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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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507
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E. Kirchen-, Bistums-, Stadtgeschichte 507

Verfasser besorgte auch eine Uebersetzung ins Dänische, von der aber nur ein Fragmentübrigblieb (Olrik, Arkiv f. nord. Filol. 10, 283ff.). Ausgaben von St. J. Stepanius,Sorö 1644 (Notae, Sorö 1645), von Chr. A. Klotz, Leipzig 1771, von P. E. Müller undJ M.Velschow, Havn. 1839 und 1858; von A. Holder, Straßburg 1858. Ueber-setzungen der ersten neun Bücher ins Deutsche von L. Ettmüller, Leipzig 1870, vonH Jantzen, Berlin 1900, und besonders von P. Herrmann, Bd. 1 Text, Bd. 2 Kom-mentar (1901. 1922). Dänische Uebersetzungen vgl. bei P. Herrmann 1, VII. Literaturzu Saxo bei Holder p. XXVILX; außerdem C. Knabe, Einleitung z. e. neuen Ausg.d dän. Gesch. des Saxo, Torgau 1912 und E. Sievers, SB. Sachs. Ges. d. Wiss. phil.-hist. Kl. 1895 S. 175ff. zur Uebereinstimmung der benutzten Lieder mit Beowulf. FinnurJönsson, Aarboger for Nordisk Oldkyndighet og Historie.

EKIRCHEN-, BISTUMS-, STADTGESCHICHTE

1. ARNULF VON MAILAND

Arnulf, der Verfasser einer mailändischen Bistumsgeschichte, ist seinerPerson nach nur aus seinem Werke bekannt. Er gehörte zum ersten Standein der Stadt, den Capitanei, 1 und war der Urenkel eines Bruders des frü-heren Erzbischofs Arnulf. Jedenfalls war er ein Geistlicher, denn nur einsolcher konnte ein so großes Interesse am heimischen Erzbistum haben,wie er es zeigt, und der Stil seines Werkes ist ganz biblisch, wie sich auchsehr viel biblische Anführungen bei ihm finden. 2 Und er vertritt in seinerGeschichte den mailändischen Patriotismus sehr stark, 3 namentlich gegen-über Rom. 4 Daß es mit seiner Ausbildung nicht weit her war, gesteht erselbst ganz offen: Der Eintritt in das aristotelische Labyrinth und das Be-treten des Palastes eines Tullius sei ihm zu schwer und er habe niemals denkurulischen Wagen des Quadriviums bestiegen. Er biete daher eine aufschlichte Weise verfaßte Geschichte der heimischen Fürsten, der Erzbischöfeund der Bürger, wie er sie selbst erlebt oder von anderen gehört habe.Vielleicht war er 1059 Subdiakon in der Stadt, im Jahre 1077 aber hatte ereine höhere Stellung, denn er gehörte der Gesandtschaft an, die damals denFrieden mit Gregor VII. zu vermitteln hatte. Darin liegt auch die Wandlungdeutlich begründet, die aus seinem Werke selbst hervorgeht: Denn wenn ersich früher scharf gegen Hildebrand aussprach und noch dessen Politik alsPapst gegen die Erzbischöfe Atto und Gotifred als hinterlistig und doppel-züngig brandmarkte, 5 so bekannte er sich doch schließlich fast zu seinerPartei und sagt am Ende, daß die römische Kirche nie geirrt haben soll, 6und gebraucht das Wort des Ambrosius (De excessu Satyri fratris 1, 47):Wer von der römischen Kirche abweicht, ist nicht echt katholisch." 7 Ar-nulf konnte sich mit den modernen Verhältnissen nur schwer abfinden, erwar allem gewalttätigen Wesen abhold (3, 12f., 16f.) und als eine echteanima Candida mißt er auch dem Klerus zuweilen Schuld bei 8 und stellt

1 Vgl. Wattenbach, MG. SS. 8,1. 5 Vgl. 4,4. Sehr scharf ist auch 3,13

Die Ausgabe von Wattenbach, MG. p. 20, 27ff.

8b; 8, 631, läßt das allerdings oft nicht 6 5, 7 p. 30, 30 Romana certe numquam

3 5, nnen - errasse perhibetur ecclesia.

i Vgl. hierzu 3, 24 p. 25, 1 ff. ' 5,7 p. 30, 33 A Romana ergo ecclesiaqui-

vgl. 3,15 p. 21, 15ff. und 3, 17 p. 22, cumque dissentit, non est revera catholicus.

15ff.

So 3,14 p. 21,7.