D. Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 503
seine Länge bezeugt, daß es ursprünglich als das ganze Werk beabsichtigtwar. Dann verfaßte er die Bücher 15, 16 und 13 und legte hier die Geschichteseines Volkes nieder. Dann ging er an die Niederschrift der geschichtlichenTradition in Buch 11, das eine besondere Vorrede erhielt, und setzte siein 12 und 10 fort. Hierauf verfaßte er als Schluß dieses ersten Teiles diezweite Hälfte der Vorrede, die lediglich von der Geographie der Nordländerhandelt. Verfaßt ist dieser ganze erste Teil vor dem Jahre 1202. In diesemJahre wurde Andreas der Nachfolger Absalons, und es scheint, daß Saxonun den früheren Teil seines Werkes begonnen hat, indem er mit dem3. Buche begann, 1 die bis Buch 7 geführte Fortsetzung aber mit der Ab-fassung von 1 und 2 unterbrach und dann mit Buch 8 und 9 das Ganze ab-schloß. Zuletzt vervollständigte er die Vorrede, die er nun an Andreasrichtete und nach P. Herrmann 2 das letzte uns erhaltene LebenszeichenSaxos darstellt und etwa 1216 geschrieben ist. Der ganze zweite Hauptteilaber enthält nichts als die Wiedergabe der alten dänischen Volkssagen, nurin die beiden letzten Bücher (8, 9) sind einige geschichtliche Tatsachen ein-verwebt worden. Im ersten Teil der Vorrede spricht sich Saxo aber über seinBuch aus; er berührt sein Verhältnis zu Absalon und wendet sich dann anAndreas und erwähnt rühmend seine in Frankreich, Italien und Englanderworbene Bildung. Später redet er König Waldemar IL an und sprichtvon seinem und seiner Vorfahren Verhältnis zu ihm; dann erst beginnt derrein geographisch gehaltene und höchst wertvolle zweite Teil der Vorrede.
Zeugnisse. Zum Leben Saxos vgl. P. Herrmann, Erläut. z. d. ersten neun Büchernd. dän. Gesch. des Saxo Grammaticus I, 468f. 2, lf. Zu ihm und den Vorfahren vgl.Sax. Gr. GestaDanorum ed. A. Holderp. 4, 13 Ceterumprisco . . . obsequendi iuresaltemingenii viribus tibi militare constitui, cuius clarissimi patris castrensem miliciam parensavusque meus fidissimis bellici laboris operibus coluisse noscuntur. Zu Wilhelm vgl. 11p. 385, 20 intactus Wilhelmi tumulus mansit, donec nostris eum temporibus Hermannus .. .aperiri iusserunt. Zur Stellung bei Absalon und zu dessen Auftrag p. 1, 5 Danorummaximus pontifex Absalon patriam nostram . . . monumenti genere fraudari non passus,michi. . . res Danicas in historiam conferendi negocium intorsit inopemque sensum maiusviribus opus ingredi crebre exhortacionis imperio compulit . . . Quo evenit ut parvitas . . .supra vires niti . . . Igitur oneri . . . rüdes laboris humeros subicere coactus . . . audaciusquam efficacius parui. Erwähnung Saxos bei Sven Aggeson bei Langebeck, SS. rer. Dan.1, 56,15 cum illustri archipresule Absalone referente contubernalis meus Saxo elegantioristilo omnium gesta prolixius exponere decreverit. Zur Reihenfolge der Abfassung der ein-zelnen Bücher vgl. P. Herrmann a. a. 0. 1, 469. 2,1.
Anrede an Andreas ed. Holder p. 1, 26 te potissimum, Andrea, . . materie ducemauctoremque deposco ... 2, 4 Tum Galliam Italiamque cum Britannia percipiende literarumdiscipline . . . perscrutalus . . . splendidissimum externe schole regimen apprehendisti . . .,an Waldemar p. 3, 33 Te ergo, salutaris princeps ac parens noster . . . clarissima luxpalrie, Voldemare, dubium laboris huius progressum favore prosequi rogo. Die Worte p. 3,39 Siquidem preter paterne hereditatis arnpliiudinem conspicua regni incrementa finitimorumoppressione sortitus Albieque reciprocos fluclus propagate dominationis labore complexushaudmediocre claritatis momentum . . . laudis tue titulis adiecisti sind nach P. Herrmann1,469 so aufzufassen, daß sie auf die Gewinnung des Landes nördlich der Elbe durchWaldemar (1215) gehen.
Gesta Danorum. Wie erwähnt, teilte Saxo sein Werk in sechzehn
Bücher ein, von denen die sieben letzten zuerst geschrieben sind und die
eigentliche Geschichte enthalten, während die neun ersten, die die Sagen
der Vorzeit aufzeichnen, später abgefaßt sind. Von seinen Quellen, die er
s r. Uch 3 und 4 enthalten keine Verse. ehern der dän. Gesch. des Saxo gramma-
Erläuterungen zu den ersten neun Bü- ticus 1, 468 (Leipzig 1901).