440 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung
c. 9 p. 456 magno gaudio gavisus est = Matth. 2,10 und c. 17 p. 462 usque ad minzentead parietem = 1 Reg. 25, 22; 1 p. 452 (20 p. 464) steht hostis (Ismaelitica) für exercitR 1Zum Konzil von Oviedo vgl. Kap. 10—13, wo es Kap. 11 p. 458 heißt sicut praedietus princeps magnus Carolus per Theodulfum episcopum nobis significavit.Ausgabe besonders von H. Florez, Espana sagrada 2 14, 452—472.
Ist schon die Chronik Sampiros keine hervorragende Geschichtsquelleso ist das bei ihrer Fortsetzung noch viel weniger der Fall. Nämlich der Bi-schof Pelagius von Oviedo hat am Beginn des 12. Jahrhunderts die Ge-schichte der Könige von Leon von Veremund II. bis auf den Tod AlfonsVI. (1109) weitergeführt. Er begnügt sich aber mit einer sehr geringwertigenBerichterstattung, denn mehrfach führt er nur die Frauen und die ehelichenund unehelichen Kinder des Königs auf oder berichtet nur von den Zwistig-keiten und Bruderkriegen der Fürsten. Bei Veremund II. überwiegen dieSchandtaten dieses Fürsten, und die Wunder, die sich mit dem von ihm ge-fangen genommenen Bischof Gudesteus von Oviedo zutrugen, werden ganzausführlich erzählt. Besonders aber treten diese Mängel bei der langen Re-gierung Alfons VI. hervor, denn Kap. 11 wird gänzlich ausgefüllt mit denNamen der maurischen Städte und Schlösser, die der König seinen Fein-den abgewann, Kap. 12 rühmt nur die große Sicherheit, die unter seinerRegierung im Reiche waltete, Kap. 13 erzählt ein Wunder aus der KircheSan Isidoro zu Leon, Kap. 14 berichtet nur von den Frauen und Konku-binen des Königs und das Schlußkapitel 15 gibt Kunde von der Trauerbei seinem Tode; das sind die längsten Abschnitte des ganzen Werkes,von dem sie etwa ein Drittel einnehmen. Man sieht hieraus deutlich, daßdie spanische Historiographie damals noch auf einer tiefen Stufe steht.Berührung mit dem Ausland kennt man nur nach der afrikanischen Seitehin und eine einzige Stelle berichtet von Zusammenhang mit Rom, nämlichKap. 10 wird Gregor VII. erwähnt: Alfons VI. schickte Gesandte zumPapst Hildebrand, genannt Gregor VII., um das Mysterium Romanum 1zu erhalten.
In Kap. 15 p. 490 heißt es Cur pastor oves deseris? Nam commendatum tibi gregem etregnum invadent cuncti Sarraceni mit Benutzung von Sulp. Sev. Ep. 3,10 p. 148, 8ff. 2 Aus-gabe besonders bei H. Florez, Espana sagrada 14, 480—490.
2. WILHELM VON JUMIEGES
In dem bedeutenden nordfranzösischen Kloster Jumieges auf normanni-schem Boden lebte in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts ein MönchWilhelm, mit dem Beinamen Galculus. Vielleicht unternahm er es aufden Wunsch Wilhelms' des Eroberers eine Geschichte der normannischenHerzöge zu schreiben, indem er vom Einfall jenes Volkes nach Westfrankenausging und die Taten und Schicksale des Herzogshauses bis zu dem Zeit-punkt schilderte, da Wilhelm schon England erobert hatte und den north-umbrischen Aufstand siegreich niederwarf. Da diese Tatsache, die insFrühjahr 1070 gehört, das letzte Ereignis der ursprünglichen Darstellungist, so hat J.Marx die Abfassung des Werkes mit Recht in dieses oder
1 Wohl das Officium Romanum. beim Bericht über den Tod des Königs
2 Ist auch in der Chronica Adefonsi im- verwendet worden,peratoris 2, 94 (Espana sagrada 21, 396)