Druckschrift 
3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
Seite
509
Einzelbild herunterladen
 

E. Kirchen-, Bistums-, Stadtgeschichte 509

rhis et ecclesiae statum. Utrum vero in melius an deterius dicere 1 non opportuit. Seit 1018schrieb er Selbstgesehenes nieder, vgl. 2,1 p. 14, 39 Superiori volumine audita tantum

trumaue exsufflare temptavimus. Nunc autem ea quae ipsi videndo cognovimus ex habun-danti eructare studeamus. 1072 der Wille, das Werk zu enden 4,1 p. 26, 2 Fixum manebatin corde propositum in gestis praesentibus amodo servare silentium . . . Verumtamen inconi >ersus denuo ad liquidum coepta describere commodius iudicavi. Einführung zumc B U che 5,1 P- 29, 32 Quoniam in prima fronte praesentis opusculi nostri temporis gestasum narrare pollicitus, absque mendacii nota silere non valeo . . . Ut autem recto narra-tionis incedam tramite, necesse est res gestas prout sunt Ordinate describere.

Ueberlieferung. Benutzt wurde Arnulfs Werk von Galvaneus Flamma, von Trista-nus Calchus und in der prosaischen Vita Mathildis. In alten Katalogen wird es in Mai-land 1320, und in Pavia erwähnt, vgl. Neues Archiv 32, 701. 2 Hss. Pommersfeld. 2802s XIII. Estensis s.XIII. Nur die drei ersten Bücher im Ambros. 89 s. XIV und in jünge-ren Codices vgl. Wattenbach p.4f. Ausgaben von Leibniz, SS. rer. Brunsvic. 3, 727;vonMuratori, SS.rer. Ital.4, 7; von Wattenbach, MG. SS. 8, 631. Vgl. H.Pabst,De Ariberto II. Mediolanensi (Berlin 1864) p. 6. Wattenbach 2, 242.

2. LANDULF VON MAILAND

Landulf stammte aus niederer Volksklasse in Mailand 3 und war im Jahre1045 vielleicht schon zwanzig Jahre alt. Jedenfalls war er Kleriker, denner schreibt ganz als Geistlicher und ist in geistlichen Dingen wohl erfahren,spricht auch einmal von seinem Stande; aber ob er zu den Ordinarien derMailänder Kirche gehörte, ist doch kaum anzunehmen. 4 Er bekundet inseinem Werk die Absicht, die Geschichte seiner Zeit zu schreiben, und zwarvon Heriberts Tode (1045) an selbständig. Er führt die Geschichte bis 1085,erwähnt aber 3, 30 eine Tatsache, die erst ins Jahr 1099 (oder 1100) fällt.Es scheint, daß er die Dinge ziemlich lange, nachdem sie geschehen waren,schildert, denn obwohl er überall die Zeitfolge vernachlässigt, hat er sichdoch gerade zuletzt über alle richtige Chronologie hinweggesetzt. 5 Und somöchte man meinen, daß er als Greis, als sich seine Gegner ganz der Lagebemächtigt hatten, durch Darstellung der Ereignisse seinem Herzen Luftmachen wollte. 6 So schreibt er hauptsächlich von den Ursachen, durch dieder Klerus aus seiner Stellung gestürzt worden war.

Arnulfs Werk scheint ihm unbekannt geblieben zu sein, und wenn er sich(2,34 p.69, 45) der alten Zustände von Mailand erinnert, so hat er dochnatürlich über die früheren Zeiten Kunde einziehen müssen. Über die Zeitenvor 1045 hat er sich aus Büchern unterrichtet. Er benutzt die Kirchenväterund natürlieh Paulins Vita Ambrosii, das Registrum und die Dialoge Gre-gors L, die Schrift De situ urbis Mediolanensis, das Pontificale Romanum,die Langobardengeschichte des Paulus, Weihverse des Ambrosius in derKirche des hl. Nazarius und das Epitaph des hl. Fronto. Man hat nun langegeglaubt, daß die ganze ältere Geschichte der Stadt von ihm aus einemBuche aus Genua abgeschrieben ist, 7 doch haben die neuen Untersuchungenvon A. Ferrai hier anscheinend neues Licht verbreitet. Nämlich vor den

1 Hier ist er in der Grammatik nicht fest, 3 Vgl. Wattenbach, MG. SS. 8,32.

wie auch an anderen Stellen.Als seltene 4 Vgl. Otto Kurth, Landulf der Aeltere

Worte sind zu erwähnen 1,12 p. 10, 6 von Mailand (Halle 1885) S. 4.

terrefacere. 3,12 p. 19, 31 favoralis. 6 Vgl. Wattenbach, SS. 8, 33, 8 ff.

Dagegen ist die dort aus Bamberg nam- 6 Gegen Wattenbachs Aufstellung der

naft gemachte Schrift ,De urbe Medio- Abfassungszeit s. O. Kurth a. a. O. S.lOf.

lanensi I' das von Landulf benutzte Werk 7 Wattenbach meinte, daß er das sogar

ue situ urbis Mediolanensis. inderVorredeSS.8,37,8ff.angedeutethabe.