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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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E. Kirchen-, Bistums-, Stadtgeschichte 513

der unersättliche Schlund römischer Habsucht nicht in Verwirrung ?" Dochwurde nach dem Tode Bischof Haganos von Autun seine Stellung unleidlich,da der neue Bischof sein Feind war, und im September 1099 verließ er Fla-vieny, wohin er erst nach einem Jahre zurückkehren konnte. Aber die Brü-der blieben gegen ihn aufgebracht, so daß er 1101 fortgejagt und ein andererAbt gewählt wurde. Vielleicht wurde er 1111 durch Bischof Bichard vonVerdun zum Abt von St. Vannes erhoben, hat aber dann seine Stellung nurdrei Jahre behauptet; es ist möglich, daß er in diesem Kloster als Mönchseine Tage beschlossen hat.

Zeugnisse. Zum Geburtsjahr vgl. Chron. 1097, MG. SS. 8, 476, 11 Anno itaquedorn. ine. 1097 . . . anno aetatis 32 10 Kai. Dec. . . . Flaviniacum nobis ingressis in crasti-num consecratione peraeta mit der Note von Pertz zum Jahr. Zur Uebersiedlung nachDijon 1085 p. 468, 51 ut non me taederet adolescentulum notos affines patriam et nidum 1quo coalueram relinquere. Zum Beginn des Werkes vgl. Pertz p. 281 n. 6. Zum Verlassendes Klosters vgl. p. 484,17ff. Zur Erhebung in St.Vannes vgl. Mabillon, Ann. Bene-dict. 5, 685,1 und Pertz p. 282 und n.8. Zum Mönchtum daselbst p. 282 und n. 9. ZumLeben im allgemeinen vgl. die Einleitung von Pertz, dazu Wattenbach 2,135f.

Chronik. ManhatHugos Werk nach Wattenbachs Vorgang eine Welt-chronik genannt und dabei mehr auf den reichen Stoff als auf die Aus-dehnung desselben Bücksicht genommen. 2 Denn eine Weltchronik ist esnicht, da sich Hugos Erzählung beinahe auf die Diözesen Verdun undAutun beschränkt und viel mehr eine Hauschronik des Verduner Bistumsund des Klosters Flavigny liefert und das ganze letzte Stück des 2. Buchesfast nur eine sehr breite Darstellung der Schicksale des Verfassers bringt.Es fehlt gleich anfangs an wirklicher Universalgeschichte, da die Entwick-lung der Kirche die Hauptsache ist und bleibt. Hugo ordnet die GeschichteChristi und den Beginn der Kirche in die römische Geschichte ein, aberdiese verschwindet sehr schnell und es bleibt nur die traditionelle Geschichteder Kirche übrig. Bald steht Verdun nach der Vita s. Sanctini im Vorder-grund und die römische Geschichte hat nur noch insofern einiges Interessefür Hugo, als sie zur Beglaubigung der christlichen dienen muß. Für dieseaber werden Regino, Beda und Ado ausgezogen, denen sich Hieronymusund Prosper anschließen. In dies chronikalische Gerippe wird die christ-liche Geschichte hineingestellt, die nun zumeist aus Stücken von Heiligen-leben besteht. Neben Orosius treten aber auch bald die Volksgeschichtenals Quellen auf, nämlich Gregor von Tours, Jordanis, Beda, Fredegar undPaulus Diakonus und sogar der wenig bekannte Nennius. Zwischen alledemaber findet sich der Liber pontificalis als Quelle für die Papstgeschichte be-nutzt, wie auch die Namen der Erzbischöfe von Lyon 3 mit kurzen Notizenerscheinen (p.321, 45322, 4). Indes schon in diesen frühen Zeiten bringtHugo vielerlei eigene Nachrichten, die sich aus den uns vorliegenden Quel-len nicht ableiten lassen. Sehr stark werden die Gesta episc. Virdunensiumvon Bertharius benutzt, wobei auch die von diesem Kap. 6 abgeschriebenenGedichte des Fortunatus p.335 Verwendung finden. 4 Über das 7. Jahrhun-

qui dum nequit expleri novit resecanda tueri zwei Bücher, die die Handschrift nicht

(dieWortedumtuerisind ein Hexameter). kennt.

1 Vgl. Hör. Ep. 1,10, 6. 3 Dies kleine Stück ist nach V.Rose

Der erste Herausgeber Labbe hat es (Die Meermanhandschriften S. 321) nicht

auch richtiger Chronicon Virdunense be- von Hugo selbst geschrieben,

nannt; von ihm stammt die Einteilung in 4 Es sind Carm. 3, 23 und 23a.

H.1A.IX2, 3 33