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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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411
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B. Reichs-, Länder-, Zeitgeschichten 411

d'e Kämpfe um Glogau (1109). 1 In Kap. 11 liest man eine Cantilena Alle-mannorum in laudem Bolezlavi in zwanzig Fünfzehnsilbern; darin findetsich unglaubliches Zeug wie Vs. 10 Nunquam Caesar sibi (Boleslavo) helloresistere poterit, Talem virum condeceret regnum et Imperium, was sich imMunde der Deutschen recht hübsch ausnimmt. Und nachdem der Ver-fasser in Kap. 12 eine sehr anschauliche Schilderung der Kriegsleidengegeben und hierbei für die Deutschen möglichst ungünstig ausgesagt hat,stellt er das Ende des Krieges für sie geradezu als beschämend hin. 2 Hieranschließen sich andauernde Kämpfe mit Böhmen und der Einfall in dies Land,wobei der Herzog eine lange Rede an seine Krieger hält 3 und antike Mytho-logie in die Kampfbeschreibung gebracht wird. 4 Endlich wird ein Zug gegendie Preußen erzählt und mit der Gewinnung der pommerschen Feste Nakloschließt die Darstellung, die im ganzen einen schwerfälligen Eindruck macht.Ueberlieferung. Das Werk befand sich 1300 in Krakau, vgl. Bielowski, Monum.Poloniae hist. 1, 37 8 5 , und scheint nur in Polen abgeschrieben zu sein, denn die Ueber-lieferung beschränkt sich auf Varsov. bibl. Zamoisc. s. XIV und auf Pulaviensis (früherClodaviensis) s. XVI; ein Szamotuliensis, später Heilsbergensis, von Lengnich undBandtkie benutzt, ist verloren. Ausgaben vonG. Lengnich, Vinc. Kadlubko et Mar-tinus Gallus script. hist. Pol. ant., Gedani 1749; von J. V. Bandtkie, Martini Gallichronicon, Warschau 1824; von Szlacht owski et Köpke, MG. SS. 9, 423478;von A.Bielowski, Monum. Poloniae historica (Lwowl864) 1,379484. Galli Anonymichronicon ed. L. Finkel et St. Ketrzyriski (1899). Vgl. Grodecki, Bibljotece Na-rodowei N. 59, Serja 1, Brückner, Przegladzie Warszawskim N. 23. Ketrzyriski,Kazamierz Odnowiciel in R. Ak. hist. fil. 38, 361364: vgl. Tyc a.a.O. S.'75ff. Wilh.Meyer, Ges. Abh. z. lat. Rhythmik 2, 282 f. K. Polheim, Die latein. Reimprosa(Berlin 1925) S. 5670.

6. ROGER VON HOVEDENRoger stammte vielleicht aus dem zum Bistum Durham gehörenden OrteHoveden (Howden) und besuchte wohl die Klosterschule von Durham.Er wurde Kleriker in der Umgebung Heinrichs II. und war jedenfalls1174 in dessen Diensten, wo er mit sehr bedeutenden Männern in Verkehrtrat. 6 Er wurde bald zu politischen Sendungen benutzt und im Jahre 1189vertraute ihm der König Jurisdiktionelle Funktionen an. Da seine Chronik1201 endet, wird er wohl nicht lange nach diesem Jahre gestorben sein.Sein Werk hat er aber wahrscheinlich erst nach dem Tode Heinrichs II.(1189) begonnen. Diese Chronik ist in vier Teile zu zerlegen. Der erste Teil,bis 1148 reichend, beruht auf der Historia Saxonum vel Anglorum postobitum Bedae, die zwischen 1141 und 1161 geschrieben ist und sich aus derHistoria des Simeon Dunelmensis 7 und der des Henricus Huntendunensis 8zusammensetzte. 9 Der zweite reicht von 11481170 und ist vielleicht derwichtigste des ganzen Werkes, da die Quellen für die spätere Zeit KönigStephans sonst sehr spärlich fließen. Was Roger hier nicht selbständig be-richtet, stammt aus der Chronik von Melrose, 10 aus einer Sammlung von

1 Hier heißt es 3, 10 p. 469, 34 Terror iherosolimfijtana et epistola Alexandri.

panicus Allemannorum. 6 Chronica Rogeri de Hovedene ed.

Ist der Verfasser Franzose, so ergibt sich Stubbs 1, XV.

also schon in so früher Zeit die Vorliebe 7 Symeonis monachi Dunelm. opera ed.

des Franzosen für Polen auf Kosten der Arnold (London 1885) 2, 3283.

Deutschen. s ed Arnold, London 1879, 1292.

3, 23 p. 474, 1. 9 vgl. hierzu Stubbs 1, XXVII XL.

s 3, 23 p. 476, 16. w Chronica de Mailros ... ed. J. Ste-

tronica Polonorum cum libro de via venson, Edinbourgh 1835.