D. Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 439
nitris defectibus noctem inducere quam solem injerre pudendis. Sed quibus cordi est ut inu0( l se niel coepimus nos continuemus proposito . . . stimulos addunt proponentes historio-ravhorum disertissimos Titum Livium videlicet Romanorum non solum prospera sed etiamniversamandasse litteris. (890 A) Vinci/nur ergo et quae subsequentia ministrabunt tempora,acut coepimus ■ — utinam fausta feliciaque — auctore domino vita comite scriplo mandarediligenter, a secundo proposito revocati.
Nicht selten sind Anführungen aus alten Autoren, Solin 2, 7. 4,10. 8, 4. 8, 9. 19, 26.Verdi 2 23. 1 11, 6.13,1. Ovid 4, 10. 9, 12. 15,16. 16, 24. 17, 27. Horaz 1, 16. 5, 9. 14, 6.14 14 16 Praef. Lucanl3, 1. Juvenal 2, 23 1 . 7, 1. Statius 1,11. 10, 20. Orosius 2, 7. 2Zu Sprichwörtern vgl. 9,1 col. 434B. 13, 23 col.571D. 14, 10 col.587D. 14,14 col.593C.
Ueberlieferung. In alten Katalogen habe ich das Werk nicht gefunden. Hss. Paris.6066 s XIII, 4604 s. XV, Suppl lat. 188 s. XIII; Vatic. 2002 s. XIV, Vat. reg. 690 s.XIII.Montpellier 91 s.XIII. Mus. Brit. King's libr.14. C. X. 1—4 s.XIII. Cantabr. Corp. Chr.Coll.95s.XIV. Matrit. B. b. 29 s.XIII. Ausgaben: Basil. 1549. Bongars, Gesta dei perFrancos 1, 625. Recueil des hist. des crois. Hist occid. 1, I. II. Migne 121, 209—892.\H Hist. litt. 14, 587. Sybel, Gesch. d. 1. Kreuzzugs 2 S. 108—142. H.Prutz, NeuesArchiv 8,93—132. Verhälnis zu den Gesta Ludovici VII vgl. L.Streit, Forsch, z.deutsch. Gesch. 17,618 und B. Kugler, Anal. z. Gesch. des 2. Kreuzzugs, Tübingen 1878.
Schon zu Ende des 12. Jahrhunderts wurde das Werk französisch übersetzt als L'E-stoire de Eracles, Ausgabe unter dem Text im Recueil des. hist. des croisades. Fortsetzun-gen erhielt es durch Ernoul ecuyer de Balian und durch Bernard le Tresorier, Ausgabebesonders von L. de Mas Latrie, Chron. d'Ernoul et de Bernard le Tres., Paris 1871;über weitere Fortsetzungen und Übertragungen vgl.PotthastS.561f. — Vgl. H a s k i n s,The renaissance of the XII th Century S. 270f.
DVOLKS-, DYNASTEN-, FÜRSTENGESCHICHTEN
1. SAMPIRUS VON ASTORGA UND PELAGIUS VON OVIEDO
Sampirus — sein Name wird von Sanctus Pirus abgeleitet — warPresbyter zu Leon und Notar des Königs Alfons V., später wurde er Bischofvon Astorga (1035—1040). Als Notar schrieb er eine Chronik der Königevon Leon von Alfons III. bis auf Ranimir III. (866—982), also über eineZeit, da die christliche Machtentwicklung in Spanien noch gering war.Um so mehr tritt in dem kleinen Werke von 29 Kapiteln die Kirche hervor,namentlich San Jago spielt eine große Rolle und ausführlich wird das Konzilvon Oviedo (907) behandelt, wobei Karl der Einfältige und ein BischofTheodulf erwähnt werden. 3 Auch werden einige Papstbriefe eingelegt undauf die Bibel mehrfach Rücksicht genommen. Den Hauptinhalt der Dar-stellung bilden die vielfachen Kriegszüge der Könige von Leon gegen dieMauren, ferner ihre Familienpolitik und ihre kirchlichen Gründungen.Die Erzählung ist wie bei allen spanischen Historikern der Zeit trockenund nüchtern und erhebt sich höchstens in einigen biblischen Phrasen,jeder lebendige Aufschwung fehlt. Seltsam berührt in diesem durchaus offi-ziellen Tone die Nachricht von der medizinischen Hilfe, die die Maurendem König Sancius I. brachten, indem sie ihn von seinem Fett befreiten. 4
Zeugnisse. Die biblischen Zitaten sind c 18 p. 463 ut ait David = 2 Reg. 11, 25 und19 p. 464 ut ait agiographa = Prov. 21,1, beide mit geändertem Wortlaut; biblisch ist auch
2, 23 col. 274 B anser qui inter olores Nachweis von Stellen aus den alten Auto-
perstreperet et perversus coluber inter an- ren bei Prutz, NeuesArchiv 8,97 n.l—10.
s fi as ] - 3 Vgl. Kap.11, bei Florez, Espana sa-
U>1. r 58A A Pausania Spartiatarum grada 14, 458.
rege pnus condita = Oros. Hist. 3, 13, 2. 4 Vgl. Kap. 26 p.469.