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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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500 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

Ghisnensis terre derlei huius operis materiam dudum intaetam . . . reliquerunt; dort überseine Quellenbenutzung Non enim tantum visa sed quanta audivimus et recognovimus etpatres noslri narraverunt nobis commemorare intendimus. Zu den dem Grafen Arnold er-zählten Sagen vgl. 96 p. 607, 14 Proinde militem quendam veteranum Robertum dictumConstantinensem, qui de Romanis imperatoribus et de Karolomanno, de Rolando et Olivenet de Arthuro Britannie rege eum instruebat . . . et Philippum de Mongardinio, qui de terraJerosolimorum et de obsidione Anthiochie et de Arabicis et Babilonicis et de ultramarinarumpartium gestis ad aurium delectationem ei referebat, et cognatum suum Walterum de Clusanominatum, qui de Anglorum gestis et fabulis de Gormundo et Ysembardo, de Tristanno etHisolda, de Merlino et Merchuljo . . . diligenter edocebat familiäres sibi et domesticos secumretinebat et libenter eos audiebat. 1 Zu Walter und Lambert vgl. 96 p 607, 28 tandem rogatusa nobis omnibusque jamiliaribus Walterus de Clusa ut de Arsibus et de Ardensium gestisaliquid revolveret nobis et explicaret . . . coram omnibus et nobis hoc ipsum audientibusapposita ad barbam dextera et. . . ea digitis insertis appexa et appropexa 2 aperto in mediumore ineipit et dicit.

Historia comitum Ghisnensium. In einem ausführlichen Prologespricht Lambert zunächst über den Anlaß zu seinem Werke sowie über des-sen Entstehung und weist den Vorwurf, warum er schon mit Arnold demGroßen und Walbert von Ponthieu und Therouanne begonnen, aus der Bibelund aus der Entstehungsursache von Ovids Metamorphosen 3 zurück; so-dann weist er darauf hin, daß nach Cornelius Africanus, Pindarus und DaresPhrygius auch Homer lange nach dem troischen Kriege geboren sei und daßVergil nicht danach frage, woher Homer seine Kenntnis des Krieges er-halten habe. Und ebenso rühme sich Priscian, daß er ein Nachahmer deralten griechischen Grammatiker Apollonius und Herodianus 4 sei, und end-lich hätten ja Eusebius, Hieronymus, Prosper, Sigebert und Beda in ihrenChroniken 2395 Jahre dargestellt. Das Werk selbst beginnt mit dem TodeBalduins des Kahlen von Flandern. Lambert geht dann über auf den GrafenWalbert von Ponthieu und scheint, nachdem er vorher die Flandria gene-rosa benutzt hat, sich an eine fabelhafte Geschichte von Ghisnes zu halten;einen Grafen Sifrid Dacus von Ghisnes, der auch schon im Prolog erwähntwird, 5 mag er wohl selbst erfunden haben, da er allein von ihm spricht undkeine andere Quelle ihn erwähnt. Die Selbständigkeit von Ghisnes ist ihmdurchaus fest und sicher, denn er sagt, er habe aus allen ihm bekanntenflandrischen und boulognischen Chroniken sowie aus allen mündlichen Be-richten ersehen, daß Ghisnes niemals ein Anhängsel von Boulogne gewesensei. Ausführlich wird die Darstellung seit der Zeit des Grafen BobertManasses, und Lambert zeigt sich nun nicht nur in der Genealogie der herr-schenden Geschlechter auf das beste unterrichtet, sondern erzählt auch ihreKlostergründungen höchst sorgfältig und stellt auch ihre kriegerischen Un-ternehmungen eingehend dar. Zuweilen, aber selten, wird von literarischenDingen gesprochen, wie in Kap. 80f. die starke Zuneigung des GrafenBalduin zur Literatur berichtet und von einer Anzahl für ihn ins Franzö-sische übersetzter Bücher, darunter Solin, gesprochen wird. Auffällig istbei dieser doch wesentlich französischen Umgebung, wobei nie vom

1 Diese Stelle ist für die Literaturge- 2 Beide Wörter fehlen in den Lexicis.

schichte von hohem Interesse. Sie zeigt 3 Vgl. Philologus Suppl. 7, 749f.

vor allem, wie die romanische, keltische 4 Vgl. Prise. 2,1, 8.

und germanische Sagenwelt in diesen flan- 5 p. 557, 36 cum Sifridus ducentis ferme

drischen Grenzlanden zusammenfloß und triginta tribus annis antequam huic open

durch den Adel an den Höfen zum jeden- scribendi calamum aecommodaremus, apud

falls sehr begehrten Vortrag kam. Ghisnas comes extiterit.