444 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung
dann folgt die Abtswahl Anselms mit Verweisung auf Eadmers Vita An-selmi, 1 der Robert dann die unmittelbar bei ihm folgenden Angaben überzwölf Werke sowie das Leben Anselms in der Hauptsache entnahm- Wil-helm aber berichtet am Schluß des sechsten Buches von Roberts Pilgerfahrtnach Jerusalem und von seinem Tod in Nicäa. Im siebenten Buche gelangtder Verfasser endlich zu Herzog Wilhelm, von dessen Jugend er einigesmitteilt, um bald zu den Aufständen der Großen und den Angriffen Hein-richs I. von Frankreich überzugehen. Er spricht dann von Kanuts Todeder Nachfolge seiner Söhne und von der Thronfolge Edwards des Bekennersin England. Die Einschaltungen Orderics, die nun folgen, beziehen sich be-sonders auf die Politik der nordfranzösischen Großen und auf Leos IX.Konzil in Reims, während Roberts Zusatz Kap. 22 über sämtliche Klösterdie von Wilhelm und seinen Großen gebaut oder wiederhergestellt wurden 2einen Einblick in die geistliche Politik des Herzogs gewährt. Wichtig istder Zusatz Orderics Kap. 30 über die Geschichte der Normannen in Italienbis auf Robert Guiscard. Sehr schnell eilt dann der Verfasser über dieSchlacht von Hastings hinweg, nachdem er den Tod Heinrichs I. berichtethat. So erfährt man hier über die eigentliche Katastrophe Englands nurwenig, doch hat Orderic hier manches ergänzt und weiter ausgeführt.Dann nimmt Wilhelm London ein und erhält Weihnachten 1066 die Sal-bung und Krönung. Ausführlich handelt der Verfasser über den Tod des Erz-bischofs Maurilius von Rouen. Wilhelm eilt nun schnell zum Schlüsse undversieht sein Werk mit einem kurzen Epilog. Daran schließt sich der schonoben berührte Abschnitt De obitu Willelmi aus Caen. Das achte Buch da-gegen ist ganz von Robert von Torigni geschrieben, 3 der sich hier wie auchsonst schon früher in genealogischen Dingen außerordentlich bewandertzeigt.
Dies achte Buch, das Robert mit einer Vorrede versah, will die GeschichteHeinrichs I. geben und geht vorher auf die kurze Regierung Wilhelms ILund auf seinen Bruder Herzog Robert ein. Im Anfang liest man von Thron-streitigkeiten und von der Erhebung Anselms zum Erzbischof, sowie vonder Vermählung Heinrichs I. mit Mathilde, der Tochter König Malcolmsvon Schottland und der Königin Margareta. Während aber vom KreuzzugRoberts fast gar nichts mitgeteilt wird, erfährt man viel vom Streite mitseinem königlichen Bruder und von dessen Politik gegen Flandern. 4 EinBeispiel von der scharfen Gerechtigkeit Heinrichs I. liest man in Kap. 23gegen die Münzverschlechterer in England. Eine längere Abschweifung(Kap. 26) über die Abstammung der französischen Könige aus dem Hauseder Grafen von Anjou führt Robert auf die Gesta regum Franciae zurück,die uns heute nicht mehr vorliegen; hierbei wird erwähnt, daß Robertvon Frankreich Schüler Gerberts gewesen sei. Man erfährt dann von einer
1 p. 244 in libro qui de vita ipsius scribitur, 3 Dieser hat auch die zwei letzten Kapitelfacüe . . . reperiet. 43f. des siebenten Buches De morte Ro-
2 Hier (7,22 p.255) wird auf Gilberts berti Wiscardi und De morte Wilhelmi re-Vita Herluini angespielt: librum qui de gis hinzugesetzt.
vita eiusdem . . . conscriptus est a . . . Gis- 4 Mehrere Kapitel, nämlich ein Teil vonleberto Crispino postea abbate Westimona- 17, dann 18 ff. ganz und 21 zum Teil fehlensteriensi. in der Überlieferung.