C. Kreuzzugsgeschichte 417
a) Gesta dei per Francos. Als die Gesta Francorum et al. Hieros. demf nibert j n fc e Hände gefallen waren, 1 hat ihm deren nicht gerade geschicht-lich entwickelter Stil wohl wenig gefallen, und er machte sich an eine Über-arbeitung der Schrift, indem er in der Einführung ausführlicher ausholte undden Stil des Ganzen auf einen höheren Stand brachte. Denn den Stil seinerVorlage bezeichnet er als humi serpens eloquium und meint in seiner Wid-mung an Bischof Lisiard von Soissons, daß die Ausdrucksweise eines histo-rischen Werkes schon etwas verzierter sein dürfe als etwa die eines Bibel-kommentars. Wenn er nur nicht beinahe ins Gegenteil verfallen wäreund zunächst eine schwer verständliche und äußerst wortreiche Vorredegeschrieben hätte! Und so bleibt sein Stil, der wegen der ungemein vielengekünstelten, ja verdrehten Wortstellungen recht schwierig ist, kein Ge-nuß für den Leser. In der Vorrede erklärt er, auf eigenen Wunsch undauf Bitten anderer die wunderbaren Taten Gottes darstellen zu wollen.Viele hätten ihm geraten, das in poetischer Form zu tun, da sie seine vielfacheBeschäftigung mit der Poesie in Jugendjahren kannten, doch habe er sichbei der Größe des Stoffes für die Prosa entschieden. Und er habe ans Werkgehen wollen, als die Teilnehmer vom Kreuzzuge zurückgekehrt seien, aberer habe es aufgeschoben, um niemand Unrecht zu tun. So habe er erst dieWahrheit der schriftlichen Darstellung ■— es sind die Gesta Francorum —an den Berichten der Teilnehmer erproben wollen und dabei gefunden, daßbeides übereinstimme. Schwierig sei für ihn die richtige Wiedergabe derEigennamen 2 gewesen, denn da er manche in seiner Quelle als notorischfalsch gefunden habe, sei er überzeugt, daß auch andere unrichtig dort wieder-gegeben seien. Und den Namen des Bischofs von Puy habe er erst gegen denSchluß des Werkes hin einsetzen können, da er in seiner Quelle fehlte.Als Aufschrift habe er Gesta dei per Francos gewählt, um menschliche Über-hebung zu vermeiden, aber der Ehre des wesentlichen Volkes gerecht zuwerden.
In der Einleitung des in sieben Bücher gegliederten Werkes läßt er zuerstdie Hauptereignisse der alten Geschichte vorüberziehen. Doch hätten dieChristen den unvergleichlichen Kreuzzug nicht unternommen, um damitder Ruhmsucht oder Geldgier zu fröhnen oder um neue Länder zu erobern.Bei der Schilderung der Begeisterung, die alle Stände ergriffen habe, er-zählt er, daß an der Küste eines Landes sich Menschen zum Zuge gemeldethätten, deren Sprache völlig unbekannt gewesen sei. 3 Das erste Buch be-ginnt mit einem Überblick über die christlichen Sekten und kommt dabeiauf Mohamed zu sprechen, den Guibert hier und öfter Mathomus nennt; 4er wiederholt hier unter vielen anderen Fabeln über ihn die von der Kuh —bei andern ist es ein Stier-—, der er sein Gesetz geschrieben um die Hörnergebunden hatte (p. 129EF). 5 Nachdem er über die Ausbreitung des Islam
Er kannte außerdem Fulchers von eum exprimo.
^bartres Geschichte des Kreuzzuges. 5 Er zitiert hier p. 130 D Hör. Carm. 3,
Es handelt sich dabei um die Personen- 30,1 f. 6f., wie er auch p. 119 auf A. P. 105
und geographischen Namen im Orient. ' Bezug nimmt; p. 167B steht Hör. A. P.
4 Wohl Iren oder Schotten. 180f. und p. 175A Juven. 6, 443; p. 247
setzt aber (Recueil des hist. des croi- Terent. Eun. 732.sades. Hist. occid. 4.127H) hinzu si beneH -(i.A. IX 2, 3 27