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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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427
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C. Kreuzzugsgeschichte 427

MCLVIH ind. VII. Albert sagt von sich in der Vorrede 1, 1 (Recueil 4, 271 A) Saepiusnsusdesiderio eiusdem expeditionis et faciendae illic orationis du/n fernerem . . . decrevi

aC n em ex his aliqua memoriae commendare. Ueber seine Gewährsmänner 1,24 p. 291E sicut

tivro oero affirmant, qui praesentes vix evaserunt; vgl. 2, 33 p. 324E; 3, 1 p.339C; 3, 2ionQ. 3 65 p.385F; 4, 65 p.428A; 428B multorum relatione didicimus; 6, 50 p.497 Ahis retul'erunt qui in eodem certamine praesentes affuerunt, 497 B ut procul dubio a veri-

"d'cis fratribus compertum est; 8, 21 p.572D ut aiunt pro vero qui haec oculis viderunt.

Historia Hierosolymitanae expeditionis. Die eben erwähntenZeugnisse ergeben, daß aus dem Buche eine große Zahl von Wahrnehmen-den und Mithandelnden sprechen. Aber die von Sybel begründete Ansichtüber das Werk hat sich völlig geändert. Sybel bemerkte nämlich, daß dieDarstellung überaus vielseitig ist und eine gewaltige Fülle von Stoff bringt,aber sie leide an großen Widersprüchen. 1 Das Werk sei eine Reihe zahl-loser Bruchstücke von glänzender Schilderung und enthalte eine Menge Zeug-nisse von Teilnehmern, lasse aber in bezug auf die inneren Zusammenhängeim Stiche und entbehre der äußeren Verbindung oder inneren Gliederungder Ereignisse. Das Werk sei also ein Produkt der Sage, die sich sehr schnelldes Kreuzzugs bemächtigte. Daher sei hier ein Blick auf die Dichtung überden Zug nötig 2 und Sybel untersucht daher den Chanson d'Antioche vonGraindor auf seine Quelle, 3 das Gedicht des Pilgers Richard. Doch habeRichard dem Albert nicht vorgelegen und auch der umgekehrte Fall treffenicht zu, sondern die gleichzeitigen Lieder, auf denen Alberts Darstellungberuhe, sind von Richard und Graindor oft reiner bewahrt worden, dochhaben der Chronist und die Dichter gemeinsame Quellen benutzt. BeiAlbert tritt im Gegensatz zu Graindor Gottfried von Bouillon ganz in denVordergrund. Nach Sybel sind jene Dichtungen und Alberts Werknicht so sehr Darstellung von Tatsachen als vielmehr europäische Stim-mungsbilder. Von Papst und Kirche und Askese ist bei Albert daher wenigdie Rede, das glänzende Rittertum steht im Vordergrund und vollbringtdie himmlische Sendung. Und so erhält nicht der Patriarch, sondern derHeld Gottfried die herrschende Stellung.

Diese Würdigung von Alberts Werk durch Sybel hat teilweise großeModifizierungen erhalten. Nämlich B. Kugler wies nach, daß Albert ganzunselbständig verfahren ist und für sein Werk hauptsächlich die umfang-reiche Chronik eines lothringischen Geistlichen abschrieb, der vielleichtKaplan eines lothringischen Großen war, den Kreuzzug mitmachte unddann seinen Wohnsitz wohl in Jerusalem aufschlug. Als Vorzüge dieserChronik aber hätten zu gelten die Fülle der Nachrichten, die Weite des Ge-sichtskreises, eine verständige Gliederung des Stoffes und der schlichte Vor-trag. An manchen Stellen ist die Chronologie verwirrt, das könne aber auchauf Albert fallen. In der Hauptsache habe diese Chronik glaubwürdige Über-lieferung enthalten, diese aber werde durch die Zutaten Alberts stark ent-stellt. Und zwar sei dies durch die reichliche Benutzung der zeitgenössischenDichtung gekommen, denn in den Text seien mehrfach sagenhafte Erzäh-lungen eingeflochten, die den im Kreuzheer gedichteten Chansons sehrnahe standen. Doch im ganzen sei die lothringische Chronik unversehrt ge-blieben, so daß man sie meist scharf von den sagenhaften Teilen Alberts

1 Sybel, Gesch. des ersten Kreuzzugs 2 Vgl. hierzu a.a.O. S. 76ff.b. 6671 (Recueil 4, XXIV). 3 Vgl. a.a.O. S. 79ff.