImProlog heißt es (MG. SS 9, 376,11) Matildi gloriosae imperatrici Hugo indignus monachuspatris Benedicti Floriacensis cenobii . .. Praesentem libellum vobis ideo . . deflorare decreviut generis vestri sublimitas posteris innotescat et attavorum vestrorum nobilitas venturisseculis intimetur. Quo etiam in libro modernorum regum Francorum actus vobis breviterexplanare curabo, eorum videlicet, qui post Lugdovicum imperatorem regnaverunt in Fran-ciam , . . Quae nusquam historia seriatim digesta sed hac illacque quibusdam in codicibusinserta et aliis tractatibus interfusa tenetur.

In der Widmung spricht Hugo zunächst kurz von Mathildens Vorfahrenseit Rollo und dann von der Teilung des Frankenreiches unter Ludwigs desFrommen Söhne. Das eigentliche Werk beginnt mit dem RegierungsantrittKarls des Kahlen und schließt mit dem Tode des Königs Philipp 1108. Esist keineswegs besonders ausführlich gehalten, und Hugo sagt auch amSchlüsse, da er vieles ausgelassen habe, was er wisse, 2 so enthalte dasBuch weniger, als es eigentlich solle. Trotzdem ist der Inhalt wertvoll, daHugo vieles bringt, was seine Quellen vermissen lassen. Benutzt hat er an-fänglich die Annales Bertiniani, später besonders Flodoards Chronik unddie Hist. Virdunensis des Hugo von Flavigny, und für den Kreuzzug dieGesta Francorum et aliorum Hierosolymitanorum sowie Balderich von Dol.Die Nachrichten, die er bringt, sind vielseitig und berühren auch den Streitzwischen Heinrich IV. und Gregor VII. ausführlich und zwar in einem Tone,der für einen französischen Kleriker durchaus vorurteilslos zu nennen ist. 3Dagegen wird auf die neue, normannische Herr scher familie nicht eben vielRücksicht genommen. Übrigens berichtet Hugo in der Widmung, daß erMathildens Tante, der Witwe des Grafen Stephan von Chartres, ein BuchDe gestis Romanorum imperatorum zugeeignet habe, das auch die Ankunftder Franken in Gallien und die Reihenfolge der alten Frankenkönige bis aufKarl und Ludwig behandle. Daß dies ein Exemplar seiner Historia eccle-siastica sein könnte, ist durch denWortlaut desTitels eigentlich ausgeschlossen.

Zu De gestis imperatorum vgl. p. 370, 35 Porro ego dudum amitae vestrae relictae vi-delicet comitis Stephani Carnotensis codicem unum de gestis Romanorum imperatorumdeflorare curavi, qui continet Francorum adventum in Galliam et regum antiquorum eius-dem gentis refert prosapiam usque ad KarolumMagnum et eius fllium Lugdovicum. Ueber-lieferung in einem Leodiensis s. XII (früher St. Trond) und Paris. 6186 s.XIII XIV.Ausgabe der Widmung Martene, Thes. anecd.l, 327, einzelner Stücke bei Bouquet,,Recueil 8,317.12,9.792; vollständig von Waitz MG. SS. 9, 376395.

1 In diesem Jahre vermählte sich Hein- ten über den ersten Kreuzzug.rieh V. mit Mathilde. s Unter 1074 p. 391, 21ff.

2 Das bezieht sich vielleicht auf Nachrich-