D. Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 451
ander die dazu noch meist asyndetisch aneinander gereiht werden und inihrer Kürze häufig Unterschriften zu Bildern gleichen, 1 so daß zu ihrem wirk-lichen Verständnis der biblische Text verglichen werden muß. Diese Artder Dichtung fanden wir früher schon bei Alphanus und es scheint fast, daßsie mit der Dichterschule von Monte Cassino zusammenhängt. Hierzu kommtdie Einförmigkeit in der Versbildung, da die Caesur stets nach der Penthe-mimeres verlegt wird und sich kein andrer Vers findet. 2 Auch einige Ein-schaltungen können das Gedicht nicht lesbarer machen, wie 3, 3 Vs. 27—50die späteren Wirkungskreise der einzelnen Jünger mit kurzer Angabe überihre Todesart besprochen werden. Nur das erste Kapitel des vierten Buchesmacht eine Ausnahme. Es trägt die Überschrift Quos triumphos ab impera-toribus quosve a piscatoribus Roma optineat. Amatus spricht hier von denfrüheren Siegen, Triumphen und Gesetzen Roms und meint, daß kein grie-chischer oder hebräischer, kein barbarischer oder lateinischer Dichter denRuhm der Stadt wirklich besingen könne. Nur ein Cicero habe ihn be-schreiben können, und ein Titus Livius, ein Lucan, ein Maro und ein Nasound der wunderbare Varro, den das Kloster Monte Cassino hegt, 3 habenüber sie würdig gedichtet und sie heiße die Königin der Welt. Was seienaber alle diese Ehren gegen die, welche Rom durch einfache Fischer er-hielt? „Jetzt kommen die Völker der Welt und bringen dir von selbstGeschenke, und durch bloße Worte und nicht mit Waffen zähmst du dieÜbermütigen. Und durch einen Fischer ist es dir verliehen, den Himmelzu öffnen und zu schließen, von der Schuld zu lösen und die Sünde zubestrafen." Im Gedankengang aber erinnert dies Kapitel sehr an das Ge-dicht des Alphanus an Hildebrand, und es ist fast als sicher anzunehmen,daß es dem Amatus bekannt gewesen ist. Jedenfalls verband Amatus mitseinem Werke den Zweck, in Petrus das Papsttum zu preisen und sichGregor VII. gefällig zu erweisen. 4
Zeugnisse. Das Vorwort an den Papst ist in der Hs. (unten) nicht ganz erhalten, dadas Blatt abgeschnitten ist; der Rest heißt (Ausg. von Gaudenzi, Bullettino dell' Isti-tuto stör, italiano 7, 49) versiculos Petrum ipsum non hesitavero suscepisse. in eo tandemomne meum consummabitur votum, si per te et benedictionem apostolicam et absolutionemmeorum percipere promeruero peccatorum. Titel des Werkes als Aufschrift des ersten Buches(Gaudenzi p. 50) Liber Amati monachi Casinensis destinatus ad dominum Gregoriumpapam in honore beati Petri apostoli. Die auf Gregor bezüglichen Stellen 1, 5, 74 Pastorpastori dederat, quam, papa Gregori, Ipse potestatem gratis tibi cessit eandem, Qua celumelaudis, aperis, qua vincula solvis; 1,17, 192 Hoc preceptoris tibi ius dat, papa Gregori und2,7,67 (vgl. oben). Bezüglich der Kapitelzahlen in den vorangesetzten Zusammenstellun-gen und der wirklichen Anzahl der Kapitel ist das Verhältnis im ersten Buche 26 zu 25,im zweiten 12 zu 18, im dritten 15 zu 26 und im vierten 23 zu 24, also 76 zu 93. Aus dieser\ erschiedenheit dürfte aber hervorgehen, daß die von Gaudenzi benutzte Hs. trotz dervon ihm p. 48 namhaft gemachten Korrekturen kaum auf den Verfasser selbst zurückgeht,zu welchem Glauben ihn wohl die in Paris in die Hs. eingesetzten Worte Hie liber scriptusju.it anno domini 1070 ut ex pergamenis per aeeidens recisis colligebatur bewogen. Ursprüng-lich war das Gedicht wohl nur auf den Ruhm Petri berechnet und ich glaube, daß die Auf-
1 Ob hier das Dittochaeon des Prüden- Gedicht ist das Fehlen des Hiatus, eine
tius als Vorbild gedient hat, möge dahin- Erscheinung, die man gewöhnlich erst
gestellt sein; Anklänge konnte ich nicht später ansetzt.
entdecken. Solche sind überhaupt höchst 3 Varro war also im Kloster vorhanden.
selten, mir ist nur 3, 268 vasto de gurgite Es ist hier an De lingua latina zu denken.
tnetam (Aen. 1,118) und 4, 226 Perfidus i 4, 48 ist oportunaque zu schreiben, 127
medneo (Sedul. Pasch. G. 2, 8) aufgefallen, ignitum, 281 deserat, 377 Spiritus für Spes.Jane weitere Eigentümlichkeit bei dem
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