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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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448 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

admodum regno Anglico non solum forti manu potitus fuerit, sed et iustitiae legibus not' 'debuerit. Zu historischen Darstellungen, die Wilhelm noch kannte, vgl. Migne 149 1217AVerum de genealogia horum germanorum 1 et quod hereditatem eorum Dani invasioneoccunverint, satis alii scripsere. Das Werk Caesars De bello Gallico wird erwähnt col. 1266AAttestantur commentarii eloquentia ipsius diclati, es dient dem Verfasser aber sehr reichlichvorher und nachher zu dem Vergleich Wilhelms mit Caesar, der ganz zugunsten Wilhelmsausfällt. Zum Verhältnis zu Wilhelm von Jumieges vgl. J. Marx, Guillaume de JumiteesGesta Normannorum ducum (Rouen 1914) p. XVIIIf. s '

Gesta Willelmi Conquestoris. Die Erzählung beginnt mit KanutsTode und dem Aufstieg von Ethelreds Söhnen. Die Grausamkeit des GrafenGodwin gegen Alfred veranlaßt den Verfasser zu einer Apostrophe an denGrafen, sein Sohn Harald werde dafür einst in gerechter Weise durch HerzogWilhelm getötet werden. Dann wird die Politik des Normannenstaates gegenFrankreich ausführlich dargestellt, der Angriff Heinrichs I. auf die Nor-mandie geschildert und der Tod dieses Königs mit Genugtuung gemeldet.Dann gewinnen englische Verhältnisse die Oberhand und der Leser erfährtden Eid, den Harald dem Herzog Wilhelm geschworen hatte. Nun begibtsich der Verfasser auf ein bedenkliches Gebiet; er schildert nämlich die Bre-tagne nach Land und Leuten, aber er gebraucht zu seinem Gemälde Farbendie nicht echt sind. 2 Dann rühmt er Wilhelms Vorliebe für geistige und be-sonders für geistliche Dinge, seine Freundschaft mit Lanfranc von Bec, dieGründung von St. Stephan zu Caen. Ein Vergleich des Erzbischofs Mauri-lius von Rouen und des Abtes Gerbert von St. Wandrille fällt zuungunstenPiatos aus. 3 Auf eine ausgedehnte Darstellung der gesamten KirchenpolitikWilhelms folgt nun die große Entscheidung. Von allen Seiten geehrt undgefürchtet stand die Normandie da, als Edward stirbt und Harald die KroneEnglands annimmt. Doch Wilhelm war gerüstet und hatte eine Reihe treff-licher Berater und starker Verbündeter. Bei der Überfahrt wagte er größe-res als einst Agamemnon oder Xerxes, und das Mahl, das Wilhelm auf derFahrt gab, zu beschreiben, hätte Vergil sich nicht geschämt. Sehr ausführ-lich werden dann die Botschaften mitgeteilt, die sich die Fürsten zukommenließen,und möge", sagt der Verfasser,die gerechte Entscheidung, dieWilhelm dem Feinde anbot, mehr Menschen unter die Augen kommen alsmeine Schrift" ; 4 Dann wird der Beginn der Schlacht und ihr Verfolg erzähltund zwar lebendig und eindrucksvoll. Die Führer im Kampfe werden ge-nannt, 5 aber vor allem wird doch Wilhelm gerühmt. In Einzelheiten ist dasGedicht Widos von Amiens zuweilen ausführlicher, wie z. B. bei dem Ver-lust dreier Pferde, der Wilhelm traf, aber anschaulicher und lebendiger istWilhelm von Poitiers. Der Wettkampf des Herzogs mit Harald erscheintnun auch in klassischem Lichte, denn er wird verglichen mit dem zwischenAchill und Hektor und zwischen Aeneas und Turnus, und es wird gesagt,daß Statius und Vergil 6 jenen Wettkampf zum Ausgangspunkt berühmterWerke hätten machen können. Die ganze Darstellung aber ist ungerecht

1 Nämlich Edwards und Alfreds, der mentis acumine quam Plato.

Söhne Ethelreds. 4 col. 1251 D eloquentiae Romanae man-

2 Vgl. Migne 149, 1238B Partibus equi- mus auetor Tullius nach Lucan B.C.7,62.dem in Ulis miles unus quinquaginta gene- 5 col. 1254 D.

rat, sortitus more barbaro denas aut amplius 6 col. 1255 C Scriptor Thebaidos velAena-uxores, quod de Mauris veteribus refertur. dos . . . ex actibus huius viri aeque magnum

3 col. 1243 B alio multoque perspicatiori plus dignum conficerent opus.