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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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442 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

Zusätzen hat Wace in seinem Roman de Rou ausführlich wiedergegeben 1gemacht wurden sie einige Jahre nach Wilhelms Tode in dessen Begräbnis-kloster. Von großer Wichtigkeit aber war es, daß Ordericus Vitalis in Saint-Evroult das Werk in die Hände bekam und eine sehr große Reihe von be-deutenden Zusätzen noch vor dem Tode Anselms von Canterbury (21. April1109) damit verband, 2 die sich namentlich auf die Geschichte einiger hohernormannischer Familien beziehen; sie waren ihm wohl vielfach von Nor-mannen mitgeteilt worden, die aus Italien in die Heimat zurückkehrten.Manches, was Ordericus hier erzählt, hat er übrigens in seiner Kirchenge-schichte ausgelassen. Die Zusätze beziehen sich auf den größten Teil des7. Buches.

Aber von noch größerer Bedeutung ist die Bearbeitung, die Robert vonTorigni, auch de Monte genannt, dem Werke angedeihen ließ. Dieserwurde gegen 1149 in Bec Prior und 1154 zum Abt von Mont-Saint-Michelerhoben und schreibt in der Vorrede seiner Chronik, die eine Fortsetzungderjenigen vonSigebert darstellt, daß er dazu seine eigene Darstellung derGeschichte Heinrichs I. benutzte, die er den Gesta ducum Normanniaehinzugefügt habe. Und in einem Briefe, in dem er den Prior Gervasius vonSt. Ceneri wohl im Jahre 1152 zur Abfassung eines historischen Werkesauffordert, sagt er, daß er die Geschichte Heinrichs I. mit derjenigen derfrüheren Normannenherzöge verbunden habe. Da wir nun wissen, daß Ro-bert seine Chronik um das Jahr 1150 begonnen hat, 3 und da er die letztenBücher von Ordericus Kirchengeschichte, die 1141 bis 1142 erschienen,benutzte, so wird Robert seine zahlreichen Erweiterungen zu den Gesta undderen achtes Buch gegen 1149 geschrieben haben. Außer Orderic verwendeteer Lanfrancs Leben von Eadmer und Herluins Leben von Gilbertus Cris-pinus. Besonders unterrichtet zeigt er sich über klösterliche, überhauptüber geistliche Verhältnisse, wie er vor allem 6, 9 die berühmte Geschichtedes Klosters Bec in ihren Anfängen eingelegt hat. Auch gestaltete er inso-fern das ganze Werk lesbarer, als er die Kapitelüberschriften hinzufügte. 4Und in solcher Gestalt wurde das Werk später besonders benutzt und abge-schrieben, da die Zahl der Handschriften in Roberts Bearbeitung der Hand-schriftenzahl aller übrigen Bearbeitungen gleichkommt.

Zeugnisse. Widmung (ed. Marx p. 1) Rio . . . Anglorum regi Willelmo Gemmeticensiscenobita . . . Willelmus . . . Opus hoc . . . in Normannorum gestis ducum de diversis exertumcodicibus . . . contexui vestraeque idem dicans celsitudini. . . chronicorum bibliothecae deh-gandum decrevi ... (p. 2) Principium namque orationis usque ad Ricardum secundum aDudonis periti viri historia collegi, qui quod posteris propagandum cartae commendarit aRudolfo comite, primi Ricardi fratre diligenter exquisivit. Reliqua vero quae partim rektuplurimorum . . . partim certissimo indice proprio visu didici, privatim mea dono . . . 5 (p. 3)En habetis vestram . . . et pacem et bella simul piissimi genitoris vestri. . . ducis Rodberti.Die Angaben des Ordericus über den Verfasser sind 3 Prol. (Migne 188, 229) QuemGuülel-mus cognomento Calculus Gemmeticensis cenobita secutus eleganter abbreviavit et de quatmrducibus qui successerunt, breviter et diserte res propalavit; ferner 3, 12 (col. 261B) Quisin-gulos conflictus . . . diligenter voluerit perscrutari, legat libros Wülermi Gemmeticensis

1 ed. Andresen 2 Vs. 1979ff. 2389ff. 3 Chronique de Robert de Torigni ed.und 2313ff. 3080ff. Vgl. hierzu J.Marx L. Delisle 2, 1. nin Melanges Charles Bemont. 4 Zu Robert von Torigni vgl. Marx a.a.u.

2 Nachgewiesen von L. Delisle in Orde- p. XXVII ff.

rici Vitalis Hist. eccl. von Prevost 5, 5 Weiter unten heißt es populan aura..-LXXIIIff. blandiente nach Hör. C.3, 2, 20.