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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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449
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D. Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 449

n }i ar ald und eingenommen für Wilhelm, trotz gegenteiliger Versiche-ung 1 Dann w * rcl °^ e Krönung zu Weihnachten 1066 erzählt und der neueKönig wird gepriesen wegen seiner Milde gegen seine Vasallen, gegen dieenglische Kirche, die Armen und die Kurie. Hierauf geht der Verfasser zurDarstellung der innern Politik Wilhelms über, die sich auf Frieden und Sittebeziehe. Endlich zieht er Caesars Bellum Gallicum und seine Feldzüge gegenBritannien zum Vergleich mit Wilhelms Großtat heran, um zu zeigen, daßWilhelms Erfolg der bedeutendere gewesen ist. Sehr ausführlich wird derVergleich der Angriffe, Kämpfe, Eroberungen und Erfolge beider gegeben,auch werden Titus und Pompejus hineinbezogen. Schließlich hebt der Ver-fasser die hohe Tugend und den Edelmut Wilhelms hervor und preist dieSicherheit, deren sich England nun erfreue. Mit dem Tode des angelsäch-sischen Grafen schließt das Werk unvermittelt.

Daß Sallust benutzt ist, ergibt der Satz col. 1253B Pudet eminus pugnare, gladiis remnrere audent.. . summa vi certatur, vgl. Sali. Cat. 60, 3. 2 Von seltenen Worten sind zu er-wähnen col. 1225C summates, 1226A consiliosissimi, 1226B multuplo, 1268D regionatim.Ueberlieferung. Eine Hs. fehlt heute. Ausgaben (nach einer Hs. der Cottoniana) vonDuchesne, Hist. Norm. SS. antiqui p.178213; J. A. Giles, SS. rerum gestarum Willel-mi Conquestoris (London 1845) p. 78159; Migne 149, 12171270; angekündigt vonR.Prentout in Les classiques de l'Hist. de France au moyen äge. Vgl. Lappenberg,Geschichte von England 2,376f., Hardy, Descriptive catalogue of materials 2,8f. Hist.litt.8; besonders G. Körting, Wilhelms von Poitiers Gesta Guilelmi ducis Normannorum,Dresdenl875 J.Marx (Melanges d'hist. du moyen äge offerts ä Ferd. Lot (Paris 1925)p. 543548.

4. AMATUS VON MONTE CASSINO

Amatus, um 1030 in Salerno geboren, kam wenig vor 1061 nach MonteCassino, wo er ins Kloster eintrat; er erscheint in einer Urkunde des Klo-sters von 1061 als Zeuge. Er nahm an dem wissenschaftlichen und literari-schen Leben, das dort unter Abt Desider erblühte, regen Anteil und galt imKloster als begabter Schriftsteller und vortrefflicher Dichter. So richteteer um 1075 an Gregor VII. ein längeres Gedicht zu Ehren des hl. Petrus invier Büchern, das noch erhalten blieb. In einem weiteren Gedicht besangerden Ruhm des Papstes, eine andreDichtung verbreitete sich über die zwölfEdelsteine (nach der Apokalypse) und über die Himmelsstadt Jerusalem, dochsind diese beiden Dichtungen verloren. Endlich verfaßte er ein groß ange-legtes Werk über die Geschichte der Normannen in Italien, das sich aber nur ineiner französischen Übersetzung erhielt; dies Werk widmete er dem Desiderund er hat 1085 anscheinend noch daran geschrieben. Petrus Diakonus unddas Casineser Nekrologium nennen ihn Bischof und Mönch, er muß also diebischöfliche Würde erhalten haben. Und das ist wohl vor Vollendung seinerNormannengeschichte durch Gregor VII. geschehen, den er sich durch dieWidmung des Petrusgedichts verbunden hatte; in seiner Geschichte urteilteer sehr frei über römische Verhältnisse und zeigt sich mehr als Anhängerder altkluniazensischen Richtung als auf Seiten der extremen Reformparteistehend. An einem 1. März, unbekannt in welchem Jahre, starb er.

Zeugnisse. Zur Chronologie vgl. G. Baist, Forsch, z. deutsch. Gesch. 24, 280f. (gegenf - Hirsch, daselbst 8, 206f.). Zu Salerno vgl. Ystoire de li Normant 8,1 (ed. O. Delarc

1 col.l256D iVos t£6i, Herolde, non insul- 2 Vgl. auch G. Körting, Die Anfänge

amussedcum pio victore tuam ruinam lacri- der Renaissanceliteratur in Italien 3, li

matof\) miseramur et plangimus te. 8587.

H -<U.IX2, 3 29