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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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D. Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 499

sehenden Grafenfamilie, doch verlor er deren Gunst, 1 und um sie wieder-zugewinnen, unternahm er es um 1194, 2 die Geschichte dieses Grafenge-schlechts zu schreiben. Ende 1203 legte er die Feder nieder, doch ist derSchluß seines Werkes nicht vorhanden; da aber eine Kapitelübersicht vor-ausgeht und dort als c. 155 f die Apostrophatio ad invidos und Continuatioet adaptatio prineipii ad finem et perfectionem totius operis verzeichnetsind so ist nicht viel von seiner Darstellung verloren gegangen, zu der ervon dem Grafen Arnold von Ghisnes mehrfach aufgefordert worden war.Für die älteren Zeiten hat er sicher das ihm erreichbare Material sorg-fältig gesammelt und verarbeitet, er spricht von tarn Flandrie quam Bononiechronicis, 3 von vetustissime paginule* von chronicalia Furnensium scriptasowie von annales veterum. 5 Doch standen ihm hier nur vielfach Fabelnund Sagen zu Gebote, wie über die Boulogner Grafen Eustachius und Ra-gemarus und über den eienus non phantasticus sed cerus et divinus 6 under mag sagenhafte Gedichte über die Grafen von Ghisnes benutzt haben. 7Vielleicht hat er seine Nachrichten über den Fall Antiochias im erstenKreuzzuge aus dem Gedichte des Richardus Peregrinus ,La chanson d'An-tioche' genommen, wie Heller glaubt. 8 Wenn der letztere aber meint, daßdie Nachrichten beim Tode der Beatrix und der Christiana auf volkstüm-licher Grundlage fußen, so ist das kaum richtig, denn die Verse, die Lambertdort bringt, 9 stammen natürlich von ihm selbst, wie er auch mit einem ge-wissen Stolz sein für die Gräfin Christiana gedichtetes Epitaph wörtlichanführt. 10 Doch weiß er von Sagen zu berichten, die sich Graf Arnold vonGhisnes von mehreren Seiten erzählen ließ, und zwar durch den altenRittersmann Robert von Coutances, durch Philipp von Mongardinium unddurch Walter von Clusa. Und dieser Walter, der illegitime Sohn Balduinsvon Ardre, hat an Lamberts Werk insofern starken Anteil, als sich der Ver-fasser von ihm die Geschichte Ardres erzählen ließ und Lambert jenen Be-richt von den Anfängern Ardres unter Bischof Framericus von Therouanne(9751004) bis auf das Jahr 1149 erzählt (Kap. 96 bis 146). So setzt sichdie umfängliche Erzählung aus sehr verschiedenen Bestandteilen zusam-men, doch scheint der Verfasser das ganze Werk auf einen Zug geschriebenzu haben. 11

Zeugnisse. Aufschrift des Prologs (MG. SS. 24, 557,1) Inc. prologus Ardensisecclesiae presbiteri Lamberti super Ghisnensium historiam ad Arnoldum de Ghisnes, ähn-lich in der Praefatio p. 559, 26; beide Vorreden richten sich an Arnold. Zum Priesteramtund zur Priesterehe vgl. 134 p. 628, 45 Qui Arnoldus postea duxit in uxorem Christianammagislri Lamberti Ardensis ecclesie quandoque presbiteri filiam, 149 p. 637, 50 und 638, 27-voeavit nos et filios nostros Balduinum et Willelmum. Anlaß zu dem Werke Prol. p. 557,4veslris tarnen . . . crebris suecumbentes postulatinoibus, Ghisnensis Arnolde, qui nobis pa-tncius estis et dominus, Antrieb dazu 149 p. 638, 22 Hec est autem maxima causa . . .quare ad recuperandum videlicet eius amorem et gratiam huic operi insudare coneepimus.Meist lobt er das herrschende Geschlecht, selten, wie 95 p. 606, 7 ff. liest man einen Tadel.Bis dahin fehlte eine Geschichte von Ardres, vgl. Prol. p. 557,9 maxime cum nominatissimi

1 Vgl. darüber Hist. com. Ghisn. 149 6 c. 19. 2022.(MG. SS. 24, 637, 44«.). 7 c. 1821 p 571«.

Vgl. Heller, MG. SS. 24, 551. 8 p. 551.

c. 15 p. 569, 17. 4 c. 3 p. 564, 23. 9 c. 61 p. 591 und c. 85 p. 600.

c. 101 p. 610,12 und 15 p. 569, 24, vgl. 10 c. 85 p. 601.

15 P- 5 ?0,11. ii Vgl. Heller p. 551.

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