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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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C. Kreuzzugsgeschichte 421

über das gottesfürchtige Leben der Mutter, über die Sitten der Zeit 1 undüber die eigne Jugend sowie über den Eintritt ins Kloster. Darauf spieltdie Mutter wieder eine Rolle und Guibert erwähnt, daß er kirchliche Würdenausgeschlagen habe, doch ließ er sich zum Abt von Nogent erheben. DenBeschluß bilden Ereignisse, die sich im Kloster Flay zutrugen. Im zweitenBuche erzählt der Verfasser anfänglich die Gründung und die Geschichtevon Nogent, und zwar im Eingang nach im Kloster befindlichen, völligfabelhaften Gedichten über einen König der Briten; die Geschichte vonNogent wird jedenfalls nach Klosteraufzeichnungen gegeben. Das dritteBuch ist hingegen mehr der Geschichte des Bistums Laon gewidmet, 2die mit Bischof Adalbero beginnt und, bis auf Guiberts Zeit fortgesetzt, be-sonders die Ereignisse unter der Regierung Bischof Galdrics erzählt, in dieGuibert selbst eingegriffen hat. Aber auch sonst erfährt man hier vielesüber die Reimser Kirchenprovinz, und es finden sich neben wichtigen ge-schichtlichen Daten auch einige Wundererzählungen, die für die Zeit vonInteresse sind. Auf solche Weise hat Guibert, allerdings ohne strenge Dis-position, über Eigenes und Fremdes berichtet. Sein Werk hebt nach G. M i s c hmit einer Confessio an und endet als Memoirenwerk; es ist neben Rather,Otloh und Abaelard eine der ältesten Autobiographien des Mittelalters.

Zitat aus Sallust Cat.15, 2 (Aurelia laudavit) 1, 2 col. 840 A. Seltenes Wort extor-(id'iMl, 2 col. 839D. Hs. verloren nach A. Molinier, Les sources de l'hist de France2,186 (1902). Ausgaben von d'Achery, Opera p.456526, bei Mignel56, 837962;angekündigt von L. Halphen in Les classiques de l'hist de France au moyen äge.Gesamtausgabe von d'Achery, Guiberti opera, Paris 1651. Vgl. Haskins, Therenaissance of the Xllth Century S. 235f. und besonders G. Misch, Deutsche Viertel-jahrsschr. f. Literaturwiss. u. Geistesgesch.3, 566614.

4. RADULF VON CAEN

Radulf stammte aus Caen und mag um 1080 geboren sein; dort erhielter auch seine Ausbildung und zwar durch einen Kleriker Arnulf, der in spä-teren Zeiten (1112) zum Patriarchen von Jerusalem erhoben wurde. ImJahre 1107 aber nahm er im Heere Boemunds von Tarent Dienste, als dieserzur Belagerung Durazzos auszog, und bald darauf begab er sich zum Heeredes tapfern Tankred, der Edessa von der Belagerung durch die Türken be-freien wollte. 3 Beide Heerführer hörte er öfters erzählen:Die Türken sindgeflohen, die Franken sind ihnen nachgesetzt, die Feinde sind getötet,die Städte erobert, Antiochia nachts durch List, Jerusalem tags durch Ge-walt. Aber die Trägheit verdirbt uns! Früher war es den Poeten ein Ver-gnügen zu dichten, jetzt sinnen sie auf törichte Fabeleien und verschweigendie Siege von Christi Heeren, dieses faule Volk von Drohnen." Und wenn sieso vor andern gesprochen hätten, hätten sie ihn immer dabei angesehen, alsmeinten sie:Zu dir sprechen wir, auf dich vertrauen wir." Und so hättensie ihn beide angeregt, besonders aber sei er durch den engen Verkehr mit

1 Ueber Schnabelschuhe aus Korduan- 3 Radulfi Cadom. Gesta Tancredi (Re-

leder s. 1,12 bei Migne 156, 858 A calceo- cueil des hist. des croisades; Hist. occid. 3,

rumdeCordubarostratorticia.l, 17 col. 875 G 603) Prol. Huius tarn praeclari laboris co-

Genesiskommentar erwähnt. operaloribus me contigit müitare, Boamundo

litel: Quomodo Galdricus episcopus cum Dyrachium obsideret, Tancredo paulo

Laudunensis excarnificatus fuerit atque post cum Edessam ab obsidione Turcorum

ecciesia ac universa pene civitas con- liberaret.