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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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416 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

precibus ad omnes orihodoxos et maxime ad transalpinos et ad re, reverende praesul Vivaripsis, hoc opus cui scribere curavi.

Raimund beginnt seine Darstellung gleich mit dem Zuge durch Sclavo-nien (Dalmatien). Er ist entsetzt über die schreckliche Öde dieses Landesund erzählt, daß man 1 hier in drei Wochen weder ein Wild noch einen Vogelgesehen habe. Über Scodra ging der Zug nach Durazzo und damit begannendie Leiden der Kreuzfahrer im griechischen Reiche. Der Zug wird ausführ-lich beschrieben, aber der Marsch nach Nicäa, die Einnahme der Stadt undder Marsch nach Antiochia werden kurz berührt. Ziemlich eingehend istdie Belagerung der großen Stadt dargestellt, wie auch die Auffindung derhl. Lanze und der Tod Ademars von Puy. Der Zeit gemäß ist es, daß derVerfasser eine Menge Visionen in die Darstellung verwebt. Er berichtet danndie Einnahme Jerusalems und erzählt von der Wahl Gottfrieds sowievon seiner Reise mit Raimund an den Jordan. Das Werk endet mit denKämpfen bei Askalon. Die ganze Darstellung ist schlicht gehalten und dieSprache einfach und ohne Künstelei, doch besitzt der Ton eine gewisseLebendigkeit dadurch, daß der Verfasser für die Erzählung die erste Per-son Pluralis angewandt hat.

Ueberlieferung. Hss. Paris St.Victor 205 s.XII. Paris.5511A s.XIII, 5131 s.XII,5132, Arsenal H. 103s.XIII; Clermont-Ferrand H. 199 s. XIV. Ausgaben von Bongars!Gesta dei per Francos 1,139180. Recueil des historiens des croisades; Hist. occid. 3,233309; angekündigt von L. Brehier in Les classiques de l'hist. de France au moyenäge. Vgl. Sybel, Gesch.d.ersten Kreuzzugs 2 S. 1522. Hagenmeyer, Anonymi GestaFrancorum (1890) S. 4958. Clemens Klein, Raimund von Aguilers, Berlin 1892.

3. GUIBERT VON NOGENT

Guibert (Wibert) ist 1053 aus adligem Geschlecht in der Nähe von Beau-vais geboren und wurde in Flay Mönch. Er beklagt in seiner Selbstbio-graphie die Seltenheit tüchtiger Grammatiker zu jener Zeit 2 und sagt, daßer mit Vorliebe Ovid und die Bukoliker gelesen und Liebesgedichte und poe-tische Briefe verfaßt habe, die zuweilen etwas frivol geraten seien. Dochhabe er seinen Sinn, besonders auf nachhaltiges Anraten des Priors Anselmvon Bec, geändert, der ihn auf Gregors I. Werke hinwies. So beschäftigteer sich fortan mit den Kommentaren zur Bibel und verfaßte selbst Erklä-rungen zur Genesis und zu andern biblischen Büchern. Im Jahre 1104wurde er zum Abt des Klosters Nogent erhoben und als solcher ist er imJahre 1121 gestorben.

Zeugnisse. Seinen Lebenslauf erzählt Guibert in der Schrift De vitasua, Mignel56,837962. Dort 1, 4 col.844AB über die Grammatiker. Zur Lektüre und Jugenddich-tung 1,17 col.873B ut Ovidiana et Bucolicorum dicta praesumerem et lepores amatoriosinspecierum distributionibus epistolisque nexilibus 3 affectarem. . . . Inde accidit ut. . . ad ob-scenula quaedam verba devolverer et aliquas litterulas. . . totius honestatis nescias dictitarem.Zur Sinnesänderung col. 874 B Coepi igitur . . . scripturarum commentis inlendere, Grego-riana dicta . . . crebrius terere. . . . In his praecipuum habui incentorem Beccensem abbatemAnselmum, postea Cantuariensem episcopum. . . . Qui cum in prioratu praelibati coenobuadhuc ageret, suae me cognitione ascivit et omnino puerulum . . . multa me docere inlentwneproposuit. Zum Genesiskommentar 1,17 col. 875 C. Zur Abtserhebung 1,19. Vgl. Thurot,Rev. hist. 2, 104. B.Monod, Rev. hist. 84, 51.

1 Der Verfasser erzählt gleich von An- Hist. occid. 4,120) Cum enim passimvik-fang her in der 1. Person venimus, vidi- amusferveregrammaticametquibusquenlis-mus etc. simis . . . hanc patere noverimus disciphnam-

2 Damit stimmt freilich nicht Gesta dei 3 Heißt wohl Briefe mit Antwort.per Francos (Recueil des hist. des crois.