D.Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 443
nobitae cognomento Calculi et Willermi Pictavensis . . . qui de gestis Normannorum stu-T\e scripserunt et Willermo iam regi Anglorum javere cupientes praesentaverunt und endlichr llelmus quoque cognomento Calculus Gemmeticensis monachus Dudonis materiam subtiliter
licavit facete adbreviavit et successorum actus usque ad subiectionem Anglorum adiecit,K ost certamen Senlacium narrationem consummavit. Zu den Quellen des Werkes vgl. J.Marx' q p.XVIf. In der Vorrede zum 6. Buch (Marx p. 97) heißt es Hactenus clarissimisrecedentium Normannorum ducum gestis inelimato stili nitore 1 in propatulum expressis con-muens videtur ut qui nostri floruerunt etate temporis in huius stadio gymnasii opportunumnhtineant loci stationis. Quorum actus partim intuitu partim veracium relatu comperimus,auos plurimorum notitiae . . . propalare decrevimus. Zu den Zusätzen von Wilhelm, aus\\ Stechan von Ordericus und Robert vgl. die Ausgabe von Marx p. X — XII und be-sonders XVI, XXII-XXIX.
In der Vorrede der Chronik Roberts von Torigni (Chronique de R. de T. ed L. Delisle1 96) heißt es Ad quod opus me adiuvabunt et historia, quam de ipso rege noviter defunctoe'didi et gestis ducum Normanniae adieci und im Briefe Roberts an Gervasius (ib. 2, 339)Elquoniam de singulis ducibus a Rollone usque ad Henricum nobilissimum regem Anglorumet ducem Normannorum singuli libri apud nos retinent, dignum iudicavi res gestas illiussummatim describendo historiis antecedentium ducum superadicere.
Gesta Normannorum ducum. Die Darstellung beginnt mit der Ent-stehung der fränkischen Kirche und dem Bruderkrieg der Söhne Ludwigs.Schnell wird der Übergang zu den Goten und Daciern bewerkstelligt, diemit den Dänen gleichgestellt werden, und der Zug der Normannen von 851gegen das Frankenreich erzählt, wobei das zu Chlodovechs Zeiten durchPhilibert begründete Kloster Jumieges, das an 900 Mönche zählte (!), ver-brannt und ganz Neustrien sowie Paris und der Westen bis zur Auvergneheimgesucht wurde. Das erste Buch schließt mit der Gewinnung von Ghartresdurch Hasting unter Karl dem Kahlen. Das zweite Buch handelt von denTaten Rollos und ist später durch Robert aus Dudo stark interpoliert; esist, wie auch das nächste Buch über die Taten von Rollos Sohn Wilhelm, sehrkurz gehalten. Reicher wird die Darstellung im vierten Buche über dieZeiten von Wilhelms Sohn Richard I., in denen die normannische Macht sichüber den Norden Frankreichs weit ausbreitete. Freilich ersetzt der Ver-fasser sehr oft den Mangel an Nachrichten durch gehäufte Phrasen. 2 Dasnächste Buch spricht über die Zeiten Richards IL, da die Normannen mehrin die europäische Politik eintreten. Wilhelm spricht hier von der unglück-lichen Regierung Ethelreds IL, von der dänischen Vesper, der AnkunftSvens von Dänemark und der Regierung Kanuts, ferner vom Streite desGrafen Odo von Chartres mit Richard IL und von der NormannenpolitikRoberts von Frankreich; interessant ist Kap. 2 die Darstellung eines Bauern-aufstands. 3 Das sechste Buch erzählt ganz kurz von Richard III. und dannvon seinemBruder Robert, es erhält aber erst seine besondere Bedeutung durchRobert von Torigni, da dieser in Kap. 9 eine ausführliche Geschichte desKlosters Bec 4 gab. Er spricht hier vom Gründer Herluin, von dessen Ab-stammung und Leben sehr ausführlich, beschreibt die Landarbeiten desAbts und seiner Mönche, erzählt von der Bitte Lanfrancs beim Abte umem größeres Kloster, von seinem Abgang nach Caen und der Wahl zumErzbischof sowie von Herluins Tod, mit der Erwähnung von zwei Epitaphien,von denen das zweite 5 einen in der Dichtkunst geübten Verfasser verrät;
Ahnlich in dem Widmungsbriefe p.l i Der Name ist germanisch, vgl. p.238
n ° n ■■• lepore seu nitore sed inelimato stilo. locum . . . qui a rivo illic mananti Beccus
Vgl hierzu besonders Kap.l über die appellatur.
Jugend Richards I. (p.45). 5 Marx p.244. Vs.2 vgl. Verg. Aen.3, 68.
P-/3 ed. Marx.